Autor: Martin

Mit 5 Schritten zum persönlichen Golfziel 2018

 

Eine neue Golfsaison steht in`s Haus und es wird nun Zeit sich zu überlegen, welche Ziele habe ich eigentlich in meinem Golfspiel.

Natürlich sollen die Ziele Sie als Golfspieler motivieren, also das Feuer in Ihnen entfachen, Spass an der zu erwartenden Leistung erzeugen und auch dann begeistern, wenn die Trainingsmotivation im Laufe der Saison ein wenig herunterhängt.

Doch welche wichtigen Punkte gibt es zu beachten, wenn es um Ziele geht?

1. Benennen Sie Ihr Ziel und schreiben Sie es nieder. Schreiben Sie nicht z. B. ich möchte ein mögliches niedriges Handicap haben, sondern schreiben Sie ein tatsächliches Handicap mit einer Zahl auf. Und ganz wichtig, nur etwas was Sie niederschreiben, nimmt tatsächlich Gestalt an, belassen Sie es bei einem Gedanken, wird in der Regel das Ziel nur ein Traum bleiben.

2.Eine große Falle, die vor einem Ziel auf den motivierten Spieler wartet, ist, wenn Sie ein Ziel formulieren, welches Sie nie erreichen können. Das ist demotivierend, führt in eine gedankliche Abwärtsspirale und am Ende hören Sie ganz auf zu trainieren. Bleiben Sie realistisch, auch wenn es weh tut. Ihr Ziel, welches Sie sich vorstellen, muß erreichbar sein! Hüten Sie sich also davor, unrealistische Ziele zu setzen. Das heißt, um bei dem oben genannten HCP Wunsch zu bleiben, dass Sie als Freizeit- und Wochenendgolfspieler mit aktuellen HCP 36 vorgeben, am Ende des Saison ein HCP von 10 erreichen zu wollen. Versuchen Sie es erst einmal mit HCP 30.

3.Eine zeitlicher Rahmen ist wichtig, um die Eigenmotivation zu erhöhen. Wenn man ewig Zeit hat etwas zu erreichen, gibt man sich weniger Mühe und läßt es schleifen. Morgen ist ja auch noch ein Tag. Beugen Sie solchen Motivationsfallen vor! Setzen Sie sich Meilensteine mit erreichbaren Zwischenschritten. So halten Sie die Motivation hoch und bleiben am Ball.

4.Erstellen Sie sich einen Plan, wie Sie diese Ziele erreichen wollen. Schreiben Sie einen Trainingsplan auf und welche Mittel Sie einsetzen wollen, um dieses Ziel zu erreichen. Denken Sie über mögliche Widerstände nach, welche Sie daran hindern könnten und wie Sie diese zu überwinden zu gedenken.

5.Überprüfen Sie regelmäßig Ihren Weg zum Ziel. Ist der Weg richtig den Sie gehen. Sind die Trainingseinheiten die richtigen, vielleicht doch eine Stunde mehr beim Pro, als eine weitere Stunde im Selbstversuch.

Gerade das erreichen eines Zieles setzt in uns Menschen positive Emotionen frei und man klopft sich auf die Schulter etwas erreicht zu haben. Das motiviert gleich doppelt soviel, wenn man weiß es geschafft zu haben. Von solchen positiven Erinnerungen können Sie zehren, wenn es mal zu einem Trainingsrückschlag kommt und es nicht so schnell vorangeht, wie gewünscht. Sie wissen dann, dass Sie es schaffen können, weil Sie bereits wichtige (Meilensteine) Ziele erreicht haben. Solche Erfolgsbilder helfen uns die Visionen die wir von uns haben wahr werden zu lassen.

Eine starke Hilfe können dabei auch Menschen aus Ihrem persönlichen Umfeld sein, die Ihnen dabei helfen diese Ziele zu erreichen. Doch achten Sie darauf, dass es solche Menschen sind, die Ihnen positiv zugewandt sind und sich mit Ihnen freuen können. Erzählen Sie Ihre Pläne niemanden die sich darauf freuen Sie scheitern zu sehen. Solche Freunde und Mitspieler gibt es leider auch. Meist sind diese selbst gescheitert und können es in ihrem persönlichen Egoismus nicht verarbeiten, wenn ein anderer die Ziele erreicht, die sie für sich zugedacht hatten.

Halten Sie Ausschau nach positiven Unterstützern, die Sie auf dem Weg zum Ziel begleiten und sich freuen ein Teil Ihres Erfolges werden zu dürfen oder anfeuern, wenn es einmal ein Trainingstief gibt.

In der letzten Saison hatte ich einige Spieler gefragt, die ich selbst betreut habe, wie Sie sich selbst motivieren und jeder berichtete mir von seinem eigenen persönlichen Geheimrezept. Aber die beste Antwort gab mir ein Teilnehmer, die mir bis heute im Gedächtnis geblieben ist.

„Ich hatte es satt davon zu träumen wie gut ich im Golf sein könnte. Ich wollte endlich so gut werden wie ich sein kann!“

Dieser Antwort habe ich bis heute nichts hinzufügen und was ist Ihr Ziel?

Eine Frage der Konstanz

Eine Frage der Konstanz

Jetzt, wo die alte Golfsaison vorüber ist und die kommende Saison noch in der Ferne liegt, können Sie darüber resümieren, wie Ihre persönliche Golfbilanz war und was Sie von der nächsten Saison von sich erwarten.

Die meisten Golfspieler wünschen sich mehr Konstanz im Spiel aber wissen Sie auch, was das für Sie bedeutet? Welche Konstanz ist denn gemeint?

Möchten Sie Ihr Handicap spielen und weitestgehend erhalten oder mit ein bißchen Glück und Wochenendtraining verbessern als Freizeitgolfer? Oder sind Sie gar ein ambitionierter Turniergolfer, der nicht nur sein HCP halten, sondern auch verbessern und sich Pokale auf das Regal stellen möchte?

Ob Sie nun Freizeit- oder Turniergolfer sind, ohne eine strukturierte Planung, um seine Ziele zu erfüllen, wird da nur sehr wenig laufen. Es ist wichtig, dass Sie einen Zielwert für sich formulieren und sich sinnvoll mit dem Thema Zieleinlauf zum Ende der nächsten Saison beschäftigen. Natürlich können Sie auch nur vor sich hinspielen, schauen was passiert und ganz erwartungslos genießen, wenn es mal gut läuft, dann aber auch wieder schlecht aber in der Regel sind nur die wenigsten Spieler echte Genussgolfer. Der überwiegende Teil spielt jedoch leistungsorientiert, ob er das allerdings vor sich oder anderen zu gibt, ist natürlich eine ganz andere Frage. Aber hier wäre schon die erste Entscheidung zu treffen. Genuss oder Leistung, was soll/darf es denn sein?

Für eine gewisse Konstanz und Verbesserung sind der Wunsch dessen und der Wille untrennbar mit der klaren Absicht verbunden, sich auf ein gestecktes Ziel zu konzentrieren und die Energie einzusetzen, die notwendig ist, dieses Ziel auch zu erreichen.

Nach einer Statistik von Alex Heger, die er in seinem Buch  „Easy Better Handicap“ aufgeführt hat, wird erklärt, dass im Durchschnitt alle Golfer weltweit Ihr Handicap deutlich verfehlen und zwar regelmäßig um satte 3,5 – 5 Punkte Stableford.

