Schlagwort: Golfmentaltraining

Eine Frage der Konstanz

Eine Frage der Konstanz

Jetzt, wo die alte Golfsaison vorüber ist und die kommende Saison noch in der Ferne liegt, können Sie darüber resümieren, wie Ihre persönliche Golfbilanz war und was Sie von der nächsten Saison von sich erwarten.

Die meisten Golfspieler wünschen sich mehr Konstanz im Spiel aber wissen Sie auch, was das für Sie bedeutet? Welche Konstanz ist denn gemeint?

Möchten Sie Ihr Handicap spielen und weitestgehend erhalten oder mit ein bißchen Glück und Wochenendtraining verbessern als Freizeitgolfer? Oder sind Sie gar ein ambitionierter Turniergolfer, der nicht nur sein HCP halten, sondern auch verbessern und sich Pokale auf das Regal stellen möchte?

Ob Sie nun Freizeit- oder Turniergolfer sind, ohne eine strukturierte Planung, um seine Ziele zu erfüllen, wird da nur sehr wenig laufen. Es ist wichtig, dass Sie einen Zielwert für sich formulieren und sich sinnvoll mit dem Thema Zieleinlauf zum Ende der nächsten Saison beschäftigen. Natürlich können Sie auch nur vor sich hinspielen, schauen was passiert und ganz erwartungslos genießen, wenn es mal gut läuft, dann aber auch wieder schlecht aber in der Regel sind nur die wenigsten Spieler echte Genussgolfer. Der überwiegende Teil spielt jedoch leistungsorientiert, ob er das allerdings vor sich oder anderen zu gibt, ist natürlich eine ganz andere Frage. Aber hier wäre schon die erste Entscheidung zu treffen. Genuss oder Leistung, was soll/darf es denn sein?

Für eine gewisse Konstanz und Verbesserung sind der Wunsch dessen und der Wille untrennbar mit der klaren Absicht verbunden, sich auf ein gestecktes Ziel zu konzentrieren und die Energie einzusetzen, die notwendig ist, dieses Ziel auch zu erreichen.

Nach einer Statistik von Alex Heger, die er in seinem Buch  „Easy Better Handicap“ aufgeführt hat, wird erklärt, dass im Durchschnitt alle Golfer weltweit Ihr Handicap deutlich verfehlen und zwar regelmäßig um satte 3,5 – 5 Punkte Stableford.

Das heißt, um ein kleines Beispiel zu nennen und die meisten Freizeitgolfer halten sich in der Handicapklasse 4,5 und 6 auf, das im Durchschnitt 30-31 Punkte vorgabewirksam gespielt werden, statt der erhofften 36 Punkte. Wenn Sie sich also vor Augen führen und am Ende einer Golfsaison sich privat ausrechnen, wo Sie sich im Durchnitt bewegt haben im Spiel, werden Sie feststellen, dass Sie wahrscheinlich, insbesondere als Wochenend- und Freizeitgolfer in diesem Punktefenster zu Hause sind. Das ist zum einen Teil beruhigend aber löst auch irgendwie auf eine ganz persönliche Art bei einem Selbst eine gewisse Unzufriedenheit aus.

Wie Sie dieser Unzufriedenheit begegenen ist natürlich Ihre persönliche Sache aber wenn Sie keine eklatanten Ausreißer in Ihrem eigenen Spiel haben, dürfen Sie mit sich durchaus zufrieden sein, wenn es auch nur 30 oder 31 Punkte in der Runde geworden sind. In diesen Zahlen zeigt sich nämlich ganz gut, dass Ihre Abschläge, Transportschläge und das Putten in der Regel konstant sind und für sich betrachtet, ist das erst einmal positiv zu werten.

Eine Unterspielung des eigenen HCP kommt im Grunde genommen doch erst dann vor, wenn es an einem Tag, denn Ihr HCP ist ja immer nur eine Momentaufnahme des Golfkönnens im Augenblick, sehr gut läuft oder das effiziente Training, welcher Schwerpunkt auch immer zu diesem Zeitpunkt die Früchte trägt, die Sie geübt haben.

