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Konzentration nach dem W.I.N Prinzip

Ein ungarisches Sprichwort sagt:

„Wer zwei Hasen jagt, fängt keinen.“

Vielleicht fragen Sie sich, was haben Hasen mit Golf zu tun? Aber ich schreibe hier nicht über die Jagd nach Meister Lampe, sondern über Ihre Gedanken, die wie Hasen in Ihrem Kopf hin und her hoppeln.

Das Stichwort ist: „Konzentration!“

Während Sie anfangen diesen Text zu lesen, überlegen Sie bereits, worauf der Autor hinaus will und schauen kurz aus dem Fenster und stellen fest, dass es ganz schön dreckig ist. Dabei hatten Sie schon vor zwei Tagen darüber nachgedacht, dass, sobald das Wetter schön genug ist, damit anfangen es zu putzen. Doch dann überlegen Sie, ob es nicht klüger wäre, wenn wieder die Sonne scheint, lieber die Golfschläger zu putzen und das Golfbag aufzuräumen. Ach ja, apropos Golf, Sie wollten ja den Text über Hasen, nein Blödsinn, über Konzentration lesen!

Haben Sie gemerkt worauf ich hinaus will? Ihre Konzentration ist mitunter so schnelllebig wie ein tiefer Atemzug.

Dass Gedanken sich verändern und von der Gegenwart in die Zukunft springen oder auch in der Vergangenheit weilen, obwohl man gerade eben noch an etwas anderes gedacht hat, ist völlig normal. Seien Sie also beruhigt, Sie sind kein hoffnungsloser Einzelfall, sondern Mitglied in einem guten besuchten Club.

 Gedanken Wandern…

Dieses „Gedanken wandern“ nimmt fast die Hälfte Ihrer Zeit in Anspruch, während Sie sich in der Wachphase befinden. Unglaublich denken Sie! Tatsächlich ist es nicht so ungewöhnlich wie Sie glauben, das haben Studien aus der Neurologie bereits bewiesen. Ein Wunder, dass Sie überhaupt einen klaren Gedanken fassen können. Aber überprüfen Sie sich ruhig einmal selbst, wenn Sie wieder für einen kurzen Augenblick nicht bei mir – im Text – sind. Läuft nebenbei der Fernseher? Spielen die Kinder nebenan oder kurz mal SMS gescheckt? Das Radio läuft bestimmt oder? Ach kommen Sie, irgendwas lenkt Sie gerade ab, bestimmt!

Diese geistige Autonomie kann sich dann negativ auf uns auswirken, wenn wir uns konzentrieren sollten, aber nicht in der Gegenwart sind. Wie schnell ist ein Abschlag missglückt, nur weil uns etwas abgelenkt hat. Diese eine Ablenkung zieht schnell einen unpassenden Gedanken nach sich, stört aber unser Unterbewusstsein bei der routinierten Abschwungphase und schon ist es passiert. Unabhängig, ob die Ablenkung von Innen oder von Außen kam.

Das schlimme an dieser Hetzerei der Gedanken ist, dass es dem Gehirn sehr viel Energie entzieht und somit Ihre Kraft kostet, die Sie für andere Dinge benötigen. Gerade Dinge die unerledigt sind und die wir noch tun wollen oder zu Ende bringen möchten, kosten uns wesentlich mehr Lebensenergie, als die, die wir schon erledigt haben und nur daran zurückdenken. Wenn Sie also schon die nächsten Löcher planen und wie viele Punkte Ihnen noch fehlen, sind Sie Ihre eigene fünfte Kolonne und sabotieren sich erfolgreich selbst.

Wer also öfter mit seinen Gedanken abschweift, braucht länger, um zu seinen Ursprung der Sache zurück zukehren. Das kostet Kraft und der Wille zur Konzentration schwächt sich mit jedem weiteren Mal, wenn Sie sich von etwas ablenken lassen.

Das kennen Sie sicherlich von der Arbeit, wenn das Telefon zum tausendsten Mal klingelt, obwohl Sie doch das eMail, Memo lesen müssen. Es kostet Kraft und Geduld zu dem Text zurück zukehren und genauso ist es auch im Golf.

Der Feind im Inneren!

Für Sie als Golfer heisst das nichts anderes, wenn Sie sich allzu oft ablenken lassen, werden Sie Schwierigkeiten haben, Ihre Wunschrunde zu spielen. Mögen Sie an den ersten Löchern noch nervös und langsam in das Spiel gekommen sein, werden die letzten Löcher oftmals mit Konzentrationsdefiziten belastet und nicht mehr so gelassen gespielt wie die vorherigen. Die letzten Löcher haben nicht nur Muskelkraft gekostet durch das viele spazieren gehen und Schwung holen, sondern auch viel Geisteskraft und diese nimmt, wie auch die körperliche Kraft, zum Ende hin stetig ab.

Auch im Training sind Sie immer wieder diesen Konzentrations-Verlustattacken ausgeliefert. Da klingelt ein Mobiltelefon vom Golfnachbarn, zwei Mitspieler tratschen nebenan über den neuen Driver aus Weltraumstahl oder das schlichte Kommen und Gehen von Personen, die Sie in der Peripherie des Sehens wahrnehmen. Doch nicht nur die allgemeinen Ablenkungen sind ein Attentat auf Ihre Konzentration, sondern auch der eigene Geist.

Der eigene Geist?

Ihr Körper bzw. Ihr Gehirn sabotiert Sie mit voller Absicht selbst. Der Feind im Inneren.

Forscher nennen diese aus dem Gehirn angestrebte Sabotage auch „die Gier nach Daseinsneuigkeiten“.

Klingt nur lustig, ist es aber nicht.

Das eigene Gehirn möchte Neuigkeiten erfahren und strebt selbst nach Abwechslung, um die Monotonie der Langeweile, die eine routinierte Tätigkeit mit sich bringt zu durchbrechen. Die Forschung weiß zu berichten, dass Ablenkungen nicht nur von Außen kommen, sondern auch von Innen und zwar zeitlich getaktet wie eine Schweizer Uhr.

Nach circa 11 Minuten schreibt die neurologische Forschung, unterbrechen wir uns selbst, da unser Gehirn selbstständig nach Neuigkeiten in seiner Umgebung sucht. Belohnt wird das Gehirn durch eine kräftige Dopamin-Ausschüttung, sobald wir durch eine Abwechslung unsere eigene geistige Autonomie untergraben haben. Dopamin macht uns übrigens sehr glücklich.

 Das mentale Schutzprogramm

Das einzige was dagegen hilft ist ein mentales Schutzprogramm für sich selbst und gegen die Außenwelt. Die Golfprofis, die auf die Tour gehen, haben das bereits begriffen und im Turnier diese mentalen Schutzschilde hochgefahren. Wie sonst könnten diese Spieler bei tausenden von Zuschauern so abschlagen, als wären Sie ganz allein auf dem Platz.

Doch Aufmerksamkeit und Konzentration kann man lernen und ebenso aufbauen wie einen Körpermuskel. Hilfe ist also nicht weit entfernt, Sie sollten es nur trainieren.

Das entsprechende Training wird gefördert durch Meditation oder durch so genannte Gedanken-Stopp-Übungen, die Sie wissentlich durchführen, um Störungen sofort zu unterbinden. Da eine Meditation auf dem Golfplatz im Spiel nur schwierig umzusetzen ist, empfiehlt sich hier eher eine Gedanken-Stopp-Übung, die Sie in das Hier und Jetzt zurück bringt. Damit kommen wir auch schon zu dem simplen und sicherlich Ihnen nicht unbekannten W.I.N Prinzip.

W.I.N heißt nichts anderes als „Whats  Important Now“, in deutscher Sprache übersetzt:

„Was ist jetzt wichtig!?