Das heißt, um ein kleines Beispiel zu nennen und die meisten Freizeitgolfer halten sich in der Handicapklasse 4,5 und 6 auf, das im Durchschnitt 30-31 Punkte vorgabewirksam gespielt werden, statt der erhofften 36 Punkte. Wenn Sie sich also vor Augen führen und am Ende einer Golfsaison sich privat ausrechnen, wo Sie sich im Durchnitt bewegt haben im Spiel, werden Sie feststellen, dass Sie wahrscheinlich, insbesondere als Wochenend- und Freizeitgolfer in diesem Punktefenster zu Hause sind. Das ist zum einen Teil beruhigend aber löst auch irgendwie auf eine ganz persönliche Art bei einem Selbst eine gewisse Unzufriedenheit aus.

Wie Sie dieser Unzufriedenheit begegenen ist natürlich Ihre persönliche Sache aber wenn Sie keine eklatanten Ausreißer in Ihrem eigenen Spiel haben, dürfen Sie mit sich durchaus zufrieden sein, wenn es auch nur 30 oder 31 Punkte in der Runde geworden sind. In diesen Zahlen zeigt sich nämlich ganz gut, dass Ihre Abschläge, Transportschläge und das Putten in der Regel konstant sind und für sich betrachtet, ist das erst einmal positiv zu werten.

Eine Unterspielung des eigenen HCP kommt im Grunde genommen doch erst dann vor, wenn es an einem Tag, denn Ihr HCP ist ja immer nur eine Momentaufnahme des Golfkönnens im Augenblick, sehr gut läuft oder das effiziente Training, welcher Schwerpunkt auch immer zu diesem Zeitpunkt die Früchte trägt, die Sie geübt haben.

Spielen Sie nur circa 6-8 Turniere pro Saison, ist die Ausbeute an der HCP Verbesserung wesentlich geringer, als wenn Sie es in der Saison auf circa 15-36 Turniere bringen. Denn in der Regel, sprich im Durchschnitt, verlassen Sie den konstanten Pufferbereich beim Stableford nur alle 7 Turniere, Ausnahmen, insbesondere bei Anfängern ab HCP 54 einmal ausgenommen, da geht es für kurze Zeit schnell abwärts, bis dann ein technisches Spielniveau erreicht wird, von wo es mit regelmäßigen Training nur noch selten steil abfällt.

Darum denken Sie noch einmal sehr genau über Ihr Selbstbild als Golfer nach und gehen Sie nicht zu gnadenlos mit sich Selbst ins Gericht, wenn mal wieder ein Schlag nicht passt oder eine Runde aus dem Rahmen fällt. Wenn Sie am Ende des Jahres die Rechnung aufmachen und unter dem Strich keine signifikante Verschlechterung aufgetreten ist, das HCP gehalten oder sogar ein Stück verbessert wurde, sind Sie absolut im grünen Bereich. Gleichzeitig muß Ihnen aber auch von Beginn an klar sein, dass ohne planvolles und zielgerichtetes Training, sei es technisch oder auch mental, keine großen Sprünge zu erwarten sind.

Du kannst! Der Rest ist Geschichte…

Lange bevor Sie selbst anfangen zu spielen oder sich mit jemanden zum Golfspielen treffen, erkennen Sie schon an der eigenen Einstellung oder des Partners, ob Sie oder er positiv gestimmt ist an dem Tag. Bei sich selbst erkennen Sie es natürlich nur, wenn Sie absolut ehrlich zu sich selbst sind, bei einem Spielpartner ist es viel einfacher zu erkennen.

Der positive Spieler oder nennen wir ihn, der Siegertyp, sagt „lass uns anfangen zu spielen“ oder zu trainieren und wird, selbst unter widrigen Umständen, nicht aufhören sich zu pushen und daran arbeiten etwas zu verändern. Der Verlierertyp oder der negative Spielpartner wird Ausreden finden, warum etwas gerade nicht funktioniert oder etwas schiefgegangen ist. Meistens beginnt der Satz mit einem „Ja aber…, bin in Schwungumstellung, nicht fit, neue Schläger…andere Bälle etc etc.“

Entschuldigungen, Ausreden oder Einwände beginnen oft mit „ Ja aber“ achten Sie einmal darauf, wie oft Ihnen dieser Typ begegnet oder wann Sie selbst damit bei sich beginnen,um eine unangenehme Aufgabe zu umgehen.

Wenn Sie etwas verändern möchten im positiven Sinne und einen neuen Weg einschlagen wollen, helfen Ihnen Ausreden nicht weiter. Diese negativen Gedanken sind bereits am Anfang professionelle Selbstsabotage und leistet dem Scheitern bereits eine solide Grundlage.

Ich hab es ja gleich gewußt ist dann der Standardsatz und dient einzig und allein vor sich Selbst oder vor anderen Personen besser dazustehen. Man hatte ja bereits am Anfang Zweifel daran geäußert, also ist es doch klar, das es nicht klappen konnte – ICH HABE KEINE SCHULD!

Lösen Sie sich von solchen Gedanken und wandeln Sie negative Gedankenempfindungen in positive um in „Ja ich kann und ich will etwas verändern. Stück für Stück“!

Schönrednerei?

Nein!

Am Anfang mag der neue Weg steinig und bergauf gehen und natürlich wird es auch Rückschläge geben. Es wird Tage geben an denen man nicht so schnell voran kommt oder die Erwartung an das eigene Spiel höher ist, als der momentane Spielstand es erlaubt. Doch die Ausreden und Einwände nicht weiter zu machen, weil es gerade schwer wird weiter zu machen, sind auch hier nur Erfolgsverhinderer, weil Sie den Glauben an sich selbst sabotieren.

Es ist es wichtig, insbesondere wenn etwas neu angegangen wird, sich für das Training nur eine einzige Spielstufe vorzunehmen und einzeln abzuarbeiten. Arbeiten Sie diszipliniert und setzen Sie sich kleine Zwischenziele, bis Sie das nächste Ziel in Reichweite haben. Somit steigt die Erfolgsrate und das Vertrauen in sich Selbst.

Sie können es schaffen, wenn Sie an sich selbst glauben und den langen Weg in Teilstrecken gehen.

Gerne können Sie an das große Ziel glauben, an den Spieler der Sie gerne sein möchten, dagegen spricht überhaupt nichts. An dieses Idealbild, als der Golfer der man sein möchte, müssen Sie sich jedoch heranarbeiten. Das Stichwort ist hier sich an ein Ziel anzunähern.

Wenn Sie mit dem Eisen 7 gerne einmal 120m weit schlagen möchten, dann müssen Sie erst einmal die 110m schaffen, bzw. 100m usw. Sich gleich an den 120m zu versuchen setzt möglicherweise ein Scheitern voraus, weil Ihre Schwungfähigkeit bis dahin noch ausreicht und die Frustration wird dementsprechend hoch sein, wenn Sie es immer wieder probieren aber die Marke nicht auf Anhieb erreichen. Versuchen Sie sich doch erst einmal an den ersten 80m die es gerade zu schlagen gilt und wenn das geklappt hat, versuchen Sie es sich an 90m. So ist der Erfolg auf lange Sicht vorprogrammiert.

Ja, ich weiß, Babyschritte sind manchmal quälend langsam und in einer Gesellschaft, wo es immer höher, schneller und weiter gehen muß, herrscht ein gewisser Leistungsdruck aus der Gruppe heraus. Aber das ist nicht Ihr Druck und nicht Ihre Spielweise.

Wo Sie einen langen Atem beweisen, werden Ihre Fähigkeiten wachsen, da haben andere Ja-Aber Mitspieler bereits aufgeben.

Sie können es – der Rest ist Geschichte.

Hast du Problem, hast du Herausforderung

Hast du Problem, hast du Herausforderung!

