Schlagwort: Golfcoach

Niemand muss seinen Holzweg zu Ende gehen!

Zwei interessante Artikel aus der Golftime Februarausgabe haben mich nach langer Zeit wieder einmal inspiriert, einen kurzen Blogeintrag, bezüglich dem Golfpspiel zu schreiben.

In einem Interview, welches mit Tom Fleetwood geführt wurde, spricht dieser über das Auf- und Ab seines Spiels und wie er beinahe aus Frustration sein Profispiel an den Nagel gehängt hätte. Ich bin der festen Überzeugung, dass wir alle, die dieses Spiel spielen, bereits einmal an diesem Punkt waren und uns sagten – ich hasse es, ich höre auf. Einige Spieler taten es wirklich, viele andere schmollten eine Woche und holten danach das Bag und die Schläger wieder aus der Garage, respektive dem dunklen Keller.

Tom Fleetwood erkannte, dass er in seiner Krisenzeit zu seinen Golfursprüngen zurückkehren musste, da er sein Golfsystem bzw. Golfschwung verändert hatte, mit dem er jedoch gar nicht klar kam aber meinte, eine Verbesserung erzielen zu können.

Der besagte Holzweg!

Tatsächlich rutschte Tom Fleetwood in der Weltrangliste ab, verpasste wichtige Cuts und die erhoffte Leistungssteigerung trat nicht ein. Am Ende kehrte er zu seiner ursprünglichen Schwungtendenz zurück und es folgten viele, wichtige Erfolge. Sein Spiel wurde stabil, zuverlässig und er kletterte die Weltrangliste wieder hinauf.

Eine Umkehr ist manchmal schmerzhaft aber immer möglich!

Diese Erkenntnis können auch wir Freizeit- und Wochenendspieler nutzen, in dem wir auf unsere Stärken im Spiel vertrauen und diese auch in unserem Spiel einfließen lassen. Wenn wir wissen, dass wir mit dem Driver 30m weiter schlagen, als mit allen anderen Schlägern aber nur eine 50% Wahrscheinlichkeit haben das Fairway zu treffen , mit dem Holz aber 8 von 10 Bällen auf dem Fairway ablegen, sollten wir unserem Longhitter Ego eine Absage erteilen und auf das alt bewährte Holz zurückgreifen, auch wenn wir damit ein paar Meter kürzer liegen. Das gleiche gilt natürlich auch für Ihr ureigenes Schwungbild. Wechseln Sie nicht ohne Not ein funktionierendes System, so sagt es auch Tom Fleetwood in seinem Interview.

Der zweite Artikel, der mich in der Golftime ansprach, war ein Interview mit dem ehemaligen Leistungssportler Werner Reischl, der mit den Namen Score Coaching und Kopfflüsterer versehen wurde.

Werner Reischl wies daraufhin, dass die eigene Leistungsstärke im Golfsport sehr stark von der individuellen Kopfleistung abhängt. Tatsächlich stimmt es, dass das eigene HCP dramatisch verändert werden kann, wie ich es auch an meinen eigenen Kursteilnehmern sehe, wenn diese mit dem richtigen mentalen Handwerkszeug auf die Runde gehen und davon Gebrauch machen. Der innere Dialog mit sich Selbst trägt entscheidend zu den Ergebnissen auf dem Platz bei und wirklich jeder Golfspieler, kann, sofern er es für sich erkennt, abseits der Technik dazu beitragen,  Schläge intuitiv umzusetzen und die Big Points zu erspielen.

Auch wenn ich mich in diesem Fall wiederhole, wenn Sie schon nicht die Zeit haben, soviel zu trainieren wie die Profis und auch nicht so spielen wie Ihre Golfhelden, so können Sie doch wenigstens die Erfolgsrezepte übernehmen und diese in Ihrer Trainingszeit übernehmen. Jede gespielte Trainingseinheit bringt Sie Ihrem Ziel besser zu spielen ein Stück näher und wird die Basis zu mehr Gelassenheit auf dem Platz. Ihre Stärken und Ihre mentale Einstellung sind das Fundament eines niedrigen Scores.

Versuchen Sie es und Glauben Sie an das Golfhandicap was noch nicht ist,

damit es werden kann!

Ich mache was ich will – mein Körper auch?

Wäre es nicht Klasse, wenn Sie in ein Turnier mit dem nötigen Selbstvertrauen starten würden, mit der Gewißheit, sich auf die eigene Leistungsstärke zu 100% verlassen zu können?

Wäre es nicht wunderbar, auch dann schwierige Ballagen zu meistern, wenn es mit Abschlag nicht so geklappt hat?

Und wäre es nicht ein tolles Gefühl, am Vorabend eines Turniers oder einer wichtigen Golfpartie endlich durchzuschlafen, ohne sich Gedanken darüber zu machen, was am nächsten Tag alles schief gehen kann?

Sollten Sie alle diese Gefühle und Bedenken haben, wenn Sie auf den Platz gehen und die innere Stimme wiederholt leicht genervt immer wieder fragt…warum mach ich das hier eigentlich…. dann ist es Zeit, sich zu Fragen einen Coach oder einen Golftrainer zu kontaktieren. Denn eigentlich wollen Sie doch nur in Ruhe und Frieden Golf spielen.

