Inspiriert aus dem letzten Artikel des Heidegolfer mit seinem „UHU-Projekt“, in dem er sein Scheitern postulierte, habe ich mich einmal literarisch mit dem Thema beschäftigt, wie der eigene Innere Schweinehund und die Lustlosigkeit besiegt werden kann.

Eines dürfte jedem Golfer klar sein bzw. jedem Sportler. Wenn ich keine Zeit für ein effektives Training aufbringe, dann kann ich weder erwarten, meinen Sport so ausführen, dass ich den Erfolg erziele, den ich mir wünsche, noch, dass mein Golfspiel sich entscheidend verbessert.

Ich muß erst werden, was ich sein will.

Landläufig sagt man, nur mit Motivation und Willenskraft kommt ein Sportler an ein Ziel, doch nicht nur diese beiden genannten Voraussetzungen sollte ein Golfer mitbringen, sondern auch ein System, in dem die vorhandene Disziplin, so klein sie auch sein mag, möglichst schnell und effektiv einen an das Ziel gelangen läßt. Bei der Motovation gibt es mehrere Störfaktoren, denn selbst wenn man gewillt ist ein bestimmtes Ziel zu erreichen, können einem schon banale Widrigkeiten aus der Trainingsspur bringen. Die Frage die sich als Sportler dann stellt ist oft, wie sehr will ich an mein Ziel gelangen und wie stark lasse ich mich von den Gegebenheiten aus meiner Umwelt davon abbringen?

Wenn es im Freien in Strömen regnet, fällt es so manchem Golfer schwer auf die Driving Range zu fahren und im Regen zu üben. Wird es auch auch noch kalt oder windig, wie im Herbst und Winter, werden die äußerlichen Bedingungen noch ungastlicher die einem aus dem Haus bringen. Hat man dann doch freie Zeit und auch die Umwelt spielt mit, kommt dem einem oder anderen der Gedanke, man könnte ja auch was anderes machen, als im Bunker zu stehen und den Befreiungsschlag zu üben. Ein paar Drives in die Weite zu hauen macht da viel mehr Spass, wo doch gerade die Sonne am blauen Himmel so scheint.

Die Ablenkung lauert überall.

Doch so anklagend diese Ausweichmanöver für einen klingen mögen, sind sie es gar nicht, denn dieses Verhalten ist absolut menschlich und es gibt keinen Schalter im Kopf, der sich umlegen lässt, um jetzt und hier damit aufzuhören.
Was also tun sprach Zeus?

Um einem System zu folgen und sich selbst diszipliniert voranzubringen, immer und immer wieder, kann auch dem einfachsten Prinzip der Selbstdisziplin folgen:
Ein gutes Pferd springt nur so hoch wie es muß.
Doch was heißt das?

Machen Sie sich einen Plan,
der so einfach wie möglich ist,
sein Training umzusetzen und
machen Sie es sich selbst so schwer wie möglich,
diesen Plan nicht abzubrechen.

Ein kleines Beispiel, wie hilfreich bereits kleinste Änderungen sein können:
Sie haben ein Problem mit dem Putten?

Statt zum Auto zu laufen und zum Club zu fahren, um auf dort auf dem Grün zu üben, stellen Sie sich einen Zweitputter in das Wohn- oder Arbeitszimmer und räumen die Puttingmatte tagsüber nicht weg. Kommen Sie nach Hause und sehen schon das bereit liegende Equipment vor sich auf dem Wohnzimmerboden liegen, wird es Ihnen viel leichter fallen eine Viertelstunde zu Hause zu üben, als extra den Weg zum Club zu machen. Die Mühe der Fahrt und der zusätzliche Aufwand den Sie betreiben müssen, um besser im kurzen Spiel zu werden, fallen somit weg und ermöglichen Ihnen einen leichteren Zugang zum Training. Es ist leicht umzusetzen und es wird Ihnen schwer fallen, die Puttingmatte zu ignorieren. Ihnen werden mit Sicherheit noch weitere Beispiele einfallen.

Das kleine Chipzelt im Garten, präsent in der Mitte der grünen Gartenwiese aufgestellt, lockt für ein paar kurze, präzise Chips nach Feierabend.
Die gepackte Golftasche im Auto, damit der Weg von der Arbeit nicht erst nach Hause führt, um die Sachen zu holen und man plötzlich doch auf der Couch liegt. Nur zehn Minuten kurz ausruhen. Der eine oder andere hat sogar einen Dachboden und baut sich einen Simulator dort auf. Habe ich gerade bei einem Arbeitskollegen bei mir gesehen, damit er im Winter nicht aus der Übung kommt. Aber das ist schon eine ganz besondere Motivation, das will ich gerne zugeben.

Worauf ich hinaus möchte ist folgendes:

Es ist besser, mit minimalen Veränderungen zu beginnen, um sein Ziel mit wenig vorhandener Selbstdisziplin zu erreichen, als sich große Ziele zu setzen, die enormen Aufwand erfordern. Das vorankommen erfolgt in Babyschritten aber und das ist die zentrale Änderung in Ihrem Verhalten, Sie kommen voran, wo andere noch im stehenbleiben begriffen sind.

Nur wer ein Ziel hat, kann auch den Weg kennen…

…und nur wenn Sie Ihren Fortschritt dokumentieren, machen Sie sich selber klar, wie gut Sie bereits sind und welche Verbesserungen erreicht wurden. Der Weg zum Ziel ist in der Regel mit vielen Steinen gepflastert, den Spruch kennen Sie aber aus eben jenen Steinen lässt sich auch – mental – eine Brücke zum Ziel bauen. Doch hinüber gehen müssen Sie immer noch selbst. Es geht nicht ausschließlich darum, härter oder länger zu trainieren als alle anderen auf dem Golfplatz – sondern es ist wichtig, ein intelligentes System für einen Selbst zu finden, um die besten Ergebnisse mit dem geringsten Aufwand zu erzielen, wenn es mit der Motivation und Willenskraft etwas hakt.

Hier noch einmal der ganze Text zum Download für unterwegs: -> Der Innere Schweinehund Golfmentaltraining