Es ist wieder einmal eine Frage der Perspektive, wie ein Golfer ein Golfproblem wahrnimmt. Wenn Sie als Golfer gar keine Probleme mehr haben, würde es dann nicht auch bedeuten, dass Sie gar keine Herausforderungen haben? Die einzigen Menschen, die keine Probleme haben so wird landläufig gesagt, sind die, die auf dem Friedhof liegen.

Wünschen Sie sich das?

Außerdem, wie viele Probleme haben Sie schon erfolgreich im Golf gemeistert und haben Sie dadurch stärker und zuversichtlicher gemacht. Ich wette, pro Golfrunde haben Sie mindestens ein Problem gehabt und entweder auf der gleichen Runde noch gelöst oder spätestens bei der zweiten Golfrunde.

Ein Mensch, ob Golfer oder Nichtgolfer, stößt selten auf ein Problem bzw. Herausforderung in der nicht auch schon, vielleicht zugegeben versteckt, eine Lösung inkludiert ist. Gelegentlich muß man einfacher genauer hinschauen oder etwas länger warten, bis es einem gelingt, diese Herausforderung zu meistern.

Etwas zu meistern gibt einem Kraft und Zuversicht, dass stärkt das Selbstvertrauen und kurze Wege, ein Problem zu umgehen, bringt überhaupt nichts. Im Golf stoßen Sie immer wieder auf die gleiche Herausforderung und erst wenn Sie sich bemühen, sich diesem Problem zu stellen und zu meistern, werden Sie im Spiel einen großen Schritt weiterkommen.

Natürlich werden Sie einwenden können, dieses Problem ist unmöglich zu lösen aber steckt nicht in dem Wort unmöglich nicht schon die Lösung? Achten Sie einmal auf den zweiten Wortteil. Dort steht „un-MÖGLICH“!

Ja, ich höre schon wieder den Pessimisten in Ihnen, der sagt, dass ist doch alles Schönrednerei, doch damit machen Sie es sich zu einfach. Sie sollten den Standpunkt der Wahrnehmung wechseln.

Der Wortteil „UN“ vor dem „Möglich“ bedeutet nichts anders als die Verkürzung von „ SO NICHT“, das heißt, es ist nicht unmöglich, sondern lediglich nur „so nicht möglich“. Die Frage die Sie sich also stellen sollten ist, wie ist diese Herausforderung oder das Problem zu lösen, wenn es „so nicht möglich“ ist?

Versuchen Sie es einmal und überlegen Sie sich, wenn es wieder einmal heißt, es wäre unmöglich und was Sie tun müßten, um es möglich zu machen. Das gilt für eine Spielsituation oder für das nackte Leben. Aber eines wird es nie sein…und zwar einfach.

Jeder Mensch ist Mittelpunkt eines Universums

Manchmal lohnt es sich einen Schritt zur Seite zu gehen, nicht nur im Leben, sondern auch auf dem Fairway, um die eigene Lage oder die des Balles in einem anderen Licht zu sehen.

Die Perspektive oder auch Sichtweise genannt, ändert sich auf Dinge im Leben und auf dem Platz, wenn genug Zeit vergangen ist und läßt einem über das Geschehene später einmal anders denken. Manchmal erscheint das, was gerade eben noch sinnvoll erschien, nur wenige Augenblicke anders und gar nicht mehr so logisch und sinnvoll. Die jeweilige Perspektive beansprucht jedoch für sich die eigene volle Wahrheit, auch wenn sie nicht die ganze sein muß, sondern möglicherweise nur ein Teilaspekt ist.

Was hier hier so philosophisch klingt, kann jedoch aus der Sichtweise des Betrachters eine wertvolle Orientierung sein. Ergibt sich doch aus der momentanen Situation im Spiel eine Wahl die im Augenblick des Moments eine Entscheidung fordert und später, nach der Ausführung der Entscheidung, dass Ergebnis präsentiert. Hätte man die gleiche Entscheidung getroffen, wenn man in der Ausgangslage mehr gewußt hätte? Wenn Sie wieder in die gleiche Situation kommen, können Sie Aufgrund der Erfahrung und Entscheidung, welche Sie in der damaligen Perspektive getroffen haben eine neue Sichtweise einnehmen, da das Ergebnis damals vielleicht Ihrem Wunsch nicht entsprach.

Ein paar Beispiele, wie Ihnen eine andere Sichtweise zu mehr Gelassenheit im Spiel verhilft.

Weil gelegentlich Dinge nicht unseren Vorstellungen entsprechen, so dass eine abweichende Realität nicht akzeptiert werden kann, auch dann nicht, wenn das Ergebnis offentsichtlich vor uns liegt, kommt es zu Ärger und Frustration in unserem Spiel.

Die Vorstellung eines guten Schlages läuft dem Ergebnis zuwider, wenn der Ball nicht dort aufkommt wo wir ihn erwartet haben. Als Golfer wäre man in diesem Fall gut beraten den Ärger nicht in Beziehung zu dem Schlag zu setzen, sondern unsere Vorstellung eines Schlages der Realität anpassen und zu akzeptieren. Mag der Schlag gut gewesen sein, so war es möglicherweise die Bodenbeschaffenheit nicht und somit verantwortlich für das unplanmäßige abprallen und ausrollen im Rough. Verlassen Sie die Perspektive, das eine Vorstellung und die daraus folgende Erwartung mit dem tatsächlichen Ergebnis am Ende zwingend übereinstimmen muß.

Wenn wir im Golf nur an einem Interesse haben und alles andere ausblenden, weil es uns nicht interessiert, kann es auf der Runde zu einem massiven Interessenkonflikt mit unserer Erwartung im Spiel kommen. Manche Golfer trainieren stets auf dem Kurzplatz auf perfekten kurzen Rasen und weichen, glasglatten Grün. Das geht genauso so lange gut, wie der Ball auf dem Fairway landet und nicht außerplanmäßig im Rough oder im Bunker liegen bleibt. Die Befreiung aus der schlechten Balllage wird im Training gerne von Golfern vernachlässigt, weil es nicht Ihren Interessen dient und führt zwangsläufig zu Unsicherheiten in der Spielweise, wenn sich alle Golfgötter gegen einen verschworen haben.

Die meisten Menschen wissen nicht, dass Sie nur eine Perspektive haben und finden es plötzlich bedrohlich wenn die Dinge anders aussehen. Darum ist es im Training und im Spiel von Vorteil, wenn Sie die Sichtweise einmal wechseln und sich das gespielte Loch nicht nur vom Abschlag aus ansehen, sondern auch rückblickend betrachten, wenn Sie eingelocht haben. Möglicherweise fällt Ihnen dann auf, warum es auch eine andere Möglichkeit gibt zum Erfolg zu kommen.

Darum merken Sie sich wohl:

Aus Hintertupfinger Perspektive wirkt Manhattan faszinierend;
aus der des Abwasserkanals unter dem Broadway weniger.

Ich mache was ich will – mein Körper auch?

Wäre es nicht Klasse, wenn Sie in ein Turnier mit dem nötigen Selbstvertrauen starten würden, mit der Gewißheit, sich auf die eigene Leistungsstärke zu 100% verlassen zu können?

Wäre es nicht wunderbar, auch dann schwierige Ballagen zu meistern, wenn es mit Abschlag nicht so geklappt hat?

Und wäre es nicht ein tolles Gefühl, am Vorabend eines Turniers oder einer wichtigen Golfpartie endlich durchzuschlafen, ohne sich Gedanken darüber zu machen, was am nächsten Tag alles schief gehen kann?