Bei dieser komplexen Sportart kann eine Hilfestellung im technischen und im mentalen Bereich eine enorme Befreiung sein, da die Stress- und Druckbelastung in vielen Situationen auf ein weiteres Paar professioneller Schultern verteilt werden kann. Geteiltes Leid ist bekanntermaßes nur halbes Leid. Ein Trainer oder ein Coach können im Prozess des Golftrainings individuelle Unterstützung geben.

Der Unterschied zwischen einem Golftrainer, der seinem Schüler die technische Hilfestellung zukommen lässt, um bestimmte Bewegungen korrekt auszuführen, wird der Golfcoach seinem Schüler keine direkten Lösungsvorschläge unterbreiten, sondern anregen, sich bestimmte Ziele zu setzen und eigene Wege zur Klärung zu entwickeln. Auch in der Spielplanung und Vorbereitung ist diese Unterstützung im mentalen Bereich der Königsweg, um die Förderung der Selbstreflexion in der Selbstwahrnehmung zu stärken. Durch das Bewußtsein, in bestimmten Handlungssituationen die Verantwortung und das Vertrauen in die eigene Stärke zu entwickeln, ist es möglich, Blockade- und Stresssituationen zu überwinden und das Handicap purzeln zu lassen.

Golfcoaching ist weder Psychotherapie, noch Mentoring, sondern eine Form von geführter und geoordneter Selbsthilfe und unterscheidet sich somit vom herkömmlichen Golftraining im technischen Sinne.

Die wichtigsten Formen im Coaching sind folgende Punkte:

• Ergebnisorientierte Situationsanalyse

• Zielklärung

• Ressourcenaktivierung

• Umsetzungsunterstützung

• Affekt- und Wertschätzungsaktivierung

Professionelle Leistungsspieler die mit Golf ihren Lebensunterhalt verdienen, setzen bereits seit einigen Jahren auf den mentalen Aspekt dieses Trainings und beschreiben dies als wichtigste Entwicklungsmaßnahme in ihrem Leben. Nicht umsonst sind Coaches wie Bob Rotella zum Beispiel gefragte Experten, wenn bei einem Golfer ein Leistungsabbruch zu verzeichnen ist aber der Grund nicht auf Anhieb gefunden werden kann. Oft liegt der Leistungsabbruch nicht im negativen Aspekt des technischen Trainings, sondern im mentalen Bereich. Zuviel Erfolgsdruck. Zu wenig Selbstvertrauen in das eigene Spiel bzw. Können sind die meisten Ursachen.

Für einen Coach ist das begleiten eines Spielers viel umfangreicher, als wie es bei einem Trainer der Fall ist, der sich um Schwungbewegungen und technische Abläufe seines Schülers kümmern muß. Ein Sportmentalcoach hat vier wichtige Faktoren im Blick und alle müssen gleichwertig behandelt werden:

• Die Person als Schüler

• Das Umfeld (Team) des Schülers (Familie / Lebensverhältnisse)

• Die Selbstorganisation des Schülers (Vorbereitung / Planung)

• Der Gesamtkontext all vorheriger Fakten in Zusammenwirkung auf den Schüler

Es soll jedoch nicht der Eindruck entstehen, dass ein Coach besser oder schlechter ist als ein Golftrainer. Es soll hier lediglich aufgezeigt werden, das seine Arbeit sich eklatant von dem technischen Aspekt unterscheidet, jedoch in seiner Wertigkeit und dem wichtigen Einfluß, den es auf die Leistungsfähigkeit des Golfschülers hat, von immenser Bedeutung ist.

Ein Turnier wird nicht gewonnen, weil jemand nahe am perfekten technischen Schwung ist, sondern weil seine mentale Bewußtseinshaltung ihn in die Lage versetzt, diesen fast perfekten Schwung fehlerfrei auszuführen.

Interessant ist dabei zu beobachten, dass der normalsterbliche Spieler immer noch viel mehr Zeit damit verbringt sich eher auf den technischen Aspekt zu konzentrieren, als auf den mentalen. Erst langsam sickert es tröpfchenweise in die Köpfe des Golfsports, dass gerade die mentale Seite, einen ebenso wichtigen Anteil am Erfolg eines Spielers hat, wie der technische Aspekt. Gerade bei Spielern, die sich seit längerer Zeit auf einem Trainingsplateau befinden und in Ihrer Entwicklung stagnieren, profitieren durch Training im mentalen Bereich am ehesten von einer positiven Geisteshaltung im Spiel, wenn es wieder einmal besonders schwer wird und das Spiel zu kippen droht.

Schon früh kann ein Golftrainer erkennen, ob sein Schüler eher im technischen oder mentalen Bereich eine helfende Hand benötigt und hier wäre es wünschenswert, wenn Trainer und Coach enger zusammenarbeiten würden. Das hilft dem Spieler in seiner Entwicklung und weder Trainer noch Coach befinden sich in einer Konkurrenzsituation zueinander.

Das Schlüsselwort ist hier die „symbiotische“ Verbindung beider Trainingsaspekte.

Warum und das soll die Abschlußfrage an Sie sein geschätzter Leser, machen es sich die Freizeit- und Wochenendgolfer im Spiel so schwer und vernachlässigen diesen Aspekt des mentalen Trainings, wenn im Profisport durchschlagende Erfolge damit erzielt werden?

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