Diese drei englischen Buchstaben passen auf jeden Golfhandschuh, an das Bag als kleiner Button oder auf den Golfball geschrieben  und sind eine großartige Hilfe für die Konzentration.

Die Konzentration auf das aktuelle Thema “ What‘ s Important Now“ stählt Ihre Gedanken, sich mit einem Problem im Hier und Jetzt zu beschäftigen, welches gelöst werden muss. Diese Fragestellung löst die einzige Reaktion im Gehirn aus, die wichtig ist und alles andere wird nebensächlich. Intuitiv befasst sich Ihr Bewußtsein mit der Problemstellung und versucht es zu lösen. Verschwunden sind die Gedanken an Stableford-Punkte, wie viel Löcher noch zu spielen sind oder wie der letzte Abschlag war.

Das Gehirn stellt die Scheuklappen auf und Selbstzweifel werden in den Hintergrund gedrängt. Es kommt zum Tunnelblick. Die Gedanken werden zielgerichtet auf einen einzigen Punkt!

Da wir uns dann damit beschäftigen, was jetzt in diesem Moment wichtig ist, bereitet sich der Körper und das Gehirn geistig darauf vor, die Lösung mit bestmöglicher Effizienz umzusetzen. Sie kontrollieren die Balllage, suchen sich den richtigen Schläger aus, fokussieren sich auf ein Ziel und schwingen den Golfschläger sauber durch. Keine Zeit darüber zu sinnieren was alles schief gehen könnte. Der „Drunken Monkey“ wird schlagartig nüchtern.

Probieren Sie es einmal aus, wenn Sie wieder auf der Golfrunde sind und sagen Sie zu sich selbst, während Sie auf den Ball zu gehen, gerne auch mit eigener Stimme:

Whats Important Now?

Sie werden merken, wie schnell Ihr Gehirn in das Hier und Jetzt zurückkehrt und sich mit der gegenwärtigen Situation beschäftigt.

Golfinterview Below Par

Durch einen freundlichen Kontakt via eMail hatte mich Frederik Braun von Below Par angefragt, ob ich einem Interview zustimmen würde bezüglich dem Thema Mentalcoaching. Wer Below Par noch nicht kennt, dem mag ich vorerst deren Webseite empfehlen, denn auch Sie haben sich dem Ziel verschrieben, uns Golfern mit Rat und Tat beiseite zu stehen. Die Betreiber von Below Par sind beide Bundesligaspieler und wissen wovon Sie sprechen.

Hier nun das Interview:

Wir betonen immer wieder, wie wichtig die mentale Seite des Spiels ist. Vielen Amateuren ist das bewusst, doch wo fängt man an und wie misst man den eigenen Fortschritt? Ein Slice kann mit dem Trainer durch Übung korrigiert werden, doch wie sieht das bei Nervosität und Selbstzweifeln aus? Wir haben mit Martin Schütt, Golf Mental Coach und Betreiber der Seite mentaltraining-golf.de gesprochen und ihn genau danach gefragt.

BelowPar: Herr Schütt, Sie sind Sportmentalcoach mit dem Schwerpunkt Golf Mentaltraining. Wie sind Sie zum Golf gekommen und was fasziniert Sie am Golfsport?

Martin Schütt: Zum Golf bin ich durch meine Lebensgefährtin gekommen, die bereits mit ihrer Schwester Golf spielte und mich auf einen Schnupperkurs im Golf hinwies. Natürlich geschah das mit dem Hintergedanken, dass wir mehr gemeinsame Zeit in unserer knappen Freizeit verbringen würden 😉 Was mich am Golf so fasziniert, sind die vielen Facetten dieses Spiels. Ich könnte den Finger nicht auf einen Punkt legen, der mich besonders anspricht, außer die mentale Seite natürlich. Vielleicht ist es die Möglichkeit, sich spielend auseinanderzusetzen. Dieses Spiel hat Wettkampf- und Spaßcharakter zugleich und das in der freien Natur, in schönen Park ähnlichen Anlagen und gelegentlich (in Hamburg) bei bestem Wetter.

BelowPar: Golf ist eine der wenigen Sportarten, bei der wir Spieler deutlich mehr Zeit zum Denken, als zum Spielen haben. Was wir dabei denken, hat einen enormen Einfluss auf die Zahl, die am Ende auf der Karte steht und gerade deshalb ist Sportpsychologie vor allem bei Golfern und zunehmend auch bei Amateuren ein beliebtes Thema. Mit dem Golfen an sich anzufangen, ist relativ leicht. Man schnappt sich einen Schläger, legt los und nimmt eventuell eine Trainerstunde. Doch wie fängt man mit dem Mentaltraining an? Oberflächliche Ratschläge zum Thema, wie etwa „du musst nur positiv denken“, gibt es ja genug. 

Martin Schütt: Mir haben am Anfang tatsächlich Bücher geholfen, um mich anfänglich mit dem Thema Mentaltraining auseinanderzusetzen. Bob Rotella mit dem „15. Schläger“ (Link zum Buch) und Oliver Heuler’s „Jenseits des Scores“ (Link zum Buch) waren dabei meine ersten Werke. Diese beiden Bücher geben einen sehr guten Einstieg und erleichtern das Beschäftigen mit der mentalen Perspektive, die leider von Freizeit- und Wochenendgolfern oft sehr vernachlässigt wird.

Es gibt so viele Golfer, die ich frustriert und schimpfend von einer Golfrunde kommen sehe und die ich am liebsten sofort an die Hand nehmen würde, um zu zeigen, dass man die verbrachte Freizeit auf dem Golfplatz soviel angenehmer gestalten kann, als wutschnaubend den Platz zu verlassen. Es hilft, sich dem Thema des Mentaltrainings erst einmal lesend anzunähern und sich dann einen Golf Mental Coach zu suchen, mit dem man seine Ziele für die Saison erarbeitet. Nur mit positivem Denken ist es nicht getan, jedoch ist es guter erster Schritt.

BelowPar: Als Anfänger stellt man irgendwann fest, dass die Ergebnisse langsam aber sicher besser werden. Auch das Handicap purzelt. Wie stellt man jedoch fest, dass man mental besser wird? Denn dafür gibt es kein Handicap und auch keinen Score im klassischen Sinne. Sollte man sich dabei ausschließlich auf sein Bauchgefühl verlassen?

Martin Schütt: Sie stellen es dann fest, wenn Sie merken, dass Sie auf herausfordernde oder katastrophale Spielereignisse auf dem Platz viel gelassener reagieren, als zuvor. Ungünstige Balllagen sind bei verbesserter mentaler Stärke kein Schreckensszenario mehr und Wasserhindernisse, die überspielt werden müssen, lassen Ihre Knie nicht mehr weich werden. Der Druck im Inneren, die Nervosität lässt ganz einfach nach. Die ganze Körperspannung ist nicht verkrampft, wenn die Gedanken im Kopf keine Purzelbäume mehr schlagen, sondern ein langsamer ruhiger Fluss geworden sind.

BelowPar: Wir haben immer wieder festgestellt, dass die Frusttoleranz von Amateuren, die den Golfsport ernst nehmen und regelmäßig Turniergolf spielen, deutlich niedriger ist, als die von Profis. Ist das etwas, das Sie im Rahmen Ihrer Arbeit auch festgestellt haben? Was unterscheidet Ihrer Meinung nach einen guten von einem sehr guten Spieler – vor allem im mentalen Bereich?

Martin Schütt: Diese Feststellung kann ich eindeutig bejahen. Das Mentalcoaching oder mentale Training ist unter Amateuren auch weniger weit verbreitet, als bei den Profis und steckt noch in den Kinderschuhen. Viele Freizeit- und Wochenendgolfer scheuen sich davor, ein mentales Training zu buchen und vergleichen das fälschlicherweise mit dem „hinlegen auf die Psychocouch“, was nun wirklich gar nicht der Fall ist.