Sollten Sie alle diese Gefühle und Bedenken haben, wenn Sie auf den Platz gehen und die innere Stimme wiederholt leicht genervt immer wieder fragt…warum mach ich das hier eigentlich…. dann ist es Zeit, sich zu Fragen einen Coach oder einen Golftrainer zu kontaktieren. Denn eigentlich wollen Sie doch nur in Ruhe und Frieden Golf spielen.

Bei dieser komplexen Sportart kann eine Hilfestellung im technischen und im mentalen Bereich eine enorme Befreiung sein, da die Stress- und Druckbelastung in vielen Situationen auf ein weiteres Paar professioneller Schultern verteilt werden kann. Geteiltes Leid ist bekanntermaßes nur halbes Leid. Ein Trainer oder ein Coach können im Prozess des Golftrainings individuelle Unterstützung geben.

Der Unterschied zwischen einem Golftrainer, der seinem Schüler die technische Hilfestellung zukommen lässt, um bestimmte Bewegungen korrekt auszuführen, wird der Golfcoach seinem Schüler keine direkten Lösungsvorschläge unterbreiten, sondern anregen, sich bestimmte Ziele zu setzen und eigene Wege zur Klärung zu entwickeln. Auch in der Spielplanung und Vorbereitung ist diese Unterstützung im mentalen Bereich der Königsweg, um die Förderung der Selbstreflexion in der Selbstwahrnehmung zu stärken. Durch das Bewußtsein, in bestimmten Handlungssituationen die Verantwortung und das Vertrauen in die eigene Stärke zu entwickeln, ist es möglich, Blockade- und Stresssituationen zu überwinden und das Handicap purzeln zu lassen.

Golfcoaching ist weder Psychotherapie, noch Mentoring, sondern eine Form von geführter und geoordneter Selbsthilfe und unterscheidet sich somit vom herkömmlichen Golftraining im technischen Sinne.

Die wichtigsten Formen im Coaching sind folgende Punkte:

• Ergebnisorientierte Situationsanalyse

• Zielklärung

• Ressourcenaktivierung

• Umsetzungsunterstützung

• Affekt- und Wertschätzungsaktivierung

Professionelle Leistungsspieler die mit Golf ihren Lebensunterhalt verdienen, setzen bereits seit einigen Jahren auf den mentalen Aspekt dieses Trainings und beschreiben dies als wichtigste Entwicklungsmaßnahme in ihrem Leben. Nicht umsonst sind Coaches wie Bob Rotella zum Beispiel gefragte Experten, wenn bei einem Golfer ein Leistungsabbruch zu verzeichnen ist aber der Grund nicht auf Anhieb gefunden werden kann. Oft liegt der Leistungsabbruch nicht im negativen Aspekt des technischen Trainings, sondern im mentalen Bereich. Zuviel Erfolgsdruck. Zu wenig Selbstvertrauen in das eigene Spiel bzw. Können sind die meisten Ursachen.

Für einen Coach ist das begleiten eines Spielers viel umfangreicher, als wie es bei einem Trainer der Fall ist, der sich um Schwungbewegungen und technische Abläufe seines Schülers kümmern muß. Ein Sportmentalcoach hat vier wichtige Faktoren im Blick und alle müssen gleichwertig behandelt werden:

• Die Person als Schüler

• Das Umfeld (Team) des Schülers (Familie / Lebensverhältnisse)

• Die Selbstorganisation des Schülers (Vorbereitung / Planung)

• Der Gesamtkontext all vorheriger Fakten in Zusammenwirkung auf den Schüler

Es soll jedoch nicht der Eindruck entstehen, dass ein Coach besser oder schlechter ist als ein Golftrainer. Es soll hier lediglich aufgezeigt werden, das seine Arbeit sich eklatant von dem technischen Aspekt unterscheidet, jedoch in seiner Wertigkeit und dem wichtigen Einfluß, den es auf die Leistungsfähigkeit des Golfschülers hat, von immenser Bedeutung ist.

Ein Turnier wird nicht gewonnen, weil jemand nahe am perfekten technischen Schwung ist, sondern weil seine mentale Bewußtseinshaltung ihn in die Lage versetzt, diesen fast perfekten Schwung fehlerfrei auszuführen.

Interessant ist dabei zu beobachten, dass der normalsterbliche Spieler immer noch viel mehr Zeit damit verbringt sich eher auf den technischen Aspekt zu konzentrieren, als auf den mentalen. Erst langsam sickert es tröpfchenweise in die Köpfe des Golfsports, dass gerade die mentale Seite, einen ebenso wichtigen Anteil am Erfolg eines Spielers hat, wie der technische Aspekt. Gerade bei Spielern, die sich seit längerer Zeit auf einem Trainingsplateau befinden und in Ihrer Entwicklung stagnieren, profitieren durch Training im mentalen Bereich am ehesten von einer positiven Geisteshaltung im Spiel, wenn es wieder einmal besonders schwer wird und das Spiel zu kippen droht.

Schon früh kann ein Golftrainer erkennen, ob sein Schüler eher im technischen oder mentalen Bereich eine helfende Hand benötigt und hier wäre es wünschenswert, wenn Trainer und Coach enger zusammenarbeiten würden. Das hilft dem Spieler in seiner Entwicklung und weder Trainer noch Coach befinden sich in einer Konkurrenzsituation zueinander.

Das Schlüsselwort ist hier die „symbiotische“ Verbindung beider Trainingsaspekte.

Warum und das soll die Abschlußfrage an Sie sein geschätzter Leser, machen es sich die Freizeit- und Wochenendgolfer im Spiel so schwer und vernachlässigen diesen Aspekt des mentalen Trainings, wenn im Profisport durchschlagende Erfolge damit erzielt werden?

Konzentration nach dem W.I.N Prinzip

Ein ungarisches Sprichwort sagt:

„Wer zwei Hasen jagt, fängt keinen.“

Vielleicht fragen Sie sich, was haben Hasen mit Golf zu tun? Aber ich schreibe hier nicht über die Jagd nach Meister Lampe, sondern über Ihre Gedanken, die wie Hasen in Ihrem Kopf hin und her hoppeln.

Das Stichwort ist: „Konzentration!“

Während Sie anfangen diesen Text zu lesen, überlegen Sie bereits, worauf der Autor hinaus will und schauen kurz aus dem Fenster und stellen fest, dass es ganz schön dreckig ist. Dabei hatten Sie schon vor zwei Tagen darüber nachgedacht, dass, sobald das Wetter schön genug ist, damit anfangen es zu putzen. Doch dann überlegen Sie, ob es nicht klüger wäre, wenn wieder die Sonne scheint, lieber die Golfschläger zu putzen und das Golfbag aufzuräumen. Ach ja, apropos Golf, Sie wollten ja den Text über Hasen, nein Blödsinn, über Konzentration lesen!

Haben Sie gemerkt worauf ich hinaus will? Ihre Konzentration ist mitunter so schnelllebig wie ein tiefer Atemzug.

Dass Gedanken sich verändern und von der Gegenwart in die Zukunft springen oder auch in der Vergangenheit weilen, obwohl man gerade eben noch an etwas anderes gedacht hat, ist völlig normal. Seien Sie also beruhigt, Sie sind kein hoffnungsloser Einzelfall, sondern Mitglied in einem guten besuchten Club.

