Unser Blog

Das Karma meines Flightpartners

Inspiriert durch eine Begegnung auf einem bekannten Social Media Portal und der Fortführung des roten Erzählerfadens aus meiner bisherigen Artikelreihe, möchte ich mich demThema „Flightpartner“ und „Emotionen“ widmen.

Die eigenen Gefühle im Zaum zu halten beim Golfspiel oder in einem Turnier, wo der Druck meistens besonders hoch ist und die Zweifel, die einen beschleichen können an den eigenen Spielfähigkeiten, kommt oft die Stimmungskomponente der Flightpartner hinzu, die einen während der Runde begleiten.

Diese Spielpartner können eine wertvolle Ressource sein und einen motivieren oder im schlimmstenfall ein grausamer Alptraum, der bis zu 18 Loch anhalten kann. Das es sich besser mit einem Flightpartner spielen läßt, der einen motiviert, versteht sich von selbst aber wie geht man mit einem Menschen um, der das nicht tut.

Mit einem Flightpartner zu spielen, der durch sein Verhalten demotivierend wirkt und Sie somit auch in Ihrer Gefühlswelt beeinträchtigt, läßt sich nur schwer auskommen und begegnen. Ausserhalb des Golfspiels können Sie so einem Negativ-Individuum einfach aus dem Weg gehen, in dem Sie den Kontakt vermeiden, doch in einem Flight ist das nur schwerlich möglich. Was dort Ihre Strategie sein sollte, möchte ich Ihnen anhand einer Geschichte erzählen, die ich kürzlich in einem Buch des Dalai Lama las und auch im Golf praktische Anwendung finden kann.

Keine Sorge, es wird nicht allzu sehr spirituell, sondern ist ein wundervoller Weg einer Person, die seinen „Inneren Frieden“ verloren hat, im Spiel oder auch im Leben und dadurch möglicherweise in das Golfspiel abstrahlt, mit positiver Stärke zu begegnen.

Nehmen wir einmal an, dass Ihr Nachbar Sie nicht mag und immerfort Probleme bereitet. Wenn Sie nun Ihrerseits dem Nachbarn gegenüber Wut- und negative Gefühle entwickeln, so beeinträchtigt dies Ihr seelisches Gleichgewicht, läßt Sie schlecht schlafen, verursacht Ängste und Sorgen, kurzum, es schadet Ihrem Körper. Darunter leidet Ihr Gefühlsleben und auf lange Sicht bekommen Sie Gesundheitsprobleme. Die einzige Person, die von diesen Leiden profitiert ist Ihr Nachbar, da er sein Ziel erreicht hat Sie negativ zu beeinflussen und Ihnen zu Schaden. Ohne das Ihr Nachbar handgreiflich werden mußte, hat dieser sein Ziel erreicht.

Gelingt es Ihnen hingegen weiter zufrieden, heiter und gelassen zu sein und sich von diesen negativen Gefühlen nicht anstecken zu lassen, bleiben Sie innerlich ruhig und in der geistigen Mitte. Sie haben wesentlich mehr Erfolg, wenn Sie diese negative Energie als Ansporn nehmen, um besonders viel Spass im Leben zu haben. Der Schaden bleibt bei dem Verursacher und kann Sie nicht berühren. Der Nachbar erkrankt an dem eigenen Gift welches er zu sich genommen hat.

Dieses „transformieren“ der schlechten Stimmung Ihres Flightpartners in positive Energie für Ihr Spiel ist natürlich nicht von heute auf Morgen zu lernen und Bedarf eines gewissen Trainings aber am Ende zahlt es sich für Sie ganz erheblich im eigenen Spiel aus. Die Nachsicht und Geduld mit Ihrem negativen Flightpartner ist kein Zeichen von Schwäche, sondern zeugt von Ihrer inneren Stärke die Sie in sich tragen. Möglicherweise kann der Flightpartner auch an Ihnen wachsen und für Sie kann es eine willkommene Gelegenheit sein, sich selbst weiter zu entwickeln. So gesehen ist der alptraumhafte Flightpartner oder der Mensch, der Ihnen im Leben begegnet, ein unfreiwilliger Lehrer.

