Schlagwort: Drucksituation

Die Akzeptanz des Unmöglichen

Mentaltraining für Golfspieler

Ob es sich um einen verregneten Golfurlaub handelt, einen verschobenen Golfputt aus 10 Zentimetern oder einen Flightpartner, der uns mit seinen Weisheiten den letzten Nerv raubt – was es auch ist, wenn das Golferleben mit uns Achterbahn fährt, dann hilft nur die Akzeptanz des Unglaublichen.

Das kann nicht sein. Das darf nicht sein, diese Sätze kennt einjeder der von uns im Golfsport verhaftet ist. Wir weigern uns zu akzeptieren, dass es Dinge gibt, die uns aus der Bahn werfen, im Leben wie im Golf. Den Menschen fällt es schwer, mit Enttäuschungen, unangenehmen Gefühlen, nicht erfüllten Erwartungen an sich oder andere umzugehen, geschweige denn, diese zu akzeptieren.

Wenn uns etwas nicht gefällt oder etwas uns sehr belastet, fallen wir zurück in ein Muster das 3 Dinge beinhaltet:

  • Widerstand es zu akzeptieren, obwohl es geschehen ist – wird zur Belastung
  • Jammern und Klagen, in einer Schleife, weil es uns widerfahren ist – bringt uns zum Stillstand
  • Kampf dem Unglaublichen, es ändern zu wollen, obwohl es aussichtlos ist – vergeudet Energie

Doch Situationen so anzunehmen wie sie sind, ist ein vierter Punkt in unserem Verhaltensmuster, dem wir nur sehr selten folgen, besonders im Golf.

Unsere Generation oder auch das angelernte Verhalten im Leben, trimmt uns in der Gesellschaft auf Machbarkeit, Kontrolle von Situationen und brutale Selbstoptimierung, das wir glauben, im Leben wie im Golf, das jedes Problem lösbar ist. Die akzeptierende Haltung haben wir verlernt oder nicht beigebracht bekommen.

Dabei kann eine solche Haltung von Akzeptanz, insbesondere im Golf „nach dem Schlag“, denn ab dort können wir weder die Flugumstände des Balles, noch seine Landung beeinflussen, einen positiven und enlastenden psychischen Einfluss haben. Es würde zum Beispiel verhindern, dass Putter oder Driver über dem Knie zerbrochen werden oder in rasender Wut ein ganzes Bag im Teich versenkt wird.

Weder das zerbrechen des Schlägers, noch das versenkte Bag ändern übrigens etwas an der Ballage unseres Golfballs oder an dem Ergebnis des Schlages. Die akzeptierende Haltung würde an dem Ergebnis zwar auch nichts ändern aber wir hätten mehr Spass am Golf und müßten weniger neue Schläger und Bags kaufen. Auch der Frustfaktor würde erheblich sinken und möglicherweise mehr Golfer helfen sich in diesem komplexen Sprt weiterhin verbunden zu fühlen, statt einfach aufzugeben.

Doch wie lernt ein Golfer die notwendige Akzeptanz?

Erst einmal klingt es befremdlich, etwas anzunehmen, was irgendwie nicht anzunehmen möglich ist, schließlich ist der Mensch und besonders wir Golfer, ein Kochtopf voll an Emotionen, die ab einer gewissen Temperatur oder Bälle im Wasser, anfangen zu kochen.

Einfach loslassen, sagt der eine, Dinge annehmen, sagt der andere aber geht das wirklich? Wie soll ich etwas loslassen oder annehmen, wenn meine Gefühle mich überkommen? Aber wie soll ich die Zukunft (der kommende Schlag) mit beiden Händen annehmen, wenn ich mit beiden Händen (dem Ärger) noch die Vergangenheit, festhalte? Ich habe keine Hand frei, wenn ich so spiele.

Die akzeptierende Haltung ist nichts, was man in einer einzigen Mentaltrainingstunde lernen kann, sondern ein schwieriger, langwieriger und komplexer Prozess. Der Dreh- und Angelpunkt sind die eigenen Gefühle und sich darüber im Klaren zu werden, dass man in gewissen Situationen überkocht. Ein bißchen wie in der Selbsthilfegruppe bei Alkohol- und Drogenabhängigen:

Das Eingeständnis, dass man selbst nicht immer cool bleiben kann und zugeben, ja, ich ärgere mich oder ja, wenn mir im Golf etwas mißlingt, erfasst mich die blanke Wut.