 Gedanken Wandern…

Dieses „Gedanken wandern“ nimmt fast die Hälfte Ihrer Zeit in Anspruch, während Sie sich in der Wachphase befinden. Unglaublich denken Sie! Tatsächlich ist es nicht so ungewöhnlich wie Sie glauben, das haben Studien aus der Neurologie bereits bewiesen. Ein Wunder, dass Sie überhaupt einen klaren Gedanken fassen können. Aber überprüfen Sie sich ruhig einmal selbst, wenn Sie wieder für einen kurzen Augenblick nicht bei mir – im Text – sind. Läuft nebenbei der Fernseher? Spielen die Kinder nebenan oder kurz mal SMS gescheckt? Das Radio läuft bestimmt oder? Ach kommen Sie, irgendwas lenkt Sie gerade ab, bestimmt!

Diese geistige Autonomie kann sich dann negativ auf uns auswirken, wenn wir uns konzentrieren sollten, aber nicht in der Gegenwart sind. Wie schnell ist ein Abschlag missglückt, nur weil uns etwas abgelenkt hat. Diese eine Ablenkung zieht schnell einen unpassenden Gedanken nach sich, stört aber unser Unterbewusstsein bei der routinierten Abschwungphase und schon ist es passiert. Unabhängig, ob die Ablenkung von Innen oder von Außen kam.

Das schlimme an dieser Hetzerei der Gedanken ist, dass es dem Gehirn sehr viel Energie entzieht und somit Ihre Kraft kostet, die Sie für andere Dinge benötigen. Gerade Dinge die unerledigt sind und die wir noch tun wollen oder zu Ende bringen möchten, kosten uns wesentlich mehr Lebensenergie, als die, die wir schon erledigt haben und nur daran zurückdenken. Wenn Sie also schon die nächsten Löcher planen und wie viele Punkte Ihnen noch fehlen, sind Sie Ihre eigene fünfte Kolonne und sabotieren sich erfolgreich selbst.

Wer also öfter mit seinen Gedanken abschweift, braucht länger, um zu seinen Ursprung der Sache zurück zukehren. Das kostet Kraft und der Wille zur Konzentration schwächt sich mit jedem weiteren Mal, wenn Sie sich von etwas ablenken lassen.

Das kennen Sie sicherlich von der Arbeit, wenn das Telefon zum tausendsten Mal klingelt, obwohl Sie doch das eMail, Memo lesen müssen. Es kostet Kraft und Geduld zu dem Text zurück zukehren und genauso ist es auch im Golf.

Der Feind im Inneren!

Für Sie als Golfer heisst das nichts anderes, wenn Sie sich allzu oft ablenken lassen, werden Sie Schwierigkeiten haben, Ihre Wunschrunde zu spielen. Mögen Sie an den ersten Löchern noch nervös und langsam in das Spiel gekommen sein, werden die letzten Löcher oftmals mit Konzentrationsdefiziten belastet und nicht mehr so gelassen gespielt wie die vorherigen. Die letzten Löcher haben nicht nur Muskelkraft gekostet durch das viele spazieren gehen und Schwung holen, sondern auch viel Geisteskraft und diese nimmt, wie auch die körperliche Kraft, zum Ende hin stetig ab.

Auch im Training sind Sie immer wieder diesen Konzentrations-Verlustattacken ausgeliefert. Da klingelt ein Mobiltelefon vom Golfnachbarn, zwei Mitspieler tratschen nebenan über den neuen Driver aus Weltraumstahl oder das schlichte Kommen und Gehen von Personen, die Sie in der Peripherie des Sehens wahrnehmen. Doch nicht nur die allgemeinen Ablenkungen sind ein Attentat auf Ihre Konzentration, sondern auch der eigene Geist.

Der eigene Geist?

Ihr Körper bzw. Ihr Gehirn sabotiert Sie mit voller Absicht selbst. Der Feind im Inneren.

Forscher nennen diese aus dem Gehirn angestrebte Sabotage auch „die Gier nach Daseinsneuigkeiten“.

Klingt nur lustig, ist es aber nicht.

Das eigene Gehirn möchte Neuigkeiten erfahren und strebt selbst nach Abwechslung, um die Monotonie der Langeweile, die eine routinierte Tätigkeit mit sich bringt zu durchbrechen. Die Forschung weiß zu berichten, dass Ablenkungen nicht nur von Außen kommen, sondern auch von Innen und zwar zeitlich getaktet wie eine Schweizer Uhr.

Nach circa 11 Minuten schreibt die neurologische Forschung, unterbrechen wir uns selbst, da unser Gehirn selbstständig nach Neuigkeiten in seiner Umgebung sucht. Belohnt wird das Gehirn durch eine kräftige Dopamin-Ausschüttung, sobald wir durch eine Abwechslung unsere eigene geistige Autonomie untergraben haben. Dopamin macht uns übrigens sehr glücklich.

 Das mentale Schutzprogramm

Das einzige was dagegen hilft ist ein mentales Schutzprogramm für sich selbst und gegen die Außenwelt. Die Golfprofis, die auf die Tour gehen, haben das bereits begriffen und im Turnier diese mentalen Schutzschilde hochgefahren. Wie sonst könnten diese Spieler bei tausenden von Zuschauern so abschlagen, als wären Sie ganz allein auf dem Platz.

Doch Aufmerksamkeit und Konzentration kann man lernen und ebenso aufbauen wie einen Körpermuskel. Hilfe ist also nicht weit entfernt, Sie sollten es nur trainieren.

Das entsprechende Training wird gefördert durch Meditation oder durch so genannte Gedanken-Stopp-Übungen, die Sie wissentlich durchführen, um Störungen sofort zu unterbinden. Da eine Meditation auf dem Golfplatz im Spiel nur schwierig umzusetzen ist, empfiehlt sich hier eher eine Gedanken-Stopp-Übung, die Sie in das Hier und Jetzt zurück bringt. Damit kommen wir auch schon zu dem simplen und sicherlich Ihnen nicht unbekannten W.I.N Prinzip.

W.I.N heißt nichts anderes als „Whats  Important Now“, in deutscher Sprache übersetzt:

„Was ist jetzt wichtig!?

Diese drei englischen Buchstaben passen auf jeden Golfhandschuh, an das Bag als kleiner Button oder auf den Golfball geschrieben  und sind eine großartige Hilfe für die Konzentration.

Die Konzentration auf das aktuelle Thema “ What‘ s Important Now“ stählt Ihre Gedanken, sich mit einem Problem im Hier und Jetzt zu beschäftigen, welches gelöst werden muss. Diese Fragestellung löst die einzige Reaktion im Gehirn aus, die wichtig ist und alles andere wird nebensächlich. Intuitiv befasst sich Ihr Bewußtsein mit der Problemstellung und versucht es zu lösen. Verschwunden sind die Gedanken an Stableford-Punkte, wie viel Löcher noch zu spielen sind oder wie der letzte Abschlag war.

Das Gehirn stellt die Scheuklappen auf und Selbstzweifel werden in den Hintergrund gedrängt. Es kommt zum Tunnelblick. Die Gedanken werden zielgerichtet auf einen einzigen Punkt!

Da wir uns dann damit beschäftigen, was jetzt in diesem Moment wichtig ist, bereitet sich der Körper und das Gehirn geistig darauf vor, die Lösung mit bestmöglicher Effizienz umzusetzen. Sie kontrollieren die Balllage, suchen sich den richtigen Schläger aus, fokussieren sich auf ein Ziel und schwingen den Golfschläger sauber durch. Keine Zeit darüber zu sinnieren was alles schief gehen könnte. Der „Drunken Monkey“ wird schlagartig nüchtern.

Probieren Sie es einmal aus, wenn Sie wieder auf der Golfrunde sind und sagen Sie zu sich selbst, während Sie auf den Ball zu gehen, gerne auch mit eigener Stimme:

Whats Important Now?

Sie werden merken, wie schnell Ihr Gehirn in das Hier und Jetzt zurückkehrt und sich mit der gegenwärtigen Situation beschäftigt.