Spielen Sie nur circa 6-8 Turniere pro Saison, ist die Ausbeute an der HCP Verbesserung wesentlich geringer, als wenn Sie es in der Saison auf circa 15-36 Turniere bringen. Denn in der Regel, sprich im Durchschnitt, verlassen Sie den konstanten Pufferbereich beim Stableford nur alle 7 Turniere, Ausnahmen, insbesondere bei Anfängern ab HCP 54 einmal ausgenommen, da geht es für kurze Zeit schnell abwärts, bis dann ein technisches Spielniveau erreicht wird, von wo es mit regelmäßigen Training nur noch selten steil abfällt.

Darum denken Sie noch einmal sehr genau über Ihr Selbstbild als Golfer nach und gehen Sie nicht zu gnadenlos mit sich Selbst ins Gericht, wenn mal wieder ein Schlag nicht passt oder eine Runde aus dem Rahmen fällt. Wenn Sie am Ende des Jahres die Rechnung aufmachen und unter dem Strich keine signifikante Verschlechterung aufgetreten ist, das HCP gehalten oder sogar ein Stück verbessert wurde, sind Sie absolut im grünen Bereich. Gleichzeitig muß Ihnen aber auch von Beginn an klar sein, dass ohne planvolles und zielgerichtetes Training, sei es technisch oder auch mental, keine großen Sprünge zu erwarten sind.

Du kannst! Der Rest ist Geschichte…

Lange bevor Sie selbst anfangen zu spielen oder sich mit jemanden zum Golfspielen treffen, erkennen Sie schon an der eigenen Einstellung oder des Partners, ob Sie oder er positiv gestimmt ist an dem Tag. Bei sich selbst erkennen Sie es natürlich nur, wenn Sie absolut ehrlich zu sich selbst sind, bei einem Spielpartner ist es viel einfacher zu erkennen.

Der positive Spieler oder nennen wir ihn, der Siegertyp, sagt „lass uns anfangen zu spielen“ oder zu trainieren und wird, selbst unter widrigen Umständen, nicht aufhören sich zu pushen und daran arbeiten etwas zu verändern. Der Verlierertyp oder der negative Spielpartner wird Ausreden finden, warum etwas gerade nicht funktioniert oder etwas schiefgegangen ist. Meistens beginnt der Satz mit einem „Ja aber…, bin in Schwungumstellung, nicht fit, neue Schläger…andere Bälle etc etc.“

Entschuldigungen, Ausreden oder Einwände beginnen oft mit „ Ja aber“ achten Sie einmal darauf, wie oft Ihnen dieser Typ begegnet oder wann Sie selbst damit bei sich beginnen,um eine unangenehme Aufgabe zu umgehen.

Wenn Sie etwas verändern möchten im positiven Sinne und einen neuen Weg einschlagen wollen, helfen Ihnen Ausreden nicht weiter. Diese negativen Gedanken sind bereits am Anfang professionelle Selbstsabotage und leistet dem Scheitern bereits eine solide Grundlage.

Ich hab es ja gleich gewußt ist dann der Standardsatz und dient einzig und allein vor sich Selbst oder vor anderen Personen besser dazustehen. Man hatte ja bereits am Anfang Zweifel daran geäußert, also ist es doch klar, das es nicht klappen konnte – ICH HABE KEINE SCHULD!

Lösen Sie sich von solchen Gedanken und wandeln Sie negative Gedankenempfindungen in positive um in „Ja ich kann und ich will etwas verändern. Stück für Stück“!

Schönrednerei?

Nein!

Am Anfang mag der neue Weg steinig und bergauf gehen und natürlich wird es auch Rückschläge geben. Es wird Tage geben an denen man nicht so schnell voran kommt oder die Erwartung an das eigene Spiel höher ist, als der momentane Spielstand es erlaubt. Doch die Ausreden und Einwände nicht weiter zu machen, weil es gerade schwer wird weiter zu machen, sind auch hier nur Erfolgsverhinderer, weil Sie den Glauben an sich selbst sabotieren.

Es ist es wichtig, insbesondere wenn etwas neu angegangen wird, sich für das Training nur eine einzige Spielstufe vorzunehmen und einzeln abzuarbeiten. Arbeiten Sie diszipliniert und setzen Sie sich kleine Zwischenziele, bis Sie das nächste Ziel in Reichweite haben. Somit steigt die Erfolgsrate und das Vertrauen in sich Selbst.