Auch die Person, der ich in diesem blauen Social Media Portal begegnet bin, war somit ein Lehrer für mich. Ohne ihn wäre dieser Artikel nicht entstanden und kann somit all jenen eine Hilfe sein, die Menschen begegnen, deren Karma aus den Fugen geraten ist. Geben wir Ihnen durch unsere innere Stärke die Möglichkeit zu wachsen, damit Sie im Spiel oder aber auch im Leben das Gleichgewicht wieder finden.

Es ist was es ist…ein Spiel

All unserer Spielerfahrung liegt, ob wir uns dessen nun bewußt sind und darüber nachdenken oder nicht, eine große Frage zugrunde – die Frage nach dem Sinn des Spiels.

Der Sinn und Zweck unseres Golfspiels besteht nach meiner Überzeugung darin glücklich und zufrieden mit uns selbst zu sein, während und nach dem Spiel. Dieser Wunsch nach der Zufriedenheit und das Glück zu erleben, welches ab dem ersten Abschlag auf uns wartet, ist eben keine leichte Aufgabe und steht meistens unserem wirklichen Können entgegen.

Die menschlichen Emotionen während einer Golfrunde sind oft überaus kraftvoll und überwältigen jeden Golfspieler an einem der achtzehn Löcher und die Folgen sind zumeist für das weitere Spiel katastrophal.

Wenn wir zum Beispiel Wut oder Frustration empfinden, denken wir vielleicht, das wir jetzt erst Recht angreifen müssen und verstärken unsere Entschlossenheit in einem ungesunden Maße. Wir glauben, jetzt noch härter zuschlagen zu müssen, damit der Ball noch weiter fliegt, um die Meter gut zu machen, die wir gerade verloren haben. Beim genauen Hinschauen wird aber deutlich, dass die negativen Emotionen unsere Spielerfahrungen trüben und uns für die richtige Platzstrategie blind machen. Wir gehen nicht mehr besonnen vor, sondern unser Vorgehen hat fortwährende negative Auswirkungen auf unser weiteres Spiel.

Vom Augenblick des ersten Abschlages möchte jeder Golfspieler auf dem Platz eine schöne Runde spielen und niemand möchte Frustration empfinden oder seine Bälle im Aus suchen. Im Kern unserer Golfrunde hegen wir den tief empfunden Wunsch das gesamte Potential unseres spielerischen Könnens auf der Runde zum Einsatz bringen zu können.

Da alle Golfspieler über Empfindungen und eigene Erfahrungen verfügen und wir mehr sind, als unsere Ausrüstung, so modern und fehlerverzeihend sie auch sein mag, können alle diese technischen Errungenschaften unser Golfleid weder lindern, noch das Bedürfnis nach dem perfekten Schlag lindern. Kein Driver mit der neuesten Weltraumtechnologie kann bewirken, dass wir uns nach dem letzten Putt am letzten Loch glücklich und zufrieden fühlen, wenn der erste Schlag im Aus landete.

Ein Golfspieler braucht etwas tiefer Gehendes, das ich gewöhnlich als Zuneigung und Liebe zu dem Spiel bezeichne. Fehlt es aber an der Liebe und Zuneigung zu dem Spiel, so bleibt die beste Ausrüstung oder der beste Ball am letzten Loch nutzlos und erfüllt uns weder mit inneren Frieden noch dem gesuchten Glück. Mit welcher Geisteshaltung Sie diesem Spiel begegnen hängt natürlich einzig und allein von Ihnen ab aber wenn Sie wirklich glücklich und zufrieden eine Runde beenden möchten, dann erfordert dies eine Veränderung der inneren Einstellung und Denkweise zu diesem Spiel.

Das Glück und die tiefe Zufriedenheit nach der gespielten Runde in sich Selbst zu entwickeln, erreichen Sie nur dann, wenn Sie sich selbst die größte Anteilnahme und das Wohlergehen zukommen lassen und erkennen, welch großes Privileg Sie genießen durften, an einem sonnigen Tag, durch eine parkähnliche Anlage zu flanieren und während dieses Spazierganges einen Ball vor sich her zu schubsen. Dort entdecken und finden Sie die besprochene Liebe und Zuneigung zu dem Spiel, die Sie immer wieder auf das neue empfinden dürfen, sobald Sie allein oder mit Freunden sich an den ersten Abschlag stellen und den Ball himmelwärts in den blauen Himmel schlagen dürfen.