Wenn es Ihnen gelingt, Ihre Emotionen und Gedanken positiv zu kontrollieren und auf dem Platz Ihr ganzes Potential abzurufen, wenn es am dringendsten gebraucht wird, sind sie Ihren Konkurrenten ein ganzes Stück voraus. Das ist der Unterschied zwischen einem guten und einem sehr guten Spieler.

Erfolg beginnt im Kopf. Das haben Profis bereits früh erkannt und nutzen die Vorteile von mentalem Training für ihr Spiel. Hier ist von uns Sportmentalcoaches noch viel Aufklärungsarbeit für Amateure zu leisten, damit auch diese zu den Golferinnen und Golfern werden, der in ihrem Unterbewusstsein schlummert.

BelowPar: Jeder Golfer kennt sehr wahrscheinlich dieses eine Loch, diesen einen Abschlag oder diesen einen Annäherungsschlag, bei dem wir uns auf einmal unsicher fühlen. Manche sprechen vom „Angstloch“, andere einfach nur von plötzlichen Selbstzweifeln in Drucksituationen. Wie geht man damit am besten um?

Martin Schütt: Es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten, um sich seiner Angst zu stellen. Sie können einen Vertrauensschläger deklarieren, von dem Sie wissen, dass sie mit diesem Schläger, wann auch immer es in der Vergangenheit schwierig wurde, die besten Ergebnisse erzielten. Sie können sich leise oder auch in normaler Stimmlage mit motivierenden Sätzen pushen, um die negativen Gedanken zu stoppen oder sich auf eine Pre-Shot Routine verlassen.

Da jeder Golfspieler einen individuellen Charakter hat, lässt sich natürlich auch nur eine individuelle Lösung für den jeweiligen Spieler finden. Was bei dem einen klappt, muss noch lange nicht bei dem anderen funktionieren. Hier kommt es tatsächlich darauf an, für jeden Einzelnen eine Lösung zu erarbeiten.

Wichtig ist eine positive Handlung oder ein positiver Anker im Kopf, der die negativen Gedanken stoppt und somit die Angstspirale nach unten aufhält, beziehungsweise gar nicht erst hochkommen lässt.

BelowPar: In einem Ihrer Blogartikel auf Ihrer Website sprechen Sie das Thema Niederlagen an und zitieren folgenden Satz, den wir so direkt unterschreiben: „Scheitern ist der Mentor des Erfolges.“ Scheitern gehört zum Sport einfach dazu. In der Praxis ist uns dieses Prinzip oft bewusst. Wie schafft man es, dieses Denkmuster auch in der Praxis konsequent umzusetzen? 

Martin Schütt: Es ist wichtig sich einzugestehen, dass man scheitern kann und dies auch darf. Die Angst vor dem Scheitern ist in unserer Gesellschaft so negativ verankert, dass sich manch einer gar nicht mehr traut etwas zu beginnen, weil er befürchtet ausgelacht und verspottet zu werden. Der Gedanke an die negativen Folgen des Scheiterns lähmt uns in der eigenen Entwicklung. Fehler zeigen uns in der Entwicklung auf wo wir stehen, was wir durchdenken und verbessern sollten, denn nur so können wir erfolgreich neue Wege beschreiten. Scheitern ist eine Lernchance und als solche sollten wir sie auch begreifen, im Leben wie im Golf.

Natürlich ist es für den ein oder anderen schwer dies in die Praxis umzusetzen, doch was passiert, wenn Sie nicht wieder aufstehen? Sie bleiben am Boden liegen und entwickeln sich nicht weiter.

Ein Tipp für die Praxis nachdem Sie gescheitert sind: Analysieren Sie warum dies geschehen ist und überlegen Sie sich dann, was der kleinstmögliche Schritt Richtung Erfolg sein könnte.

BelowPar: Haben Sie eine Lieblingsmethode, um sich selbst oder Ihre Schüler mental auf ein Turnier vorzubereiten?

Martin Schütt: Eine Methode, die ich unter anderem persönlich praktiziere, ist das gedankliche Durchspielen des Platzes am Abend vor einem Turnier. Ich begebe mich dann an einen ruhigen Ort in meiner Wohnung und spiele den Platz in Gedanken bereits ein- oder zweimal durch. Das Visualisieren ist eine hervorragende Technik, um sich auf einen Wettkampf vorzubereiten. Die Kraft der inneren Bilder ist eine unschätzbare Hilfe auf dem Weg zum Erfolg.

BelowPar: Eine Frage, die uns brennend interessiert rankt sich um das Thema Meditation. Meditation macht uns erwiesenermaßen glücklicher, stressfreier und entspannter. Glauben Sie, dass Meditation und Atemübungen mittlerweile das sind, was Fitnesstraining vor 30 Jahren war? Soll heißen: In den nächsten 30 Jahren macht es jeder und wenn nicht, ist jedem trotzdem bewusst, dass es ihm gut tut?

Martin Schütt: Meditation und Atemübungen sind ein Teil des Mentaltrainings und können für den ein oder anderen ein guter Ansatz sein, um sich optimal vorzubereiten oder sich auf dem Platz wieder einzufangen, wenn die Runde nicht optimal verläuft. Das wird sicherlich nicht für jeden passen, doch für viele kann das ein guter Ansatz sein. Wer weiß schon, was in 30 Jahren sein wird und welche neuen Entwicklungen es bis dahin gibt. Bis dahin sollte das jeder selbst herausfinden und ausprobieren.

Herr Schütt, herzlichen Dank für das Interview. Wo können wir mehr über Sie erfahren? 

Sie können entweder meine Webseite besuchen oder mich persönlich kontaktieren, sei es via E-Mail oder meinem Facebook Account. Am ehesten treffen Sie mich aber auf den Golfplätzen in Norddeutschland an. Ich versuche in einem Jahr immer viele verschiedene Plätze zu spielen und bin daher meist dort zu finden, wo in Norddeutschland die Sonne scheint.

Golf einmal kontrafaktisch..

Jeder denkt einmal über seine Golfrunde nach, wo der entscheidene Putt nicht fiel und mit dem er das Golfturnier hätte gewinnen können oder warum der letzte Schlag im Bunker landen mußte.

Der Gedanke an die Situation „was wäre wenn“ begleitet wohl jeden Spieler öfter nach seiner Runde, als ihm lieb sein kann, denn, wäre der Schlag nicht im Aus gelandet oder der Putt zu kurz geblieben, hätte man sein Handicap unterspielen können etc etc.

Die Psychologen nennen dieses Verhalten zu einem alternativen Szenario:

„kontrafaktisches Denken“.

Diese Fähigkeit, sich gedanklich aus einer unbefriedigen Situation zu befreien, ist nur beim Menschen bekannt und gilt dazu sein Ego bzw. das „Ich“ in einem besseren Licht vorzustellen.

Mit dieser Fähigkeit kann der Mensch und dies ist besonders bei vielen Golfern zu beobachten, sein angeknackstes Selbstvertrauen nach einer Golfrunde reparieren, weil dieser sich vorstellt, das es hätte klappen können, wenn, ja wenn dies oder jenes nicht passiert wäre, was ihm an seinem Erfolg gehindert hätte.

Dieses kontrafaktische Denken begegnet uns oft auch im Alltagsleben und ist nicht nur bei Golfern beliebt. Denn, wenn wir unser Lebens als Ganzes betrachten, versuchen wir, sofern wir in ein besonderes Ereignis geraten, sei es nun gut oder schlecht, diesem einen Sinn zu geben, sobald wir eine Entscheidung getroffen haben. Ob diese Entscheidung nach einem Ereignis nun gut oder schlecht war, sieht ein Mensch immer erst rückblickend, ähnlich wie nach einem Abschlag beim Golf, wenn der Ball gelandet ist.