So einfach wie das klingt, es vor sich Selbst zuzugeben oder gar vor anderen Mitspielern, ist gefühlsmäßige Schwerstarbeit. Eine Offenbarung des fehlbaren Selbst. Sie geben nämlich zu, sich nicht unter Kontrolle zu haben! Das kann nicht jeder aber ist ein wichtiger Schritt zum erlernen der akzeptierenden Haltung.

Der nächste Schritt fängt damit an, sich klar zu machen, wann diese Gefühlsausbrüche auftreten und selbst zu bewerten, ob es einen derartigen Gefühlsausbruch erforderlich macht oder es sich doch eher um eine Marginale handelt, die den erhöhten Blutdruck nicht wert ist. Das wahrnehmen von so genannten Mini-Enttäuschungen auf dem Golfplatz, sind ein gutes Übungsfeld, um die ersten erfolgreichen Schritte zu tätigen.

Hier können die ersten Weichen gestellt und erlernt werden, dass so manche Ballage es nicht wert ist, sich darüber aufzuregen, denn so schlecht liegt er gar nicht bzw. die Einsicht bekommen, dass eine Veränderung im nachhinein nicht möglich ist. Gemäß der buddhistischen Weisheit:

Wenn du ein Problem hast aber eine Lösung weißt, musst du dich nicht sorgen und wenn du keine Lösung für ein Problem hast, dann kannst du nichts tun, um es zu lösen und musst dich nicht folglich auch nicht sorgen.

Es klingt etwas skurril, man sorgt sich trotzdem oder Sie lernen eine akzeptierende Haltung und bereiten den nächsten, bestmöglichen Schlag vor, um den Ball auf das ersehnte Grün zu bringen. Die Vergangenheit mit beiden Händen loslassen und die Zukunft mit beiden Händen gestalten.

Ein schönes Bild – schließen Sie einmal die Augen und stellen Sie sich vor, wie das Aussehen könnte!?

Den Golfern, denen es gelingt sich für Ihre Gefühle zu sensibilisieren, werden merken, dass Sie eine wertvolle Handlungsfreiheit bekommen, wie Sie denn fühlen möchten. Sie entscheiden plötzlich, ob Sie sich aufregen wollen, es im Spiel ausleben und sich für den nächsten Schlag selbst durch die aufkommende Verspannung der Muskulatur selbst behindern oder es akzeptieren wollen, um für den nächsten Golfschlag den Geist und die Muskeln frei zu bekommen.

Mit zunehmender akzeptierender Haltung werden Sie immer ruhiger und die Gefühle kochen nicht mehr so schnell über. Bei 18 Loch werden Sie sehr schnell merken, wann Ihnen wieder der Geduldsfaden reißt und die Akzeptanz aufgegeben wird aber je öfter Sie diese innerliche Haltung der Akzeptanz einüben, um so mehr Löcher werden Sie auf dem Golfplatz ohne aufschäumende Gefühle schaffen.

Jeder Golfer sollte lernen, damit umzugehen, dass er nicht jeden Schlag auf der Runde sauber ausführen wird und sich gelegentlich ein Fehlschlag einschleicht. Solche Wahrheiten anzunehmen, insbesondere über sich selber, sind schwer und wird dem einem leichter fallen als dem Anderen.

Mit der Ausrichtung an den eigenen Werten im Golf und Ihren Gefühlen können Sie klare Leitlinien setzen und entscheiden, was es Ihnen wert ist, in diesem Moment auszuflippen oder die Ruhe zu bewahren und die Runde sauber nach Hause zu bringen. Der erste Schritt beginnt mit der Akzeptanz seiner Gefühle und wie man als Golfer diesen unterworfen ist, alles andere folgt in kleinen Schritten danach

Glauben Sie an das, was noch nicht ist, damit es werden kann – Sie bestimmen Ihren Weg.

Das Karma meines Flightpartners

Inspiriert durch eine Begegnung auf einem bekannten Social Media Portal und der Fortführung des roten Erzählerfadens aus meiner bisherigen Artikelreihe, möchte ich mich demThema „Flightpartner“ und „Emotionen“ widmen.