Profigolfer werden oder Freizeitgolfer bleiben?

Unknown-2

Passend zu den Themen „Die Kunst der Nichtverurteilung“ und „Die falsche Erwartungshaltung“, habe ich heute einen interessanten Bericht gelesen, in dem es darum ging, wie oft und wie viel man trainieren müßte, um ein professioneller Golfer zu werden.

Für einen Freizeit- und Wochenendgolfer mag dies erst einmal nicht relevant sein, höchstens für jemanden, der sich mit dem Gedanken trägt, es doch auch einmal professionell zu versuchen. Für beide Golfspielertypen läßt sich aus diesem Bericht rückwirkend ein folgenreicher Rückschluß für das eigene Golfspiel ziehen.

In diesem Bericht, dessen Link ich am Ende dieses Artikels gesetzt habe und in englischer Originalfassung zu lesen ist, wird erwähnt, wie viel Zeit und Trainingsaufwand benötigt wird, um in diesem Sport das große Geld zu verdienen. Die wichtigsten Voraussetzungen sind neben Talent und einen Faible für das Golfspiel sehr, sehr viel Zeit und die nötige körperliche und geistige Verfassung. Das Geld für die notwendige Ausrüstung und Unterrichtung wird vorausgesetzt.

Somit kommen als Profispieler nur die Menschen in Frage, die jung sind, viel Zeit haben und willens sind sich einer eisernen Selbstdisziplin zu unterwerfen. Für Senioren oder Mittdreißiger ist der Zug demnach bereits abgefahren. Vielleicht bringt der eine oder andere noch die körperliche und geistige Leistungsstärke mit, aber was ist mit der Zeit, um 6 Stunden am Tag zu trainieren? Damit wir uns nicht falsch verstehen, nach den 6 Stunden Trainingszeit ist noch keine einzige Golfrunde gespielt, um seine Trainingsleistung zu überprüfen. Das sind 30 Stunden die Woche!

Aus dem englischen Bericht geht hervor, dass die meisten Schüler, die in der Akademie trainieren, circa 7 Semester verbringen und tagtäglich unter der Anleitung eines Lehrers trainieren. Von all diesen golfbegeisterten Schülern schaffen es nur eine Handvoll in das Profigeschäft und können sich damit ihren Lebensunterhalt sichern.

Worauf ich hinaus will? Wie schon in den beiden vorangegangen Artikeln angeschnitten, bedeutet das, wenn Sie auch nur halb so gut werden wollen wie ein Berufsgolfer, müßten Sie immer noch 15 Stunden die Woche trainieren und das unter kontinuierlicher Anleitung. Ich schreibe das deswegen so explizit offen und gnadenlos, weil viele von den genannten Wochend- und Freizeitgolfern tatsächlich versuchen, sich mit diesen Athleten gleichzusetzen und wünschen ebenso zu spielen. Und wenn diese Golfspieler dann enttäuscht sind, weil das nicht möglich ist, zu Tode betrübt und frustriert sind, allen Ernstes behaupten, sie wissen nicht woran es liegt.

Nun könnte der Wochenend- und Freizeitgolfer sich sagen, warum mache ich das denn überhaupt, wenn ich nicht so gut werden kann wie die „da oben“!? Warum Sie Golf spielen, das kann ich Ihnen nicht sagen, das müssen Sie schon selbst wissen, aber was ich Ihnen sagen kann, ist, dass Sie Ihre eigene Perspektive des Golfspiels überdenken und sich nicht kleiner machen sollten als Sie sind.

Jeder Einzelne von uns investiert eine gewisse Zeit und eine gewisse Menge Geld in Ausrüstung und Unterricht und nur die wenigsten von uns sind zufrieden mit ihrem Golfspiel. Ich bin der festen Überzeugung, dass, wenn Sie sich in das Gedächtnis rufen, wie viel Zeit und Geld ein Profi in seine Karriere investieren muß und wie viel Zeit und Geld Sie investieren, Sie selbst verdammt gutes Golf spielen!

Sie sollten viel zufriedener sein mit ihrem Golfspiel, denn die Trainingszeit und das Geld, das Sie investieren, ist für das Leistungsvermögen, was Sie jetzt auf dem Golfplatz abrufen können und das ist wirklich SEHR,SEHR gut! Sie sind kein schlechter Golfspieler, Sie sind nur nicht so gut wie ein Berufsgolfer, weil Sie nicht über deren Zeit und Geld verfügen, welches Sie investieren können.