Die Vorstellung, was wäre passiert, wenn ich mich anders entschieden hätte, ist reizvoll aber sinnlos, denn wie im Spiel, können wir den Flug des Balles und auch seine Landung nicht beeinflussen. Doch durch dieses kontrafaktische Denken geben wir unserem Ego die Möglichkeit uns von der Vorstellung zu entlasten, das nicht „wir“ Schuld sind, sondern das Schicksal es in diesem Moment so vorgesehen hatte, das dies oder jenes hatte passieren müssen. Im Clubhaus kann ein Spieler dann jedoch „kontrafaktisch“ gut erklären, das wenn der Ball nicht zu weit geflogen wäre, beinahe das Turnier gewonnen hätte.

Wenn es dem Golfspieler nicht gelingt und hier sind meistens die Wochenend- und Freizeitgolfer im Spiel davon betroffen, seine Wunschrunde nicht verwirklichen zu können, wird die verbrachte Zeit als Verschwendung betrachtet. Nicht selten gehen dann diese Spieler gefrustet und zumeist schlecht gelaunt nach dem Spiel zum Auto oder verlassen das Turnier vor der Siegerehrung, um sich nicht der vermeintlich gefühlten Demütigung der Ergebnisverlautbarung stellen zu müssen, denn eigentlich spielt man ja viel besser, wenn….

Die Turnierprofis hingegen, die ihren Unterhalt mit dem Golfspielen verdienen müssen, haben sehr schnell gelernt, meist in den Anfangsjahren im Profizirkus, das kontrafaktische Denken abzustellen und eine schlechte Runde gedanklich abzuhaken bzw. sich nicht in dem „was wäre wenn“ Gedanken zu verlieren.

Natürlich bereut ein Spieler einen Schlag, der nicht so geflogen oder gelandet ist wie er sich das vorgestellt hat, doch entscheidend in dieser Situation ist etwas ganz anderes. Wenn wir ein nicht erreichtes Ziel oder eine verpasste Chance bereuen, können wir, statt kontrafaktisch zu verharren, darüber nachdenken, analysieren und lernen, was wir tun, wenn wir wieder in die gleiche Situation geraten. Wichtig ist hier die gedankliche Weiterentwicklung und nicht das verharren in Angst oder dem Schicksalsglauben, dass hier sowieso kein PAR zu gewinnen ist.

Auch die Einstellung zu realistischen Zielen ist ein Meilenstein in der persönlichen Entwicklung eines Golfspielers und man sich darüber klar wird, dass an diesem langen Loch ein Schlag mehr nötig ist, weil man eben noch nicht bereit ist, es in vier Schlägen zu spielen und realistisch fünf Schläge benötigt. Auch hier ist kontrafaktisches Denken eher hinderlich, wenn man sich Schläge vorstellt, wie es hätte sein können, nur vier Schläge statt fünf zu benötigen.

Unerreichbare Vorbilder im Golf oder Fantasieschläge begünstigen kontrafaktisches Denken und das spätere Selbstmitleid im Clubhaus bei den Golfkameraden. Gehen Sie als Golfer nicht in die Falle der Selbsttäuschung und nehmen Sie sich lieber selbst zum Maßstab, wo Sie sich auf dieser Runde verbessern konnten.

Durchbrechen Sie das Muster des Selbstmitleides / kontrafaktisches Denken und konzentrieren Sie sich auf die gelungene Schläge auf die Sie stolz sein können, dann klappt es beim nächsten Mal auch mit dem Score und dem kleineren Handicap.

3 Grundregeln für Golf mit Flow

Der Flow, ein Zustand, in denen Menschen ganz in ihrem Tun aufgehen und alles um sich herum vergessen.

Die psychologische Forschung sagt, dass dieser Zustand das allgemeine Wohlbefinden, die geistige und körperliche Leistungsfähigkeit erhöht und die Lebenszufriedenheit steigert.

In unserem Körper wird im Flow Moment aus der Nebenniererinde eine erhöhte Portion Cortisol ausgestoßen. Durch verschiedene Rezeptoren im Gehirn wird durch die chemische Zusammensetzung unsere Aufmerksamkeits- und Lernbereitschaft gesteigert. Dadurch wird auch mehr Energie im Körper verbraucht, was unter Anderem der Grund dafür ist, dass der Flow-Moment nicht dauerhaft anhalten kann und für volle 18 Loch anhält.

Der Flow lässt sich jedoch nicht nur im Golf erreichen, sondern auch in jeder anderen Sportart, tatsächlich sogar als Momente im Alltag, wenn einem etwas leicht von der Hand geht und alles gelingt, was in diesem einzigartigen Moment „angepackt“ wird.

Wer in den Flow kommt, ist dabei oft zu außergewöhnlichen Leistungen fähig, das Problem jedoch ist, der Flow kommt nicht immer dann wenn man ihn braucht. Um leichter in den Flow zu kommen, sollten Sie ein paar Dinge beachten, denn gerade im Golf kann es für Sie außerordentlich nützlich sein diesen Zustand herbeizuführen, um konzentrierter und aufmerksamer zu spielen.

Drei wesentliche Punkte sind zum erreichen eines Flow Momentes wichtig:

1. Suchen Sie sich Anforderungen, die Ihren Fähigkeiten entsprechen.

Übersteigen die Anforderungen unser Können, fühlen wir uns gestresst und ist die Aufgabe zu einfach, langweilt sich der Mensch. In beiden Zuständen kann kein Flow Moment erzeugt werden. Es kommt darauf an, die Balance zwischen Sollen und Können zu erreichen, was den Mensch fordert und das Gefühl hat die Arbeit meistern zu können.

Als Beispiel könnte unter Anderem ein Golfplatz sein, den man selbst schon oft gespielt hat aber immer hier und dort an einem Loch einen Schlag liegen ließ, weil man als Spieler nicht konzentriert genug war. Im Turnier oder einem wettbewerbsorientierten Spiel unter Freunden, wäre hier die nötige Anforderung gegeben und entspricht Ihren Anforderungen, das Quentchen extra Spielfähigkeit zu mobilisieren.

2. Regelmäßige Pausen bei Herausforderungen einlegen

Wie bereits erwähnt, kann der Flow Moment nicht dauerhaft aufrecht erhalten werden, weil das sehr viel „Lebensenergie“ kostet. Um auf viel Energie zurückgreifen zu können, ist neben einer Entspannungspause für das Gehirn, ein wichtiges Element hochwertige Ernährungsprodukte. Schnelle Energielieferanten wie Bananen, isotonische Getränke und stärkende Mahlzeiten helfen die nötige Energie zu liefern und die aufkommende Müdigkeit abzuwehren.

Für den Golfplatz heißt es nichts anderes, als zwischen den Löchern ausreichend zu essen und zu trinken und den Kopf abzulenken. Dies gelingt am besten durch ein Gespräch mit dem Spielpartner oder die parkähnliche Umgebung der Natur in sich aufzunehmen. Sich bewußt zu werden, wo man ist und was man tut aber das Spiel für einen kurzen Augenblick ein Spiel sein zu lassen.

3. Setzen Sie sich klare und erreichbare Ziele mit Feedback

Sich imaginäre Ziele zu setzen, die dem eigenem Können widersprechen, führen zu Frust und Enttäuschung im Spiel. Sie demoralisieren sich selbst und befinden sich anschließend in einer Abwärtsspirale der eigenen Versagensängste.

Im Turnier oder privaten Wettbewerb ist es viel vorteilhafter sich Ziele zu setzen, die nachvollziehbar erreicht werden können. Natürlich möchten Sie ein Turnier gewinnen aber die Wahrscheinlichkeit zu gewinnen ist dennoch relativ klein. Das liegt nicht nur an Ihrem spielerischen Talent, sondern einfach daran, dass es Mitspieler gibt, die länger als Sie spielen, den Platz besser kennen und an einem Loch vielleicht das Quentchen mehr Glück haben als Sie.