Sie können es schaffen, wenn Sie an sich selbst glauben und den langen Weg in Teilstrecken gehen.

Gerne können Sie an das große Ziel glauben, an den Spieler der Sie gerne sein möchten, dagegen spricht überhaupt nichts. An dieses Idealbild, als der Golfer der man sein möchte, müssen Sie sich jedoch heranarbeiten. Das Stichwort ist hier sich an ein Ziel anzunähern.

Wenn Sie mit dem Eisen 7 gerne einmal 120m weit schlagen möchten, dann müssen Sie erst einmal die 110m schaffen, bzw. 100m usw. Sich gleich an den 120m zu versuchen setzt möglicherweise ein Scheitern voraus, weil Ihre Schwungfähigkeit bis dahin noch ausreicht und die Frustration wird dementsprechend hoch sein, wenn Sie es immer wieder probieren aber die Marke nicht auf Anhieb erreichen. Versuchen Sie sich doch erst einmal an den ersten 80m die es gerade zu schlagen gilt und wenn das geklappt hat, versuchen Sie es sich an 90m. So ist der Erfolg auf lange Sicht vorprogrammiert.

Ja, ich weiß, Babyschritte sind manchmal quälend langsam und in einer Gesellschaft, wo es immer höher, schneller und weiter gehen muß, herrscht ein gewisser Leistungsdruck aus der Gruppe heraus. Aber das ist nicht Ihr Druck und nicht Ihre Spielweise.

Wo Sie einen langen Atem beweisen, werden Ihre Fähigkeiten wachsen, da haben andere Ja-Aber Mitspieler bereits aufgeben.

Sie können es – der Rest ist Geschichte.

Hast du Problem, hast du Herausforderung

Hast du Problem, hast du Herausforderung!

Es ist wieder einmal eine Frage der Perspektive, wie ein Golfer ein Golfproblem wahrnimmt. Wenn Sie als Golfer gar keine Probleme mehr haben, würde es dann nicht auch bedeuten, dass Sie gar keine Herausforderungen haben? Die einzigen Menschen, die keine Probleme haben so wird landläufig gesagt, sind die, die auf dem Friedhof liegen.

Wünschen Sie sich das?

Außerdem, wie viele Probleme haben Sie schon erfolgreich im Golf gemeistert und haben Sie dadurch stärker und zuversichtlicher gemacht. Ich wette, pro Golfrunde haben Sie mindestens ein Problem gehabt und entweder auf der gleichen Runde noch gelöst oder spätestens bei der zweiten Golfrunde.

Ein Mensch, ob Golfer oder Nichtgolfer, stößt selten auf ein Problem bzw. Herausforderung in der nicht auch schon, vielleicht zugegeben versteckt, eine Lösung inkludiert ist. Gelegentlich muß man einfacher genauer hinschauen oder etwas länger warten, bis es einem gelingt, diese Herausforderung zu meistern.

Etwas zu meistern gibt einem Kraft und Zuversicht, dass stärkt das Selbstvertrauen und kurze Wege, ein Problem zu umgehen, bringt überhaupt nichts. Im Golf stoßen Sie immer wieder auf die gleiche Herausforderung und erst wenn Sie sich bemühen, sich diesem Problem zu stellen und zu meistern, werden Sie im Spiel einen großen Schritt weiterkommen.

Natürlich werden Sie einwenden können, dieses Problem ist unmöglich zu lösen aber steckt nicht in dem Wort unmöglich nicht schon die Lösung? Achten Sie einmal auf den zweiten Wortteil. Dort steht „un-MÖGLICH“!

Ja, ich höre schon wieder den Pessimisten in Ihnen, der sagt, dass ist doch alles Schönrednerei, doch damit machen Sie es sich zu einfach. Sie sollten den Standpunkt der Wahrnehmung wechseln.