Golfinterview Below Par

Durch einen freundlichen Kontakt via eMail hatte mich Frederik Braun von Below Par angefragt, ob ich einem Interview zustimmen würde bezüglich dem Thema Mentalcoaching. Wer Below Par noch nicht kennt, dem mag ich vorerst deren Webseite empfehlen, denn auch Sie haben sich dem Ziel verschrieben, uns Golfern mit Rat und Tat beiseite zu stehen. Die Betreiber von Below Par sind beide Bundesligaspieler und wissen wovon Sie sprechen.

Hier nun das Interview:

Wir betonen immer wieder, wie wichtig die mentale Seite des Spiels ist. Vielen Amateuren ist das bewusst, doch wo fängt man an und wie misst man den eigenen Fortschritt? Ein Slice kann mit dem Trainer durch Übung korrigiert werden, doch wie sieht das bei Nervosität und Selbstzweifeln aus? Wir haben mit Martin Schütt, Golf Mental Coach und Betreiber der Seite mentaltraining-golf.de gesprochen und ihn genau danach gefragt.

BelowPar: Herr Schütt, Sie sind Sportmentalcoach mit dem Schwerpunkt Golf Mentaltraining. Wie sind Sie zum Golf gekommen und was fasziniert Sie am Golfsport?

Martin Schütt: Zum Golf bin ich durch meine Lebensgefährtin gekommen, die bereits mit ihrer Schwester Golf spielte und mich auf einen Schnupperkurs im Golf hinwies. Natürlich geschah das mit dem Hintergedanken, dass wir mehr gemeinsame Zeit in unserer knappen Freizeit verbringen würden 😉 Was mich am Golf so fasziniert, sind die vielen Facetten dieses Spiels. Ich könnte den Finger nicht auf einen Punkt legen, der mich besonders anspricht, außer die mentale Seite natürlich. Vielleicht ist es die Möglichkeit, sich spielend auseinanderzusetzen. Dieses Spiel hat Wettkampf- und Spaßcharakter zugleich und das in der freien Natur, in schönen Park ähnlichen Anlagen und gelegentlich (in Hamburg) bei bestem Wetter.

BelowPar: Golf ist eine der wenigen Sportarten, bei der wir Spieler deutlich mehr Zeit zum Denken, als zum Spielen haben. Was wir dabei denken, hat einen enormen Einfluss auf die Zahl, die am Ende auf der Karte steht und gerade deshalb ist Sportpsychologie vor allem bei Golfern und zunehmend auch bei Amateuren ein beliebtes Thema. Mit dem Golfen an sich anzufangen, ist relativ leicht. Man schnappt sich einen Schläger, legt los und nimmt eventuell eine Trainerstunde. Doch wie fängt man mit dem Mentaltraining an? Oberflächliche Ratschläge zum Thema, wie etwa „du musst nur positiv denken“, gibt es ja genug. 

Martin Schütt: Mir haben am Anfang tatsächlich Bücher geholfen, um mich anfänglich mit dem Thema Mentaltraining auseinanderzusetzen. Bob Rotella mit dem „15. Schläger“ (Link zum Buch) und Oliver Heuler’s „Jenseits des Scores“ (Link zum Buch) waren dabei meine ersten Werke. Diese beiden Bücher geben einen sehr guten Einstieg und erleichtern das Beschäftigen mit der mentalen Perspektive, die leider von Freizeit- und Wochenendgolfern oft sehr vernachlässigt wird.

Es gibt so viele Golfer, die ich frustriert und schimpfend von einer Golfrunde kommen sehe und die ich am liebsten sofort an die Hand nehmen würde, um zu zeigen, dass man die verbrachte Freizeit auf dem Golfplatz soviel angenehmer gestalten kann, als wutschnaubend den Platz zu verlassen. Es hilft, sich dem Thema des Mentaltrainings erst einmal lesend anzunähern und sich dann einen Golf Mental Coach zu suchen, mit dem man seine Ziele für die Saison erarbeitet. Nur mit positivem Denken ist es nicht getan, jedoch ist es guter erster Schritt.

BelowPar: Als Anfänger stellt man irgendwann fest, dass die Ergebnisse langsam aber sicher besser werden. Auch das Handicap purzelt. Wie stellt man jedoch fest, dass man mental besser wird? Denn dafür gibt es kein Handicap und auch keinen Score im klassischen Sinne. Sollte man sich dabei ausschließlich auf sein Bauchgefühl verlassen?

Martin Schütt: Sie stellen es dann fest, wenn Sie merken, dass Sie auf herausfordernde oder katastrophale Spielereignisse auf dem Platz viel gelassener reagieren, als zuvor. Ungünstige Balllagen sind bei verbesserter mentaler Stärke kein Schreckensszenario mehr und Wasserhindernisse, die überspielt werden müssen, lassen Ihre Knie nicht mehr weich werden. Der Druck im Inneren, die Nervosität lässt ganz einfach nach. Die ganze Körperspannung ist nicht verkrampft, wenn die Gedanken im Kopf keine Purzelbäume mehr schlagen, sondern ein langsamer ruhiger Fluss geworden sind.

BelowPar: Wir haben immer wieder festgestellt, dass die Frusttoleranz von Amateuren, die den Golfsport ernst nehmen und regelmäßig Turniergolf spielen, deutlich niedriger ist, als die von Profis. Ist das etwas, das Sie im Rahmen Ihrer Arbeit auch festgestellt haben? Was unterscheidet Ihrer Meinung nach einen guten von einem sehr guten Spieler – vor allem im mentalen Bereich?

Martin Schütt: Diese Feststellung kann ich eindeutig bejahen. Das Mentalcoaching oder mentale Training ist unter Amateuren auch weniger weit verbreitet, als bei den Profis und steckt noch in den Kinderschuhen. Viele Freizeit- und Wochenendgolfer scheuen sich davor, ein mentales Training zu buchen und vergleichen das fälschlicherweise mit dem „hinlegen auf die Psychocouch“, was nun wirklich gar nicht der Fall ist.

Wenn es Ihnen gelingt, Ihre Emotionen und Gedanken positiv zu kontrollieren und auf dem Platz Ihr ganzes Potential abzurufen, wenn es am dringendsten gebraucht wird, sind sie Ihren Konkurrenten ein ganzes Stück voraus. Das ist der Unterschied zwischen einem guten und einem sehr guten Spieler.

Erfolg beginnt im Kopf. Das haben Profis bereits früh erkannt und nutzen die Vorteile von mentalem Training für ihr Spiel. Hier ist von uns Sportmentalcoaches noch viel Aufklärungsarbeit für Amateure zu leisten, damit auch diese zu den Golferinnen und Golfern werden, der in ihrem Unterbewusstsein schlummert.

BelowPar: Jeder Golfer kennt sehr wahrscheinlich dieses eine Loch, diesen einen Abschlag oder diesen einen Annäherungsschlag, bei dem wir uns auf einmal unsicher fühlen. Manche sprechen vom „Angstloch“, andere einfach nur von plötzlichen Selbstzweifeln in Drucksituationen. Wie geht man damit am besten um?

Martin Schütt: Es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten, um sich seiner Angst zu stellen. Sie können einen Vertrauensschläger deklarieren, von dem Sie wissen, dass sie mit diesem Schläger, wann auch immer es in der Vergangenheit schwierig wurde, die besten Ergebnisse erzielten. Sie können sich leise oder auch in normaler Stimmlage mit motivierenden Sätzen pushen, um die negativen Gedanken zu stoppen oder sich auf eine Pre-Shot Routine verlassen.