Um den Druck aus so einer Situation zu nehmen und eher den Flow zu erreichen, wäre ein mögliches Ziel vielleicht, unter die Top 10 zu kommen, mehr Grüns in Regulation zu spielen als üblich oder schlicht das HCP um einen Punkt zu verbessern.

Welches Ziel Sie sich auch persönlich erwählen, vergessen Sie dabei sich nicht auch einmal selbst zu loben für einen besonders guten Schlag. Das positive Feedback, welches Sie sich selbst geben, schützt Sie gleichzeitig davor in eine negative Abwärtsspirale der Selbstkritik zu fallen.

Und wenn Sie plötzlich, weil Sie dem Druck aus der Situation entwachsen sind, den Moment des Flows erreichen, kann es passieren, dass Sie die Golfrunde gewinnen, weil Sie es nicht mehr erzwingen wollen, sondern die Leichtigkeit des Seins erreicht haben.

Je eher Sie diese drei Punkte für sich verinnerlichen und im mentalen Training üben, um so schneller und häufiger können Sie sich in den Flow Moment begeben!

Das Lehrer – Schüler Verhältnis im Golf

Durch eine Fragestellung in einem bekannten Social Media Portal, komme ich zu einem Blogartikel, der untersuchen soll, wie eine Beziehung zwischen Lehrer und Schüler im Golfspiel stehen sollte oder für die Zukunft aussehen könnte.

Dabei soll es unabhängig von der Frage sein, ob wir von einem Golflehrer sprechen oder einem Mentalcoach, die in der Lehrleistung zwar auf verschiedenen Feldern arbeiten aber das gleiche Ziel haben.

Das Ziel, dass der Schüler zum besten Golfer wird, der in ihm steckt.

Das Anvertrauen als Schüler an den Lehrer ist dabei das Fundament dieser Beziehung, denn das vertrauensvolle arbeiten miteinander trägt maßgeblich zum Erfolg und dem Gelingen des gemeinsamen Projektes bei, zu dem Golfer zu werden, der man zu sein wünscht.

Um ein solides Fundament zu legen, muß von beiden Seiten die Bereitschaft bestehen, eine vertrauensvolle Zusammenarbeit einzugehen. Diese zwischenmenschliche Beziehung sollte vom Lehrer über die monetäre Zuwendung durch den Schüler hinausgehen und somit durchaus eine Mehrleistung durch den Lehrer rechtfertigen. Durch diese Mehrarbeit wird dem Schüler signalisiert, dass nicht die finanzielle Aufwendung des Schülers die Motivation ist zu lehren, sondern die Tätigkeit an sich, um aus dem Schüler das beste im Golfspiel herauszuholen!

Die Verbindung zwischen einem Lehrer und einem Schüler hängt nicht nur von seinem Wissen und von seinem Bekanntheitsgrad ab, sondern, ob zwischen dem Lehrer und dem Schüler eine zwischenmenschliche Empathie existiert, die von gegenseitigem Verständnis, Respekt und Toleranz geprägt ist.

Eine dankbare und hingebungsvolle Geisteshaltung durch den Schüler an den Lehrer, wird im Umkehrschluss durch eine qualifizierte Arbeit durch den Lehrer und der Weitergabe seiner Erfahrungen und den enthaltenden Wissen belohnt, die weit mehr an „Wert“ sein können, wie es die Bezahlung für eine Stunde Unterricht sein können.

Als Schüler obliegt es gegenüber dem Lehrer unvoreingenommen, intelligent und strebsam zu sein, um das Gelehrte aufzunehmen, zu verstehen und umzusetzen. Hier gilt übrigens nicht die „Intelligenz“ nur dem reinen Verständnis, sondern auch zu verstehen, ob die Lehrmethodik für einen Selbst die richtige ist und sich zu hinterfragen, ob, so wie es erklärt wurde für einen stimmig ist, um es später adäquat umsetzen zu können. Die Strebsamkeit ist natürlich dem eigenen Training gewidmet, da ohne dauerhafte Wiederholung, keine Konstanz und Fortschritt erreicht werden können.

Dem Lehrer obliegt es in seiner Verbindung zu dem Schüler diesem die bestmögliche Ausbildung zuteil werden zu lassen, da zum einen, der monetäre Aufwand dies rechtfertigt und auch zum eigenen Nutzen für den Fortbestand seines eigenen Berufes. Denn es gilt der Grundsatz, das ein Schüler nur so gut werden kann wie sein Lehrer. Denn welche Außenwirkung hat es für einen Lehrer, einen schlechten Schüler zu formen ?

Beide Parteien stehen in einer wechselseitigen Beziehung zueinander, die vordergründig eine finanzielle Angelegenheit für beide Seiten zu sein scheint, jedoch bei näherer Betrachtung eine existentielle ist, für den Golfsport, den Beruf als Lehrer und als Schüler, der diesem Sport seine Freizeit und sein Geld widmet.

Die Niederlage als Lernchance begreifen

Im sportlichen Wettkampf heißt es: „Scheitern ist der Mentor des Erfolges“ und so widersprüchlich sich diese Aussage auch anhören mag, um so wahrer wird diese, sobald Sie darüber intensiver nachdenken.

Im Golfspiel zeigt die Niederlage vorrangig, wo Sie als Golfer leistungsmäßig stehen und zeitgleich, was es zu Üben und zu verbessern gilt in der Zukunft. Für Sie als Spieler wird somit ein Leistungsbild aufgezeichnet und kann, auch durch die gemachten Erfahrungen in der Niederlage, eine Weiterentwicklung Ihrer Selbst reflektieren. In diesem Zuge ist es wichtig, sich weder in Ausflüchte oder Ausreden zu flüchten, damit im nächsten Wettkampf nicht der gleiche Fehler ein zweites Mal gemacht wird. Gerade der emotionale Faktor spielt hier eine entscheidene Rolle.

Die Innere und angestrebte charakterliche Haltung, gerade und aufrichtig in einer Niederlage zu sein, macht den Unterschied zu all denen aus, die im Sport nicht über das „Warum“ der Niederlage nachdenken und einfach weitermachen wie bisher. Die, die im zweiten Anlauf dann erfolgreich sind, haben begriffen, warum die Niederlage im Wettkampf erfolgte und werden beim nächsten Mal besser vorbereitet sein. Die anderen Mitbewerber, die sich in die bekannten Gründe wie „wenn, hätte und sollte“ geflüchtet haben, werden auch in den weiteren Golfrunden das nachsehen haben.

Die ganz großen Sportler die uns im Leben begleiten wie Bernhard Langer, Michael Schuhmacher und Oliver Kahn, haben im sportlichen Wettkampf immer wieder einmal verloren und eine Niederlage erlitten. Doch jede einzelne Niederlage und jeder gemachter Fehler wurde mit eiserner Selbstdisziplin verfolgt, erkannt und ausgemerzt, bis sich der erwünschte Erfolg einstellte. Hätten diese Sportler das nicht gemacht, würden diese heute nicht an der Spitze ihrer jeweilligen Profession stehen.

Misserfolge und Niederlagen sind Chancen, die Sie als Verbesserung sehen müssen und nicht als den Beweis möglicher Unfähigkeit. Sie sind nicht unfähig, Sie haben nur noch nicht die nötige Zeit und Disziplin aufgebracht besser zu werden (aus den Fehlern zu lernen).

Natürlich ist es verständlich, dass eine Niederlage eine Delle in das mühsame aufgebaute Selbstvertrauen haut aber geben Sie deswegen nicht auf. Wenn Sie sich zu sehr in der Niederlage oder einem Fehler verlieren, geben Sie einer negativen Entwicklung zuviel Raum, der keinen Platz mehr für positive Erfahrungen / Gefühle läßt. Daraus nähren Sie eine mögliche Angst vor dem nächstem Spiel oder verstärken eine Verunsicherung beim Schlag und blockieren sich selbst. Daraus entwickelt sich eine Abwärtsspirale aus der Sie nicht mehr entkommen, wenn Sie nicht aktiv gegensteuern.