Der Wortteil „UN“ vor dem „Möglich“ bedeutet nichts anders als die Verkürzung von „ SO NICHT“, das heißt, es ist nicht unmöglich, sondern lediglich nur „so nicht möglich“. Die Frage die Sie sich also stellen sollten ist, wie ist diese Herausforderung oder das Problem zu lösen, wenn es „so nicht möglich“ ist?

Versuchen Sie es einmal und überlegen Sie sich, wenn es wieder einmal heißt, es wäre unmöglich und was Sie tun müßten, um es möglich zu machen. Das gilt für eine Spielsituation oder für das nackte Leben. Aber eines wird es nie sein…und zwar einfach.

Jeder Mensch ist Mittelpunkt eines Universums

Manchmal lohnt es sich einen Schritt zur Seite zu gehen, nicht nur im Leben, sondern auch auf dem Fairway, um die eigene Lage oder die des Balles in einem anderen Licht zu sehen.

Die Perspektive oder auch Sichtweise genannt, ändert sich auf Dinge im Leben und auf dem Platz, wenn genug Zeit vergangen ist und läßt einem über das Geschehene später einmal anders denken. Manchmal erscheint das, was gerade eben noch sinnvoll erschien, nur wenige Augenblicke anders und gar nicht mehr so logisch und sinnvoll. Die jeweilige Perspektive beansprucht jedoch für sich die eigene volle Wahrheit, auch wenn sie nicht die ganze sein muß, sondern möglicherweise nur ein Teilaspekt ist.

Was hier hier so philosophisch klingt, kann jedoch aus der Sichtweise des Betrachters eine wertvolle Orientierung sein. Ergibt sich doch aus der momentanen Situation im Spiel eine Wahl die im Augenblick des Moments eine Entscheidung fordert und später, nach der Ausführung der Entscheidung, dass Ergebnis präsentiert. Hätte man die gleiche Entscheidung getroffen, wenn man in der Ausgangslage mehr gewußt hätte? Wenn Sie wieder in die gleiche Situation kommen, können Sie Aufgrund der Erfahrung und Entscheidung, welche Sie in der damaligen Perspektive getroffen haben eine neue Sichtweise einnehmen, da das Ergebnis damals vielleicht Ihrem Wunsch nicht entsprach.

Ein paar Beispiele, wie Ihnen eine andere Sichtweise zu mehr Gelassenheit im Spiel verhilft.

Weil gelegentlich Dinge nicht unseren Vorstellungen entsprechen, so dass eine abweichende Realität nicht akzeptiert werden kann, auch dann nicht, wenn das Ergebnis offentsichtlich vor uns liegt, kommt es zu Ärger und Frustration in unserem Spiel.

Die Vorstellung eines guten Schlages läuft dem Ergebnis zuwider, wenn der Ball nicht dort aufkommt wo wir ihn erwartet haben. Als Golfer wäre man in diesem Fall gut beraten den Ärger nicht in Beziehung zu dem Schlag zu setzen, sondern unsere Vorstellung eines Schlages der Realität anpassen und zu akzeptieren. Mag der Schlag gut gewesen sein, so war es möglicherweise die Bodenbeschaffenheit nicht und somit verantwortlich für das unplanmäßige abprallen und ausrollen im Rough. Verlassen Sie die Perspektive, das eine Vorstellung und die daraus folgende Erwartung mit dem tatsächlichen Ergebnis am Ende zwingend übereinstimmen muß.

Wenn wir im Golf nur an einem Interesse haben und alles andere ausblenden, weil es uns nicht interessiert, kann es auf der Runde zu einem massiven Interessenkonflikt mit unserer Erwartung im Spiel kommen. Manche Golfer trainieren stets auf dem Kurzplatz auf perfekten kurzen Rasen und weichen, glasglatten Grün. Das geht genauso so lange gut, wie der Ball auf dem Fairway landet und nicht außerplanmäßig im Rough oder im Bunker liegen bleibt. Die Befreiung aus der schlechten Balllage wird im Training gerne von Golfern vernachlässigt, weil es nicht Ihren Interessen dient und führt zwangsläufig zu Unsicherheiten in der Spielweise, wenn sich alle Golfgötter gegen einen verschworen haben.