Da jeder Golfspieler einen individuellen Charakter hat, lässt sich natürlich auch nur eine individuelle Lösung für den jeweiligen Spieler finden. Was bei dem einen klappt, muss noch lange nicht bei dem anderen funktionieren. Hier kommt es tatsächlich darauf an, für jeden Einzelnen eine Lösung zu erarbeiten.

Wichtig ist eine positive Handlung oder ein positiver Anker im Kopf, der die negativen Gedanken stoppt und somit die Angstspirale nach unten aufhält, beziehungsweise gar nicht erst hochkommen lässt.

BelowPar: In einem Ihrer Blogartikel auf Ihrer Website sprechen Sie das Thema Niederlagen an und zitieren folgenden Satz, den wir so direkt unterschreiben: „Scheitern ist der Mentor des Erfolges.“ Scheitern gehört zum Sport einfach dazu. In der Praxis ist uns dieses Prinzip oft bewusst. Wie schafft man es, dieses Denkmuster auch in der Praxis konsequent umzusetzen? 

Martin Schütt: Es ist wichtig sich einzugestehen, dass man scheitern kann und dies auch darf. Die Angst vor dem Scheitern ist in unserer Gesellschaft so negativ verankert, dass sich manch einer gar nicht mehr traut etwas zu beginnen, weil er befürchtet ausgelacht und verspottet zu werden. Der Gedanke an die negativen Folgen des Scheiterns lähmt uns in der eigenen Entwicklung. Fehler zeigen uns in der Entwicklung auf wo wir stehen, was wir durchdenken und verbessern sollten, denn nur so können wir erfolgreich neue Wege beschreiten. Scheitern ist eine Lernchance und als solche sollten wir sie auch begreifen, im Leben wie im Golf.

Natürlich ist es für den ein oder anderen schwer dies in die Praxis umzusetzen, doch was passiert, wenn Sie nicht wieder aufstehen? Sie bleiben am Boden liegen und entwickeln sich nicht weiter.

Ein Tipp für die Praxis nachdem Sie gescheitert sind: Analysieren Sie warum dies geschehen ist und überlegen Sie sich dann, was der kleinstmögliche Schritt Richtung Erfolg sein könnte.

BelowPar: Haben Sie eine Lieblingsmethode, um sich selbst oder Ihre Schüler mental auf ein Turnier vorzubereiten?

Martin Schütt: Eine Methode, die ich unter anderem persönlich praktiziere, ist das gedankliche Durchspielen des Platzes am Abend vor einem Turnier. Ich begebe mich dann an einen ruhigen Ort in meiner Wohnung und spiele den Platz in Gedanken bereits ein- oder zweimal durch. Das Visualisieren ist eine hervorragende Technik, um sich auf einen Wettkampf vorzubereiten. Die Kraft der inneren Bilder ist eine unschätzbare Hilfe auf dem Weg zum Erfolg.

BelowPar: Eine Frage, die uns brennend interessiert rankt sich um das Thema Meditation. Meditation macht uns erwiesenermaßen glücklicher, stressfreier und entspannter. Glauben Sie, dass Meditation und Atemübungen mittlerweile das sind, was Fitnesstraining vor 30 Jahren war? Soll heißen: In den nächsten 30 Jahren macht es jeder und wenn nicht, ist jedem trotzdem bewusst, dass es ihm gut tut?

Martin Schütt: Meditation und Atemübungen sind ein Teil des Mentaltrainings und können für den ein oder anderen ein guter Ansatz sein, um sich optimal vorzubereiten oder sich auf dem Platz wieder einzufangen, wenn die Runde nicht optimal verläuft. Das wird sicherlich nicht für jeden passen, doch für viele kann das ein guter Ansatz sein. Wer weiß schon, was in 30 Jahren sein wird und welche neuen Entwicklungen es bis dahin gibt. Bis dahin sollte das jeder selbst herausfinden und ausprobieren.

Herr Schütt, herzlichen Dank für das Interview. Wo können wir mehr über Sie erfahren? 

Sie können entweder meine Webseite besuchen oder mich persönlich kontaktieren, sei es via E-Mail oder meinem Facebook Account. Am ehesten treffen Sie mich aber auf den Golfplätzen in Norddeutschland an. Ich versuche in einem Jahr immer viele verschiedene Plätze zu spielen und bin daher meist dort zu finden, wo in Norddeutschland die Sonne scheint.

Golf einmal kontrafaktisch..

Jeder denkt einmal über seine Golfrunde nach, wo der entscheidene Putt nicht fiel und mit dem er das Golfturnier hätte gewinnen können oder warum der letzte Schlag im Bunker landen mußte.

Der Gedanke an die Situation „was wäre wenn“ begleitet wohl jeden Spieler öfter nach seiner Runde, als ihm lieb sein kann, denn, wäre der Schlag nicht im Aus gelandet oder der Putt zu kurz geblieben, hätte man sein Handicap unterspielen können etc etc.

Die Psychologen nennen dieses Verhalten zu einem alternativen Szenario:

„kontrafaktisches Denken“.

Diese Fähigkeit, sich gedanklich aus einer unbefriedigen Situation zu befreien, ist nur beim Menschen bekannt und gilt dazu sein Ego bzw. das „Ich“ in einem besseren Licht vorzustellen.

Mit dieser Fähigkeit kann der Mensch und dies ist besonders bei vielen Golfern zu beobachten, sein angeknackstes Selbstvertrauen nach einer Golfrunde reparieren, weil dieser sich vorstellt, das es hätte klappen können, wenn, ja wenn dies oder jenes nicht passiert wäre, was ihm an seinem Erfolg gehindert hätte.

Dieses kontrafaktische Denken begegnet uns oft auch im Alltagsleben und ist nicht nur bei Golfern beliebt. Denn, wenn wir unser Lebens als Ganzes betrachten, versuchen wir, sofern wir in ein besonderes Ereignis geraten, sei es nun gut oder schlecht, diesem einen Sinn zu geben, sobald wir eine Entscheidung getroffen haben. Ob diese Entscheidung nach einem Ereignis nun gut oder schlecht war, sieht ein Mensch immer erst rückblickend, ähnlich wie nach einem Abschlag beim Golf, wenn der Ball gelandet ist.

Die Vorstellung, was wäre passiert, wenn ich mich anders entschieden hätte, ist reizvoll aber sinnlos, denn wie im Spiel, können wir den Flug des Balles und auch seine Landung nicht beeinflussen. Doch durch dieses kontrafaktische Denken geben wir unserem Ego die Möglichkeit uns von der Vorstellung zu entlasten, das nicht „wir“ Schuld sind, sondern das Schicksal es in diesem Moment so vorgesehen hatte, das dies oder jenes hatte passieren müssen. Im Clubhaus kann ein Spieler dann jedoch „kontrafaktisch“ gut erklären, das wenn der Ball nicht zu weit geflogen wäre, beinahe das Turnier gewonnen hätte.

Wenn es dem Golfspieler nicht gelingt und hier sind meistens die Wochenend- und Freizeitgolfer im Spiel davon betroffen, seine Wunschrunde nicht verwirklichen zu können, wird die verbrachte Zeit als Verschwendung betrachtet. Nicht selten gehen dann diese Spieler gefrustet und zumeist schlecht gelaunt nach dem Spiel zum Auto oder verlassen das Turnier vor der Siegerehrung, um sich nicht der vermeintlich gefühlten Demütigung der Ergebnisverlautbarung stellen zu müssen, denn eigentlich spielt man ja viel besser, wenn….