Die eigenen Gefühle im Zaum zu halten beim Golfspiel oder in einem Turnier, wo der Druck meistens besonders hoch ist und die Zweifel, die einen beschleichen können an den eigenen Spielfähigkeiten, kommt oft die Stimmungskomponente der Flightpartner hinzu, die einen während der Runde begleiten.

Diese Spielpartner können eine wertvolle Ressource sein und einen motivieren oder im schlimmstenfall ein grausamer Alptraum, der bis zu 18 Loch anhalten kann. Das es sich besser mit einem Flightpartner spielen läßt, der einen motiviert, versteht sich von selbst aber wie geht man mit einem Menschen um, der das nicht tut.

Mit einem Flightpartner zu spielen, der durch sein Verhalten demotivierend wirkt und Sie somit auch in Ihrer Gefühlswelt beeinträchtigt, läßt sich nur schwer auskommen und begegnen. Ausserhalb des Golfspiels können Sie so einem Negativ-Individuum einfach aus dem Weg gehen, in dem Sie den Kontakt vermeiden, doch in einem Flight ist das nur schwerlich möglich. Was dort Ihre Strategie sein sollte, möchte ich Ihnen anhand einer Geschichte erzählen, die ich kürzlich in einem Buch des Dalai Lama las und auch im Golf praktische Anwendung finden kann.

Keine Sorge, es wird nicht allzu sehr spirituell, sondern ist ein wundervoller Weg einer Person, die seinen „Inneren Frieden“ verloren hat, im Spiel oder auch im Leben und dadurch möglicherweise in das Golfspiel abstrahlt, mit positiver Stärke zu begegnen.

Nehmen wir einmal an, dass Ihr Nachbar Sie nicht mag und immerfort Probleme bereitet. Wenn Sie nun Ihrerseits dem Nachbarn gegenüber Wut- und negative Gefühle entwickeln, so beeinträchtigt dies Ihr seelisches Gleichgewicht, läßt Sie schlecht schlafen, verursacht Ängste und Sorgen, kurzum, es schadet Ihrem Körper. Darunter leidet Ihr Gefühlsleben und auf lange Sicht bekommen Sie Gesundheitsprobleme. Die einzige Person, die von diesen Leiden profitiert ist Ihr Nachbar, da er sein Ziel erreicht hat Sie negativ zu beeinflussen und Ihnen zu Schaden. Ohne das Ihr Nachbar handgreiflich werden mußte, hat dieser sein Ziel erreicht.

Gelingt es Ihnen hingegen weiter zufrieden, heiter und gelassen zu sein und sich von diesen negativen Gefühlen nicht anstecken zu lassen, bleiben Sie innerlich ruhig und in der geistigen Mitte. Sie haben wesentlich mehr Erfolg, wenn Sie diese negative Energie als Ansporn nehmen, um besonders viel Spass im Leben zu haben. Der Schaden bleibt bei dem Verursacher und kann Sie nicht berühren. Der Nachbar erkrankt an dem eigenen Gift welches er zu sich genommen hat.

Dieses „transformieren“ der schlechten Stimmung Ihres Flightpartners in positive Energie für Ihr Spiel ist natürlich nicht von heute auf Morgen zu lernen und Bedarf eines gewissen Trainings aber am Ende zahlt es sich für Sie ganz erheblich im eigenen Spiel aus. Die Nachsicht und Geduld mit Ihrem negativen Flightpartner ist kein Zeichen von Schwäche, sondern zeugt von Ihrer inneren Stärke die Sie in sich tragen. Möglicherweise kann der Flightpartner auch an Ihnen wachsen und für Sie kann es eine willkommene Gelegenheit sein, sich selbst weiter zu entwickeln. So gesehen ist der alptraumhafte Flightpartner oder der Mensch, der Ihnen im Leben begegnet, ein unfreiwilliger Lehrer.

Auch die Person, der ich in diesem blauen Social Media Portal begegnet bin, war somit ein Lehrer für mich. Ohne ihn wäre dieser Artikel nicht entstanden und kann somit all jenen eine Hilfe sein, die Menschen begegnen, deren Karma aus den Fugen geraten ist. Geben wir Ihnen durch unsere innere Stärke die Möglichkeit zu wachsen, damit Sie im Spiel oder aber auch im Leben das Gleichgewicht wieder finden.

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