Hören Sie auf sich mit diesen Jahrhunderttalenten zu vergleichen und kümmern Sie sich viel intensiver um das eigene Training. Am besten natürlich unter Anleitung, sei es eines Golftrainers oder eines Mentalcoaches.

Schauen Sie auf sich und Ihre Leistungsstärke, denken Sie darüber nach, wie Sie sich selbst verbessern können und effizienter trainieren. Für Sie sollte das Hier und Jetzt eine Rolle spielen und nicht was sein könnte. Fangen Sie an Ihr eigenes Golfspiel positiv zu bewerten und sagen Sie es gerne einmal laut und freuen Sie sich, wenn Ihnen ein richtig guter Schlag gelungen ist.

Es ist Ihr Spiel und Sie sind dafür verantwortlich und hören Sie auf sich mit den Berufsgolfern zu vergleichen, Sie sind keiner, aber Sie sind trotzdem der beste Golfer, der in Ihnen steckt und der will aus Ihnen raus! Helfen Sie ihm dabei, trainieren und spielen Sie so viel wie Sie können und genießen Sie es – vielleicht am besten JETZT!

* Hier ist der Artikel in Originalfassung*

Die falsche Erwartungshaltung

Aufbauend zu dem Artikel „die Kunst der Nichtverurteilung“ möchte ich mich im zweiten Artikel „der zu hohen Erwartungshaltung“ im Golfspiel widmen.

Im Golfspiel ist die Erwartungshaltung ein bestimmender Faktor darüber, ob Sie gutes oder schlechtes Golf spielen im Vergleich zu anderen Spielern und/oder den eigenen Fähig- und Fertigkeiten. Hier schütteln sich die Gedanken und Emotionen, die in einem Spieler wohnen mit der Kunst der Nichtverurteilung einander die Hände, da aus der Erwartungshaltung und der daraus folgenden Selbstkritik ernsthafte Konsequenzen im Spiel entstehen.

Der gewöhnliche Freizeit- und Wochenendspieler erwartet ein gutes Runden- oder Schlagergebnis und ist darüber enttäuscht, wenn es nicht eintrifft. Aus der einfachen Enttäuschung kann, wenn die Erwartung öfter nicht erfüllt wird, eine tiefsitzende Frustration, echte Wut oder andauernde Niedergeschlagenheit entstehen, die in Versagensängsten gipfeln.

Diese Ängste vor dem Versagen und der Unsicherheit im Golfspiel liegen zumeist einzig und allein darin begründet, dass die eigene Einschätzung in die spielerischen Fähigkeiten im Golf viel zu hoch angesiedelt und nicht erfüllbar sind.

Ich möchte hier ein kleines Beispiel anführen:

Viele Golfspieler trainieren in der Regel 1x die Woche circa 45 min. lang das Golfspiel in ihrem Heimatclub. Anschließend erfolgt eine Golfrunde am Wochenende. Das ist das typische Szenario.

Das Training sieht dann meist wie folgt aus.

Der Spieler kommt nach dem Feierabend zum Club, spielt ein paar Putts, circa 10min, dann werden weitere 10min für das Chippen erübrigt und danach geht es zur Driving Range. Dort holt sich der Spieler zwei Körbe mit Bällen und schlägt diese in die Ferne. Auf der Driving Range wird ein Ball hinter dem anderen geschlagen und weder auf die Flugkurve, noch auf die Weite geachtet oder gar die eigene Körperbewegung wahrgenommen. Am Ende werden die Schläger in das Bag gestellt und ein kurzer Plausch im Clubhaus geführt. Punkt!

Wenn dann am Wochenende die Golfrunde mit den Freunden ansteht und die Putts daneben gehen und auch die schönen Golfschläge ausbleiben, fragt sich der typische Wald- und Wiesenhacker, wie das sein kann, hat er doch gerade eine Stunde „hart“ trainiert. Die erwarteten Traumschläge sind ausgeblieben und dementsprechend ist der Golfspieler seiner Meinung nach zu Recht frustriert.