Wenn es Ihnen gelingt auch in der Niederlage positiv herauszugehen, desto angstfreier begegnen Sie auch Ihre nächsten Herausforderungen. Das führt automatisch zu positivem Feedback und weiteren guten Leistungen und bringt Sie in eine Aufwärtsspirale. Dadurch lassen sich Ihre gesteckten Ziele leichter erreichen und Ihr Selbstvertrauen wächst.

Lernen Sie langsam und präzise und werden Sie

dadurch schnell und konstant im Golfspiel!

Um die Niederlage positiv zu verarbeiten, ist erst einmal die Akzeptanz eine wichtige Voraussetzung, um klar zu erkennen, dass Sie die Verantwortung dafür haben und nichts mehr dagegen tun können. Der Fehler ist passiert. Machen Sie sich eine geistige Notiz und haken Sie das Geschehen ab.

ABHAKEN!

Anschließend analysieren Sie das Ereigniss und ergründen Sie, woher der Fehler stammte oder wodurch die Niederlage eintrat. Das wird natürlich nicht ohne Emotionen gehen, zumindest nicht beim ersten Mal, aber Sie haben einen Haken daran gemacht, denken Sie daran.

ANALYSE!

Ist es Ihnen gelungen das negative Ereignis zu akzeptieren, es abzuhaken und eine Analyse zu vollziehen, müssen Sie sich nur noch darum kümmern, alles dafür zu tun, dass dies nicht wieder passiert. Mehr Training, anderes Training, bestimmte Übungen oder die Effizienz verbessern, das ist dann Ihre vorangige Aufgabe. Das geht am besten mit einem Trainer oder einem Partner dem Sie vertrauen und ehrliches Feedback gibt.

NEUSTART!

Denken Sie daran, geben Sie dem negativen Erlebnis nicht zuviel Raum in Ihrem Kopf und haken Sie ihn ab und analysieren Sie den Fehler mit kühlen Kopf. Alles weitere liegt dann in Ihrer Hand.

Machen Sie es wie Aristoteles, auch wenn er kein Golf spielte aber sagte:

„Wir können den Wind nicht ändern aber wir können die Segel anders setzen!“

Das Karma meines Flightpartners

Inspiriert durch eine Begegnung auf einem bekannten Social Media Portal und der Fortführung des roten Erzählerfadens aus meiner bisherigen Artikelreihe, möchte ich mich demThema „Flightpartner“ und „Emotionen“ widmen.

Die eigenen Gefühle im Zaum zu halten beim Golfspiel oder in einem Turnier, wo der Druck meistens besonders hoch ist und die Zweifel, die einen beschleichen können an den eigenen Spielfähigkeiten, kommt oft die Stimmungskomponente der Flightpartner hinzu, die einen während der Runde begleiten.

Diese Spielpartner können eine wertvolle Ressource sein und einen motivieren oder im schlimmstenfall ein grausamer Alptraum, der bis zu 18 Loch anhalten kann. Das es sich besser mit einem Flightpartner spielen läßt, der einen motiviert, versteht sich von selbst aber wie geht man mit einem Menschen um, der das nicht tut.

Mit einem Flightpartner zu spielen, der durch sein Verhalten demotivierend wirkt und Sie somit auch in Ihrer Gefühlswelt beeinträchtigt, läßt sich nur schwer auskommen und begegnen. Ausserhalb des Golfspiels können Sie so einem Negativ-Individuum einfach aus dem Weg gehen, in dem Sie den Kontakt vermeiden, doch in einem Flight ist das nur schwerlich möglich. Was dort Ihre Strategie sein sollte, möchte ich Ihnen anhand einer Geschichte erzählen, die ich kürzlich in einem Buch des Dalai Lama las und auch im Golf praktische Anwendung finden kann.

Keine Sorge, es wird nicht allzu sehr spirituell, sondern ist ein wundervoller Weg einer Person, die seinen „Inneren Frieden“ verloren hat, im Spiel oder auch im Leben und dadurch möglicherweise in das Golfspiel abstrahlt, mit positiver Stärke zu begegnen.

Nehmen wir einmal an, dass Ihr Nachbar Sie nicht mag und immerfort Probleme bereitet. Wenn Sie nun Ihrerseits dem Nachbarn gegenüber Wut- und negative Gefühle entwickeln, so beeinträchtigt dies Ihr seelisches Gleichgewicht, läßt Sie schlecht schlafen, verursacht Ängste und Sorgen, kurzum, es schadet Ihrem Körper. Darunter leidet Ihr Gefühlsleben und auf lange Sicht bekommen Sie Gesundheitsprobleme. Die einzige Person, die von diesen Leiden profitiert ist Ihr Nachbar, da er sein Ziel erreicht hat Sie negativ zu beeinflussen und Ihnen zu Schaden. Ohne das Ihr Nachbar handgreiflich werden mußte, hat dieser sein Ziel erreicht.

Gelingt es Ihnen hingegen weiter zufrieden, heiter und gelassen zu sein und sich von diesen negativen Gefühlen nicht anstecken zu lassen, bleiben Sie innerlich ruhig und in der geistigen Mitte. Sie haben wesentlich mehr Erfolg, wenn Sie diese negative Energie als Ansporn nehmen, um besonders viel Spass im Leben zu haben. Der Schaden bleibt bei dem Verursacher und kann Sie nicht berühren. Der Nachbar erkrankt an dem eigenen Gift welches er zu sich genommen hat.

Dieses „transformieren“ der schlechten Stimmung Ihres Flightpartners in positive Energie für Ihr Spiel ist natürlich nicht von heute auf Morgen zu lernen und Bedarf eines gewissen Trainings aber am Ende zahlt es sich für Sie ganz erheblich im eigenen Spiel aus. Die Nachsicht und Geduld mit Ihrem negativen Flightpartner ist kein Zeichen von Schwäche, sondern zeugt von Ihrer inneren Stärke die Sie in sich tragen. Möglicherweise kann der Flightpartner auch an Ihnen wachsen und für Sie kann es eine willkommene Gelegenheit sein, sich selbst weiter zu entwickeln. So gesehen ist der alptraumhafte Flightpartner oder der Mensch, der Ihnen im Leben begegnet, ein unfreiwilliger Lehrer.

Auch die Person, der ich in diesem blauen Social Media Portal begegnet bin, war somit ein Lehrer für mich. Ohne ihn wäre dieser Artikel nicht entstanden und kann somit all jenen eine Hilfe sein, die Menschen begegnen, deren Karma aus den Fugen geraten ist. Geben wir Ihnen durch unsere innere Stärke die Möglichkeit zu wachsen, damit Sie im Spiel oder aber auch im Leben das Gleichgewicht wieder finden.

Es ist was es ist…ein Spiel

All unserer Spielerfahrung liegt, ob wir uns dessen nun bewußt sind und darüber nachdenken oder nicht, eine große Frage zugrunde – die Frage nach dem Sinn des Spiels.

Der Sinn und Zweck unseres Golfspiels besteht nach meiner Überzeugung darin glücklich und zufrieden mit uns selbst zu sein, während und nach dem Spiel. Dieser Wunsch nach der Zufriedenheit und das Glück zu erleben, welches ab dem ersten Abschlag auf uns wartet, ist eben keine leichte Aufgabe und steht meistens unserem wirklichen Können entgegen.

Die menschlichen Emotionen während einer Golfrunde sind oft überaus kraftvoll und überwältigen jeden Golfspieler an einem der achtzehn Löcher und die Folgen sind zumeist für das weitere Spiel katastrophal.