Die meisten Menschen wissen nicht, dass Sie nur eine Perspektive haben und finden es plötzlich bedrohlich wenn die Dinge anders aussehen. Darum ist es im Training und im Spiel von Vorteil, wenn Sie die Sichtweise einmal wechseln und sich das gespielte Loch nicht nur vom Abschlag aus ansehen, sondern auch rückblickend betrachten, wenn Sie eingelocht haben. Möglicherweise fällt Ihnen dann auf, warum es auch eine andere Möglichkeit gibt zum Erfolg zu kommen.

Darum merken Sie sich wohl:

Aus Hintertupfinger Perspektive wirkt Manhattan faszinierend;
aus der des Abwasserkanals unter dem Broadway weniger.

Ich mache was ich will – mein Körper auch?

Wäre es nicht Klasse, wenn Sie in ein Turnier mit dem nötigen Selbstvertrauen starten würden, mit der Gewißheit, sich auf die eigene Leistungsstärke zu 100% verlassen zu können?

Wäre es nicht wunderbar, auch dann schwierige Ballagen zu meistern, wenn es mit Abschlag nicht so geklappt hat?

Und wäre es nicht ein tolles Gefühl, am Vorabend eines Turniers oder einer wichtigen Golfpartie endlich durchzuschlafen, ohne sich Gedanken darüber zu machen, was am nächsten Tag alles schief gehen kann?

Sollten Sie alle diese Gefühle und Bedenken haben, wenn Sie auf den Platz gehen und die innere Stimme wiederholt leicht genervt immer wieder fragt…warum mach ich das hier eigentlich…. dann ist es Zeit, sich zu Fragen einen Coach oder einen Golftrainer zu kontaktieren. Denn eigentlich wollen Sie doch nur in Ruhe und Frieden Golf spielen.

Bei dieser komplexen Sportart kann eine Hilfestellung im technischen und im mentalen Bereich eine enorme Befreiung sein, da die Stress- und Druckbelastung in vielen Situationen auf ein weiteres Paar professioneller Schultern verteilt werden kann. Geteiltes Leid ist bekanntermaßes nur halbes Leid. Ein Trainer oder ein Coach können im Prozess des Golftrainings individuelle Unterstützung geben.

Der Unterschied zwischen einem Golftrainer, der seinem Schüler die technische Hilfestellung zukommen lässt, um bestimmte Bewegungen korrekt auszuführen, wird der Golfcoach seinem Schüler keine direkten Lösungsvorschläge unterbreiten, sondern anregen, sich bestimmte Ziele zu setzen und eigene Wege zur Klärung zu entwickeln. Auch in der Spielplanung und Vorbereitung ist diese Unterstützung im mentalen Bereich der Königsweg, um die Förderung der Selbstreflexion in der Selbstwahrnehmung zu stärken. Durch das Bewußtsein, in bestimmten Handlungssituationen die Verantwortung und das Vertrauen in die eigene Stärke zu entwickeln, ist es möglich, Blockade- und Stresssituationen zu überwinden und das Handicap purzeln zu lassen.

Golfcoaching ist weder Psychotherapie, noch Mentoring, sondern eine Form von geführter und geoordneter Selbsthilfe und unterscheidet sich somit vom herkömmlichen Golftraining im technischen Sinne.

Die wichtigsten Formen im Coaching sind folgende Punkte:

• Ergebnisorientierte Situationsanalyse

• Zielklärung

• Ressourcenaktivierung

• Umsetzungsunterstützung

• Affekt- und Wertschätzungsaktivierung

Professionelle Leistungsspieler die mit Golf ihren Lebensunterhalt verdienen, setzen bereits seit einigen Jahren auf den mentalen Aspekt dieses Trainings und beschreiben dies als wichtigste Entwicklungsmaßnahme in ihrem Leben. Nicht umsonst sind Coaches wie Bob Rotella zum Beispiel gefragte Experten, wenn bei einem Golfer ein Leistungsabbruch zu verzeichnen ist aber der Grund nicht auf Anhieb gefunden werden kann. Oft liegt der Leistungsabbruch nicht im negativen Aspekt des technischen Trainings, sondern im mentalen Bereich. Zuviel Erfolgsdruck. Zu wenig Selbstvertrauen in das eigene Spiel bzw. Können sind die meisten Ursachen.