Bei Golf handelt es sich nach Meinung der Sportexperten um die zweitschwerste Sportart der Welt und kommt nach der Schwungkomplexität und dem zeitlichen Ablauf der Körperkoordination gleich nach Stabhochsprung.

Professionelle Golfspieler, die ihren Lebensunterhalt damit verdienen Turniere zu gewinnen, arbeiten an ihrem Golfspiel circa 5-6 Tage die Woche mit circa 8 Trainingsstunden am Tag in Begleitung und Aufsicht ihrer Trainer. Trotzdem „erwarten“ die Amateurspieler, die sich am Wochenende einem Freizeitvergnügen hingeben und 1x die Woche trainieren, dass ihre Fähig- und Fertigkeiten sich denen der Tourspieler annähern und ebenfalls Traumschläge fabrizieren. Das gilt in der Länge, Konstanz und Präzision.

Diese an sich selbst gestellte Erwartung kann nur dazu führen, dass Sie nach jeder Golfrunde niedergeschlagen und frustriert den Golfplatz verlassen. Hier muss ein radikales Umdenken erfolgen und dieses lernt man nur in einem angemessenen Mental- oder Techniktraining.

Was Sie als Golfspieler bereit sind an Trainingszeit in das Golfspiel zu investieren, das bekommen Sie am Wochenende auf dem Golfplatz auch heraus. Dabei sollte man noch den Unterschied machen, ob man einfach nur ein paar Bälle geschlagen oder wirklich effizient trainiert hat. Denn auch das Trainieren will gelernt sein.

Ich möchte in diesem Artikel zum Ausdruck bringen, dass es ganz entscheidend ist, auf welche Art und wie oft Sie trainieren, damit sich Ihre spielerischen Fertigkeiten verbessern und dem Rechnung tragen, was auf der Golfrunde passiert. Sie können nicht erwarten, dass Sie konstante und präzise gerade Flugbahnen schlagen und der Ball butterweich landet, wenn Sie dies nicht in ausreichender Art und Weise auch trainiert haben. Bei einer Stunde Training in der Woche können Sie zwar mit ein paar guten Schlägen rechnen, aber ein Großteil der Putts wird das Loch verfehlen, im Aus, Wasser oder im Bunker landen. Für mehr reicht ein Training 1x pro Woche nicht!

Wenn Sie nur eine Stunde pro Woche haben, dann investieren Sie in eine Trainingszeit mit einem Trainer, so daß Sie sich später selbstanleitend effizient trainieren können. Natürlich kostet so ein Training Geld, aber es die beste Investition in sich selbst, wenn Ihnen gezeigt wird, wie Sie sich selbst fortbilden können, damit eben die gewünschten Effekte auf der Golfrunde auch zustande kommen.

Fast alles, was Sie bis jetzt im Leben gelernt haben, machen Sie nun in traumwandlerischer Sicherheit, weil Sie es seit einer kleinen Ewigkeit tun und es zur Routine geworden ist. Das beste Beispiel ist wohl das Autofahren. Hier machen Sie ein halbes Dutzend Dinge gleichzeitig und schaffen es nach unzähligen Kilometern jeden Abend heil nach Hause zu kommen. Warum? Weil Sie es jeden Tag über einen längeren Zeitraum tun. Sie beherrschen es und Ihre Erwartung ohne Blechschaden nach Hause zu kommen erfüllt sich jeden Tag. Wenn Sie als Fahranfänger unterwegs sind, dann hat das Auto schnell einen Kratzer hier und da. Ich denke, alle Eltern, die ihr Fahrzeug an ihre Kinder verleihen, wissen welche Bedenken da mitschwingen. Sie haben Angst um ihre Kinder, weil diese noch nicht solange das Autofahren trainiert haben.

So ist es im Golfspiel auch und daher ist die Erwartungshaltung zu hoch angesetzt, wenn Sie nicht mehr Zeit und Mühe in sich selbst investieren und sich zeigen lassen, wie man sich dem Spiel aus einer anderen Perspektive nähern kann.

Investieren Sie mehr Zeit in sich und trainieren Sie es fleißig, dann wird auch Ihre Erwartung eines Tages Ihrer spielerischen Fertigkeit entsprechen.

Die Kunst der Nichtverurteilung

Zum mentalen Training gehört es auch, sich Gedanken darüber zu machen, wie man sein Spiel nach einer Golfrunde realistisch selbst beurteilt.