Wenn wir zum Beispiel Wut oder Frustration empfinden, denken wir vielleicht, das wir jetzt erst Recht angreifen müssen und verstärken unsere Entschlossenheit in einem ungesunden Maße. Wir glauben, jetzt noch härter zuschlagen zu müssen, damit der Ball noch weiter fliegt, um die Meter gut zu machen, die wir gerade verloren haben. Beim genauen Hinschauen wird aber deutlich, dass die negativen Emotionen unsere Spielerfahrungen trüben und uns für die richtige Platzstrategie blind machen. Wir gehen nicht mehr besonnen vor, sondern unser Vorgehen hat fortwährende negative Auswirkungen auf unser weiteres Spiel.

Vom Augenblick des ersten Abschlages möchte jeder Golfspieler auf dem Platz eine schöne Runde spielen und niemand möchte Frustration empfinden oder seine Bälle im Aus suchen. Im Kern unserer Golfrunde hegen wir den tief empfunden Wunsch das gesamte Potential unseres spielerischen Könnens auf der Runde zum Einsatz bringen zu können.

Da alle Golfspieler über Empfindungen und eigene Erfahrungen verfügen und wir mehr sind, als unsere Ausrüstung, so modern und fehlerverzeihend sie auch sein mag, können alle diese technischen Errungenschaften unser Golfleid weder lindern, noch das Bedürfnis nach dem perfekten Schlag lindern. Kein Driver mit der neuesten Weltraumtechnologie kann bewirken, dass wir uns nach dem letzten Putt am letzten Loch glücklich und zufrieden fühlen, wenn der erste Schlag im Aus landete.

Ein Golfspieler braucht etwas tiefer Gehendes, das ich gewöhnlich als Zuneigung und Liebe zu dem Spiel bezeichne. Fehlt es aber an der Liebe und Zuneigung zu dem Spiel, so bleibt die beste Ausrüstung oder der beste Ball am letzten Loch nutzlos und erfüllt uns weder mit inneren Frieden noch dem gesuchten Glück. Mit welcher Geisteshaltung Sie diesem Spiel begegnen hängt natürlich einzig und allein von Ihnen ab aber wenn Sie wirklich glücklich und zufrieden eine Runde beenden möchten, dann erfordert dies eine Veränderung der inneren Einstellung und Denkweise zu diesem Spiel.

Das Glück und die tiefe Zufriedenheit nach der gespielten Runde in sich Selbst zu entwickeln, erreichen Sie nur dann, wenn Sie sich selbst die größte Anteilnahme und das Wohlergehen zukommen lassen und erkennen, welch großes Privileg Sie genießen durften, an einem sonnigen Tag, durch eine parkähnliche Anlage zu flanieren und während dieses Spazierganges einen Ball vor sich her zu schubsen. Dort entdecken und finden Sie die besprochene Liebe und Zuneigung zu dem Spiel, die Sie immer wieder auf das neue empfinden dürfen, sobald Sie allein oder mit Freunden sich an den ersten Abschlag stellen und den Ball himmelwärts in den blauen Himmel schlagen dürfen.

Profigolfer werden oder Freizeitgolfer bleiben?

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Passend zu den Themen „Die Kunst der Nichtverurteilung“ und „Die falsche Erwartungshaltung“, habe ich heute einen interessanten Bericht gelesen, in dem es darum ging, wie oft und wie viel man trainieren müßte, um ein professioneller Golfer zu werden.

Für einen Freizeit- und Wochenendgolfer mag dies erst einmal nicht relevant sein, höchstens für jemanden, der sich mit dem Gedanken trägt, es doch auch einmal professionell zu versuchen. Für beide Golfspielertypen läßt sich aus diesem Bericht rückwirkend ein folgenreicher Rückschluß für das eigene Golfspiel ziehen.

In diesem Bericht, dessen Link ich am Ende dieses Artikels gesetzt habe und in englischer Originalfassung zu lesen ist, wird erwähnt, wie viel Zeit und Trainingsaufwand benötigt wird, um in diesem Sport das große Geld zu verdienen. Die wichtigsten Voraussetzungen sind neben Talent und einen Faible für das Golfspiel sehr, sehr viel Zeit und die nötige körperliche und geistige Verfassung. Das Geld für die notwendige Ausrüstung und Unterrichtung wird vorausgesetzt.

Somit kommen als Profispieler nur die Menschen in Frage, die jung sind, viel Zeit haben und willens sind sich einer eisernen Selbstdisziplin zu unterwerfen. Für Senioren oder Mittdreißiger ist der Zug demnach bereits abgefahren. Vielleicht bringt der eine oder andere noch die körperliche und geistige Leistungsstärke mit, aber was ist mit der Zeit, um 6 Stunden am Tag zu trainieren? Damit wir uns nicht falsch verstehen, nach den 6 Stunden Trainingszeit ist noch keine einzige Golfrunde gespielt, um seine Trainingsleistung zu überprüfen. Das sind 30 Stunden die Woche!

Aus dem englischen Bericht geht hervor, dass die meisten Schüler, die in der Akademie trainieren, circa 7 Semester verbringen und tagtäglich unter der Anleitung eines Lehrers trainieren. Von all diesen golfbegeisterten Schülern schaffen es nur eine Handvoll in das Profigeschäft und können sich damit ihren Lebensunterhalt sichern.

Worauf ich hinaus will? Wie schon in den beiden vorangegangen Artikeln angeschnitten, bedeutet das, wenn Sie auch nur halb so gut werden wollen wie ein Berufsgolfer, müßten Sie immer noch 15 Stunden die Woche trainieren und das unter kontinuierlicher Anleitung. Ich schreibe das deswegen so explizit offen und gnadenlos, weil viele von den genannten Wochend- und Freizeitgolfern tatsächlich versuchen, sich mit diesen Athleten gleichzusetzen und wünschen ebenso zu spielen. Und wenn diese Golfspieler dann enttäuscht sind, weil das nicht möglich ist, zu Tode betrübt und frustriert sind, allen Ernstes behaupten, sie wissen nicht woran es liegt.

Nun könnte der Wochenend- und Freizeitgolfer sich sagen, warum mache ich das denn überhaupt, wenn ich nicht so gut werden kann wie die „da oben“!? Warum Sie Golf spielen, das kann ich Ihnen nicht sagen, das müssen Sie schon selbst wissen, aber was ich Ihnen sagen kann, ist, dass Sie Ihre eigene Perspektive des Golfspiels überdenken und sich nicht kleiner machen sollten als Sie sind.

Jeder Einzelne von uns investiert eine gewisse Zeit und eine gewisse Menge Geld in Ausrüstung und Unterricht und nur die wenigsten von uns sind zufrieden mit ihrem Golfspiel. Ich bin der festen Überzeugung, dass, wenn Sie sich in das Gedächtnis rufen, wie viel Zeit und Geld ein Profi in seine Karriere investieren muß und wie viel Zeit und Geld Sie investieren, Sie selbst verdammt gutes Golf spielen!

Sie sollten viel zufriedener sein mit ihrem Golfspiel, denn die Trainingszeit und das Geld, das Sie investieren, ist für das Leistungsvermögen, was Sie jetzt auf dem Golfplatz abrufen können und das ist wirklich SEHR,SEHR gut! Sie sind kein schlechter Golfspieler, Sie sind nur nicht so gut wie ein Berufsgolfer, weil Sie nicht über deren Zeit und Geld verfügen, welches Sie investieren können.

Hören Sie auf sich mit diesen Jahrhunderttalenten zu vergleichen und kümmern Sie sich viel intensiver um das eigene Training. Am besten natürlich unter Anleitung, sei es eines Golftrainers oder eines Mentalcoaches.