Für einen Coach ist das begleiten eines Spielers viel umfangreicher, als wie es bei einem Trainer der Fall ist, der sich um Schwungbewegungen und technische Abläufe seines Schülers kümmern muß. Ein Sportmentalcoach hat vier wichtige Faktoren im Blick und alle müssen gleichwertig behandelt werden:

• Die Person als Schüler

• Das Umfeld (Team) des Schülers (Familie / Lebensverhältnisse)

• Die Selbstorganisation des Schülers (Vorbereitung / Planung)

• Der Gesamtkontext all vorheriger Fakten in Zusammenwirkung auf den Schüler

Es soll jedoch nicht der Eindruck entstehen, dass ein Coach besser oder schlechter ist als ein Golftrainer. Es soll hier lediglich aufgezeigt werden, das seine Arbeit sich eklatant von dem technischen Aspekt unterscheidet, jedoch in seiner Wertigkeit und dem wichtigen Einfluß, den es auf die Leistungsfähigkeit des Golfschülers hat, von immenser Bedeutung ist.

Ein Turnier wird nicht gewonnen, weil jemand nahe am perfekten technischen Schwung ist, sondern weil seine mentale Bewußtseinshaltung ihn in die Lage versetzt, diesen fast perfekten Schwung fehlerfrei auszuführen.

Interessant ist dabei zu beobachten, dass der normalsterbliche Spieler immer noch viel mehr Zeit damit verbringt sich eher auf den technischen Aspekt zu konzentrieren, als auf den mentalen. Erst langsam sickert es tröpfchenweise in die Köpfe des Golfsports, dass gerade die mentale Seite, einen ebenso wichtigen Anteil am Erfolg eines Spielers hat, wie der technische Aspekt. Gerade bei Spielern, die sich seit längerer Zeit auf einem Trainingsplateau befinden und in Ihrer Entwicklung stagnieren, profitieren durch Training im mentalen Bereich am ehesten von einer positiven Geisteshaltung im Spiel, wenn es wieder einmal besonders schwer wird und das Spiel zu kippen droht.

Schon früh kann ein Golftrainer erkennen, ob sein Schüler eher im technischen oder mentalen Bereich eine helfende Hand benötigt und hier wäre es wünschenswert, wenn Trainer und Coach enger zusammenarbeiten würden. Das hilft dem Spieler in seiner Entwicklung und weder Trainer noch Coach befinden sich in einer Konkurrenzsituation zueinander.

Das Schlüsselwort ist hier die „symbiotische“ Verbindung beider Trainingsaspekte.

Warum und das soll die Abschlußfrage an Sie sein geschätzter Leser, machen es sich die Freizeit- und Wochenendgolfer im Spiel so schwer und vernachlässigen diesen Aspekt des mentalen Trainings, wenn im Profisport durchschlagende Erfolge damit erzielt werden?

Golf einmal kontrafaktisch..

Jeder denkt einmal über seine Golfrunde nach, wo der entscheidene Putt nicht fiel und mit dem er das Golfturnier hätte gewinnen können oder warum der letzte Schlag im Bunker landen mußte.

Der Gedanke an die Situation „was wäre wenn“ begleitet wohl jeden Spieler öfter nach seiner Runde, als ihm lieb sein kann, denn, wäre der Schlag nicht im Aus gelandet oder der Putt zu kurz geblieben, hätte man sein Handicap unterspielen können etc etc.

Die Psychologen nennen dieses Verhalten zu einem alternativen Szenario:

„kontrafaktisches Denken“.

Diese Fähigkeit, sich gedanklich aus einer unbefriedigen Situation zu befreien, ist nur beim Menschen bekannt und gilt dazu sein Ego bzw. das „Ich“ in einem besseren Licht vorzustellen.

Mit dieser Fähigkeit kann der Mensch und dies ist besonders bei vielen Golfern zu beobachten, sein angeknackstes Selbstvertrauen nach einer Golfrunde reparieren, weil dieser sich vorstellt, das es hätte klappen können, wenn, ja wenn dies oder jenes nicht passiert wäre, was ihm an seinem Erfolg gehindert hätte.