Die meisten Spieler, ich kenne eigentlich keinen, bewerten ihr eigenes Spiel als gut und sind zufrieden mit ihrem Schwung oder der Anzahl der Schläge, die sie für eine Runde benötigt haben. Irgendwo gibt es immer etwas zu kritisieren.

Natürlich kann ein Golfspieler darüber nachdenken, wie er sein Spiel besser hätte gestalten können, doch sollte dies nicht negativ geschehen und in einer kritischen Abwärtsspirale enden. Viel mehr wäre hervorzuheben, wieviele gute Schläge er hatte, wieviele 3 Meter, 5 Meter oder gar 10 Meter Putts er geschafft hat, statt sich selbst dafür „niederzumachen“, dass aus 1 Meter Entfernung ein Ball daneben gegangen ist.

Es gibt im Mentaltraining für Golfer aber auch in jeder anderen Sportart, die Kunst des sich nicht Selbstverurteilens und die Einstellung mit einer gewissen Erwartungslosigkeit in ein Spiel zu gehen. Dadurch erreichen Sie, dass das Unterbewußtsein nicht schon im vorneherein eine Verurteilung der eigenen Leistungsstärke vornimmt.

Diese Technik der sogenannten Selbstzensur ist nicht etwas, was von Heute auf Morgen geschieht, sondern muß erlernt werden, damit sie später auf einer Golfrunde um so besser in das Spiel eingreifen kann, wenn Sie Ihre Leistungsstärke punktgenau abrufen müssen. Diese ständige, oft anerzogene Selbstkritik blockiert Sie in der Fähigkeit im Spiel zu lernen und zu wachsen.

Insbesondere der oft und völlig unzutreffende Vergleich zu den PGA Tourprofis, die täglich mehrere Stunden am Tag trainieren, von ihren Trainern begleitet werden und das circa 5 Tage die Woche, setzt den Freizeit- und Wochenendgolfspieler oftmals unter starken Druck.

Es ist nichts dagegen einzuwenden, sich einen Tourspieler zum Vorbild zu nehmen. Circa 89% der Golfspieler bewegen sich im HCP Bereich zwischen 54-26,4 und es ist völlig illusorisch sich mit einem professionellen Tourspieler vergleichen zu wollen.

Von Kindheit an sind wir darauf getrimmt worden, uns stets Ziele zu setzen und uns daran oder an anderen messen zu lassen. Diese innere Vorgabe oder auch Muster genannt, sollten Sie im Golfspiel durchbrechen, um wieder mit mehr Freude und Leichtigkeit aufspielen zu können. Es gibt zuviele Faktoren im Golfspiel, auf die Sie selbst keinen Einfluss haben. Ein völlig verunglückter Abschlag kann den Golfball einen halben Meter neben die Fahne legen sowie ein perfekter Abschlag einen Ball unglücklich aufkommen und in das Aus springen lassen kann.

Weltklassegolfer wie Tiger Woods, der vor kurzem sein Comeback feiern durfte, Martin Kaymer und alle anderen Profis, die Sie kennen und denen Sie wahrscheinlich auch fleissig nacheifern, beherrschen diesen Sport um Längen besser als das Gros der spielenden Golfbevölkerung. Diese Profis sagen von sich selbst, dass sie nur einen Bruchteil der Schläge auf dem Platz wirklich zu 100 % so treffen, wie sie sich das vorstellen.

Sollte nicht eigentlich diese Einstellung der Profis für Sie beim Golf das richtige Vorbild sein? Stoppen Sie die eigene negative Haltung und ewige Selbstkritik. Der eigentliche gedankliche Ansatz sollte sein, wenn es mal wieder nicht geklappt hat, sich mehr an den guten Schlägen zu erfreuen und aus den schlechten zu lernen.

Sie sollen es ja nicht sofort und heute lernen und der inneren Selbstkritik versagen, aber vielleicht fangen Sie einmal an, einen Schlag, einen Putt weniger stark zu kritisieren und loben sich stattdessen öfter für einen Schlag, der Ihnen besonders gut gelungen ist. Wenn Sie dieses kleine Gedankenmuster mit in Ihr nächstes Spiel übernehmen, haben Sie schon einen großen Schritt für Ihr zukünftiges Golfspiel getan!

Scroll to top