Die Turnierprofis hingegen, die ihren Unterhalt mit dem Golfspielen verdienen müssen, haben sehr schnell gelernt, meist in den Anfangsjahren im Profizirkus, das kontrafaktische Denken abzustellen und eine schlechte Runde gedanklich abzuhaken bzw. sich nicht in dem „was wäre wenn“ Gedanken zu verlieren.

Natürlich bereut ein Spieler einen Schlag, der nicht so geflogen oder gelandet ist wie er sich das vorgestellt hat, doch entscheidend in dieser Situation ist etwas ganz anderes. Wenn wir ein nicht erreichtes Ziel oder eine verpasste Chance bereuen, können wir, statt kontrafaktisch zu verharren, darüber nachdenken, analysieren und lernen, was wir tun, wenn wir wieder in die gleiche Situation geraten. Wichtig ist hier die gedankliche Weiterentwicklung und nicht das verharren in Angst oder dem Schicksalsglauben, dass hier sowieso kein PAR zu gewinnen ist.

Auch die Einstellung zu realistischen Zielen ist ein Meilenstein in der persönlichen Entwicklung eines Golfspielers und man sich darüber klar wird, dass an diesem langen Loch ein Schlag mehr nötig ist, weil man eben noch nicht bereit ist, es in vier Schlägen zu spielen und realistisch fünf Schläge benötigt. Auch hier ist kontrafaktisches Denken eher hinderlich, wenn man sich Schläge vorstellt, wie es hätte sein können, nur vier Schläge statt fünf zu benötigen.

Unerreichbare Vorbilder im Golf oder Fantasieschläge begünstigen kontrafaktisches Denken und das spätere Selbstmitleid im Clubhaus bei den Golfkameraden. Gehen Sie als Golfer nicht in die Falle der Selbsttäuschung und nehmen Sie sich lieber selbst zum Maßstab, wo Sie sich auf dieser Runde verbessern konnten.

Durchbrechen Sie das Muster des Selbstmitleides / kontrafaktisches Denken und konzentrieren Sie sich auf die gelungene Schläge auf die Sie stolz sein können, dann klappt es beim nächsten Mal auch mit dem Score und dem kleineren Handicap.

3 Grundregeln für Golf mit Flow

Der Flow, ein Zustand, in denen Menschen ganz in ihrem Tun aufgehen und alles um sich herum vergessen.

Die psychologische Forschung sagt, dass dieser Zustand das allgemeine Wohlbefinden, die geistige und körperliche Leistungsfähigkeit erhöht und die Lebenszufriedenheit steigert.

In unserem Körper wird im Flow Moment aus der Nebenniererinde eine erhöhte Portion Cortisol ausgestoßen. Durch verschiedene Rezeptoren im Gehirn wird durch die chemische Zusammensetzung unsere Aufmerksamkeits- und Lernbereitschaft gesteigert. Dadurch wird auch mehr Energie im Körper verbraucht, was unter Anderem der Grund dafür ist, dass der Flow-Moment nicht dauerhaft anhalten kann und für volle 18 Loch anhält.

Der Flow lässt sich jedoch nicht nur im Golf erreichen, sondern auch in jeder anderen Sportart, tatsächlich sogar als Momente im Alltag, wenn einem etwas leicht von der Hand geht und alles gelingt, was in diesem einzigartigen Moment „angepackt“ wird.

Wer in den Flow kommt, ist dabei oft zu außergewöhnlichen Leistungen fähig, das Problem jedoch ist, der Flow kommt nicht immer dann wenn man ihn braucht. Um leichter in den Flow zu kommen, sollten Sie ein paar Dinge beachten, denn gerade im Golf kann es für Sie außerordentlich nützlich sein diesen Zustand herbeizuführen, um konzentrierter und aufmerksamer zu spielen.

Drei wesentliche Punkte sind zum erreichen eines Flow Momentes wichtig:

1. Suchen Sie sich Anforderungen, die Ihren Fähigkeiten entsprechen.

Übersteigen die Anforderungen unser Können, fühlen wir uns gestresst und ist die Aufgabe zu einfach, langweilt sich der Mensch. In beiden Zuständen kann kein Flow Moment erzeugt werden. Es kommt darauf an, die Balance zwischen Sollen und Können zu erreichen, was den Mensch fordert und das Gefühl hat die Arbeit meistern zu können.

Als Beispiel könnte unter Anderem ein Golfplatz sein, den man selbst schon oft gespielt hat aber immer hier und dort an einem Loch einen Schlag liegen ließ, weil man als Spieler nicht konzentriert genug war. Im Turnier oder einem wettbewerbsorientierten Spiel unter Freunden, wäre hier die nötige Anforderung gegeben und entspricht Ihren Anforderungen, das Quentchen extra Spielfähigkeit zu mobilisieren.

2. Regelmäßige Pausen bei Herausforderungen einlegen

Wie bereits erwähnt, kann der Flow Moment nicht dauerhaft aufrecht erhalten werden, weil das sehr viel „Lebensenergie“ kostet. Um auf viel Energie zurückgreifen zu können, ist neben einer Entspannungspause für das Gehirn, ein wichtiges Element hochwertige Ernährungsprodukte. Schnelle Energielieferanten wie Bananen, isotonische Getränke und stärkende Mahlzeiten helfen die nötige Energie zu liefern und die aufkommende Müdigkeit abzuwehren.

Für den Golfplatz heißt es nichts anderes, als zwischen den Löchern ausreichend zu essen und zu trinken und den Kopf abzulenken. Dies gelingt am besten durch ein Gespräch mit dem Spielpartner oder die parkähnliche Umgebung der Natur in sich aufzunehmen. Sich bewußt zu werden, wo man ist und was man tut aber das Spiel für einen kurzen Augenblick ein Spiel sein zu lassen.

3. Setzen Sie sich klare und erreichbare Ziele mit Feedback

Sich imaginäre Ziele zu setzen, die dem eigenem Können widersprechen, führen zu Frust und Enttäuschung im Spiel. Sie demoralisieren sich selbst und befinden sich anschließend in einer Abwärtsspirale der eigenen Versagensängste.

Im Turnier oder privaten Wettbewerb ist es viel vorteilhafter sich Ziele zu setzen, die nachvollziehbar erreicht werden können. Natürlich möchten Sie ein Turnier gewinnen aber die Wahrscheinlichkeit zu gewinnen ist dennoch relativ klein. Das liegt nicht nur an Ihrem spielerischen Talent, sondern einfach daran, dass es Mitspieler gibt, die länger als Sie spielen, den Platz besser kennen und an einem Loch vielleicht das Quentchen mehr Glück haben als Sie.

Um den Druck aus so einer Situation zu nehmen und eher den Flow zu erreichen, wäre ein mögliches Ziel vielleicht, unter die Top 10 zu kommen, mehr Grüns in Regulation zu spielen als üblich oder schlicht das HCP um einen Punkt zu verbessern.

Welches Ziel Sie sich auch persönlich erwählen, vergessen Sie dabei sich nicht auch einmal selbst zu loben für einen besonders guten Schlag. Das positive Feedback, welches Sie sich selbst geben, schützt Sie gleichzeitig davor in eine negative Abwärtsspirale der Selbstkritik zu fallen.

Und wenn Sie plötzlich, weil Sie dem Druck aus der Situation entwachsen sind, den Moment des Flows erreichen, kann es passieren, dass Sie die Golfrunde gewinnen, weil Sie es nicht mehr erzwingen wollen, sondern die Leichtigkeit des Seins erreicht haben.

Je eher Sie diese drei Punkte für sich verinnerlichen und im mentalen Training üben, um so schneller und häufiger können Sie sich in den Flow Moment begeben!

Scroll to top