Dieses kontrafaktische Denken begegnet uns oft auch im Alltagsleben und ist nicht nur bei Golfern beliebt. Denn, wenn wir unser Lebens als Ganzes betrachten, versuchen wir, sofern wir in ein besonderes Ereignis geraten, sei es nun gut oder schlecht, diesem einen Sinn zu geben, sobald wir eine Entscheidung getroffen haben. Ob diese Entscheidung nach einem Ereignis nun gut oder schlecht war, sieht ein Mensch immer erst rückblickend, ähnlich wie nach einem Abschlag beim Golf, wenn der Ball gelandet ist.

Die Vorstellung, was wäre passiert, wenn ich mich anders entschieden hätte, ist reizvoll aber sinnlos, denn wie im Spiel, können wir den Flug des Balles und auch seine Landung nicht beeinflussen. Doch durch dieses kontrafaktische Denken geben wir unserem Ego die Möglichkeit uns von der Vorstellung zu entlasten, das nicht „wir“ Schuld sind, sondern das Schicksal es in diesem Moment so vorgesehen hatte, das dies oder jenes hatte passieren müssen. Im Clubhaus kann ein Spieler dann jedoch „kontrafaktisch“ gut erklären, das wenn der Ball nicht zu weit geflogen wäre, beinahe das Turnier gewonnen hätte.

Wenn es dem Golfspieler nicht gelingt und hier sind meistens die Wochenend- und Freizeitgolfer im Spiel davon betroffen, seine Wunschrunde nicht verwirklichen zu können, wird die verbrachte Zeit als Verschwendung betrachtet. Nicht selten gehen dann diese Spieler gefrustet und zumeist schlecht gelaunt nach dem Spiel zum Auto oder verlassen das Turnier vor der Siegerehrung, um sich nicht der vermeintlich gefühlten Demütigung der Ergebnisverlautbarung stellen zu müssen, denn eigentlich spielt man ja viel besser, wenn….

Die Turnierprofis hingegen, die ihren Unterhalt mit dem Golfspielen verdienen müssen, haben sehr schnell gelernt, meist in den Anfangsjahren im Profizirkus, das kontrafaktische Denken abzustellen und eine schlechte Runde gedanklich abzuhaken bzw. sich nicht in dem „was wäre wenn“ Gedanken zu verlieren.

Natürlich bereut ein Spieler einen Schlag, der nicht so geflogen oder gelandet ist wie er sich das vorgestellt hat, doch entscheidend in dieser Situation ist etwas ganz anderes. Wenn wir ein nicht erreichtes Ziel oder eine verpasste Chance bereuen, können wir, statt kontrafaktisch zu verharren, darüber nachdenken, analysieren und lernen, was wir tun, wenn wir wieder in die gleiche Situation geraten. Wichtig ist hier die gedankliche Weiterentwicklung und nicht das verharren in Angst oder dem Schicksalsglauben, dass hier sowieso kein PAR zu gewinnen ist.

Auch die Einstellung zu realistischen Zielen ist ein Meilenstein in der persönlichen Entwicklung eines Golfspielers und man sich darüber klar wird, dass an diesem langen Loch ein Schlag mehr nötig ist, weil man eben noch nicht bereit ist, es in vier Schlägen zu spielen und realistisch fünf Schläge benötigt. Auch hier ist kontrafaktisches Denken eher hinderlich, wenn man sich Schläge vorstellt, wie es hätte sein können, nur vier Schläge statt fünf zu benötigen.

Unerreichbare Vorbilder im Golf oder Fantasieschläge begünstigen kontrafaktisches Denken und das spätere Selbstmitleid im Clubhaus bei den Golfkameraden. Gehen Sie als Golfer nicht in die Falle der Selbsttäuschung und nehmen Sie sich lieber selbst zum Maßstab, wo Sie sich auf dieser Runde verbessern konnten.

Durchbrechen Sie das Muster des Selbstmitleides / kontrafaktisches Denken und konzentrieren Sie sich auf die gelungene Schläge auf die Sie stolz sein können, dann klappt es beim nächsten Mal auch mit dem Score und dem kleineren Handicap.

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