Schauen Sie auf sich und Ihre Leistungsstärke, denken Sie darüber nach, wie Sie sich selbst verbessern können und effizienter trainieren. Für Sie sollte das Hier und Jetzt eine Rolle spielen und nicht was sein könnte. Fangen Sie an Ihr eigenes Golfspiel positiv zu bewerten und sagen Sie es gerne einmal laut und freuen Sie sich, wenn Ihnen ein richtig guter Schlag gelungen ist.

Es ist Ihr Spiel und Sie sind dafür verantwortlich und hören Sie auf sich mit den Berufsgolfern zu vergleichen, Sie sind keiner, aber Sie sind trotzdem der beste Golfer, der in Ihnen steckt und der will aus Ihnen raus! Helfen Sie ihm dabei, trainieren und spielen Sie so viel wie Sie können und genießen Sie es – vielleicht am besten JETZT!

* Hier ist der Artikel in Originalfassung*

Die falsche Erwartungshaltung

Aufbauend zu dem Artikel „die Kunst der Nichtverurteilung“ möchte ich mich im zweiten Artikel „der zu hohen Erwartungshaltung“ im Golfspiel widmen.

Im Golfspiel ist die Erwartungshaltung ein bestimmender Faktor darüber, ob Sie gutes oder schlechtes Golf spielen im Vergleich zu anderen Spielern und/oder den eigenen Fähig- und Fertigkeiten. Hier schütteln sich die Gedanken und Emotionen, die in einem Spieler wohnen mit der Kunst der Nichtverurteilung einander die Hände, da aus der Erwartungshaltung und der daraus folgenden Selbstkritik ernsthafte Konsequenzen im Spiel entstehen.

Der gewöhnliche Freizeit- und Wochenendspieler erwartet ein gutes Runden- oder Schlagergebnis und ist darüber enttäuscht, wenn es nicht eintrifft. Aus der einfachen Enttäuschung kann, wenn die Erwartung öfter nicht erfüllt wird, eine tiefsitzende Frustration, echte Wut oder andauernde Niedergeschlagenheit entstehen, die in Versagensängsten gipfeln.

Diese Ängste vor dem Versagen und der Unsicherheit im Golfspiel liegen zumeist einzig und allein darin begründet, dass die eigene Einschätzung in die spielerischen Fähigkeiten im Golf viel zu hoch angesiedelt und nicht erfüllbar sind.

Ich möchte hier ein kleines Beispiel anführen:

Viele Golfspieler trainieren in der Regel 1x die Woche circa 45 min. lang das Golfspiel in ihrem Heimatclub. Anschließend erfolgt eine Golfrunde am Wochenende. Das ist das typische Szenario.

Das Training sieht dann meist wie folgt aus.

Der Spieler kommt nach dem Feierabend zum Club, spielt ein paar Putts, circa 10min, dann werden weitere 10min für das Chippen erübrigt und danach geht es zur Driving Range. Dort holt sich der Spieler zwei Körbe mit Bällen und schlägt diese in die Ferne. Auf der Driving Range wird ein Ball hinter dem anderen geschlagen und weder auf die Flugkurve, noch auf die Weite geachtet oder gar die eigene Körperbewegung wahrgenommen. Am Ende werden die Schläger in das Bag gestellt und ein kurzer Plausch im Clubhaus geführt. Punkt!

Wenn dann am Wochenende die Golfrunde mit den Freunden ansteht und die Putts daneben gehen und auch die schönen Golfschläge ausbleiben, fragt sich der typische Wald- und Wiesenhacker, wie das sein kann, hat er doch gerade eine Stunde „hart“ trainiert. Die erwarteten Traumschläge sind ausgeblieben und dementsprechend ist der Golfspieler seiner Meinung nach zu Recht frustriert.

Bei Golf handelt es sich nach Meinung der Sportexperten um die zweitschwerste Sportart der Welt und kommt nach der Schwungkomplexität und dem zeitlichen Ablauf der Körperkoordination gleich nach Stabhochsprung.

Professionelle Golfspieler, die ihren Lebensunterhalt damit verdienen Turniere zu gewinnen, arbeiten an ihrem Golfspiel circa 5-6 Tage die Woche mit circa 8 Trainingsstunden am Tag in Begleitung und Aufsicht ihrer Trainer. Trotzdem „erwarten“ die Amateurspieler, die sich am Wochenende einem Freizeitvergnügen hingeben und 1x die Woche trainieren, dass ihre Fähig- und Fertigkeiten sich denen der Tourspieler annähern und ebenfalls Traumschläge fabrizieren. Das gilt in der Länge, Konstanz und Präzision.

Diese an sich selbst gestellte Erwartung kann nur dazu führen, dass Sie nach jeder Golfrunde niedergeschlagen und frustriert den Golfplatz verlassen. Hier muss ein radikales Umdenken erfolgen und dieses lernt man nur in einem angemessenen Mental- oder Techniktraining.

Was Sie als Golfspieler bereit sind an Trainingszeit in das Golfspiel zu investieren, das bekommen Sie am Wochenende auf dem Golfplatz auch heraus. Dabei sollte man noch den Unterschied machen, ob man einfach nur ein paar Bälle geschlagen oder wirklich effizient trainiert hat. Denn auch das Trainieren will gelernt sein.

Ich möchte in diesem Artikel zum Ausdruck bringen, dass es ganz entscheidend ist, auf welche Art und wie oft Sie trainieren, damit sich Ihre spielerischen Fertigkeiten verbessern und dem Rechnung tragen, was auf der Golfrunde passiert. Sie können nicht erwarten, dass Sie konstante und präzise gerade Flugbahnen schlagen und der Ball butterweich landet, wenn Sie dies nicht in ausreichender Art und Weise auch trainiert haben. Bei einer Stunde Training in der Woche können Sie zwar mit ein paar guten Schlägen rechnen, aber ein Großteil der Putts wird das Loch verfehlen, im Aus, Wasser oder im Bunker landen. Für mehr reicht ein Training 1x pro Woche nicht!

Wenn Sie nur eine Stunde pro Woche haben, dann investieren Sie in eine Trainingszeit mit einem Trainer, so daß Sie sich später selbstanleitend effizient trainieren können. Natürlich kostet so ein Training Geld, aber es die beste Investition in sich selbst, wenn Ihnen gezeigt wird, wie Sie sich selbst fortbilden können, damit eben die gewünschten Effekte auf der Golfrunde auch zustande kommen.

Fast alles, was Sie bis jetzt im Leben gelernt haben, machen Sie nun in traumwandlerischer Sicherheit, weil Sie es seit einer kleinen Ewigkeit tun und es zur Routine geworden ist. Das beste Beispiel ist wohl das Autofahren. Hier machen Sie ein halbes Dutzend Dinge gleichzeitig und schaffen es nach unzähligen Kilometern jeden Abend heil nach Hause zu kommen. Warum? Weil Sie es jeden Tag über einen längeren Zeitraum tun. Sie beherrschen es und Ihre Erwartung ohne Blechschaden nach Hause zu kommen erfüllt sich jeden Tag. Wenn Sie als Fahranfänger unterwegs sind, dann hat das Auto schnell einen Kratzer hier und da. Ich denke, alle Eltern, die ihr Fahrzeug an ihre Kinder verleihen, wissen welche Bedenken da mitschwingen. Sie haben Angst um ihre Kinder, weil diese noch nicht solange das Autofahren trainiert haben.

So ist es im Golfspiel auch und daher ist die Erwartungshaltung zu hoch angesetzt, wenn Sie nicht mehr Zeit und Mühe in sich selbst investieren und sich zeigen lassen, wie man sich dem Spiel aus einer anderen Perspektive nähern kann.

Investieren Sie mehr Zeit in sich und trainieren Sie es fleißig, dann wird auch Ihre Erwartung eines Tages Ihrer spielerischen Fertigkeit entsprechen.

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