Monat: Januar 2017

Das Karma meines Flightpartners

Inspiriert durch eine Begegnung auf einem bekannten Social Media Portal und der Fortführung des roten Erzählerfadens aus meiner bisherigen Artikelreihe, möchte ich mich demThema „Flightpartner“ und „Emotionen“ widmen.

Die eigenen Gefühle im Zaum zu halten beim Golfspiel oder in einem Turnier, wo der Druck meistens besonders hoch ist und die Zweifel, die einen beschleichen können an den eigenen Spielfähigkeiten, kommt oft die Stimmungskomponente der Flightpartner hinzu, die einen während der Runde begleiten.

Diese Spielpartner können eine wertvolle Ressource sein und einen motivieren oder im schlimmstenfall ein grausamer Alptraum, der bis zu 18 Loch anhalten kann. Das es sich besser mit einem Flightpartner spielen läßt, der einen motiviert, versteht sich von selbst aber wie geht man mit einem Menschen um, der das nicht tut.

Mit einem Flightpartner zu spielen, der durch sein Verhalten demotivierend wirkt und Sie somit auch in Ihrer Gefühlswelt beeinträchtigt, läßt sich nur schwer auskommen und begegnen. Ausserhalb des Golfspiels können Sie so einem Negativ-Individuum einfach aus dem Weg gehen, in dem Sie den Kontakt vermeiden, doch in einem Flight ist das nur schwerlich möglich. Was dort Ihre Strategie sein sollte, möchte ich Ihnen anhand einer Geschichte erzählen, die ich kürzlich in einem Buch des Dalai Lama las und auch im Golf praktische Anwendung finden kann.

Keine Sorge, es wird nicht allzu sehr spirituell, sondern ist ein wundervoller Weg einer Person, die seinen „Inneren Frieden“ verloren hat, im Spiel oder auch im Leben und dadurch möglicherweise in das Golfspiel abstrahlt, mit positiver Stärke zu begegnen.

Nehmen wir einmal an, dass Ihr Nachbar Sie nicht mag und immerfort Probleme bereitet. Wenn Sie nun Ihrerseits dem Nachbarn gegenüber Wut- und negative Gefühle entwickeln, so beeinträchtigt dies Ihr seelisches Gleichgewicht, läßt Sie schlecht schlafen, verursacht Ängste und Sorgen, kurzum, es schadet Ihrem Körper. Darunter leidet Ihr Gefühlsleben und auf lange Sicht bekommen Sie Gesundheitsprobleme. Die einzige Person, die von diesen Leiden profitiert ist Ihr Nachbar, da er sein Ziel erreicht hat Sie negativ zu beeinflussen und Ihnen zu Schaden. Ohne das Ihr Nachbar handgreiflich werden mußte, hat dieser sein Ziel erreicht.

Gelingt es Ihnen hingegen weiter zufrieden, heiter und gelassen zu sein und sich von diesen negativen Gefühlen nicht anstecken zu lassen, bleiben Sie innerlich ruhig und in der geistigen Mitte. Sie haben wesentlich mehr Erfolg, wenn Sie diese negative Energie als Ansporn nehmen, um besonders viel Spass im Leben zu haben. Der Schaden bleibt bei dem Verursacher und kann Sie nicht berühren. Der Nachbar erkrankt an dem eigenen Gift welches er zu sich genommen hat.

Dieses „transformieren“ der schlechten Stimmung Ihres Flightpartners in positive Energie für Ihr Spiel ist natürlich nicht von heute auf Morgen zu lernen und Bedarf eines gewissen Trainings aber am Ende zahlt es sich für Sie ganz erheblich im eigenen Spiel aus. Die Nachsicht und Geduld mit Ihrem negativen Flightpartner ist kein Zeichen von Schwäche, sondern zeugt von Ihrer inneren Stärke die Sie in sich tragen. Möglicherweise kann der Flightpartner auch an Ihnen wachsen und für Sie kann es eine willkommene Gelegenheit sein, sich selbst weiter zu entwickeln. So gesehen ist der alptraumhafte Flightpartner oder der Mensch, der Ihnen im Leben begegnet, ein unfreiwilliger Lehrer.

Auch die Person, der ich in diesem blauen Social Media Portal begegnet bin, war somit ein Lehrer für mich. Ohne ihn wäre dieser Artikel nicht entstanden und kann somit all jenen eine Hilfe sein, die Menschen begegnen, deren Karma aus den Fugen geraten ist. Geben wir Ihnen durch unsere innere Stärke die Möglichkeit zu wachsen, damit Sie im Spiel oder aber auch im Leben das Gleichgewicht wieder finden.

Es ist was es ist…ein Spiel

All unserer Spielerfahrung liegt, ob wir uns dessen nun bewußt sind und darüber nachdenken oder nicht, eine große Frage zugrunde – die Frage nach dem Sinn des Spiels.

Der Sinn und Zweck unseres Golfspiels besteht nach meiner Überzeugung darin glücklich und zufrieden mit uns selbst zu sein, während und nach dem Spiel. Dieser Wunsch nach der Zufriedenheit und das Glück zu erleben, welches ab dem ersten Abschlag auf uns wartet, ist eben keine leichte Aufgabe und steht meistens unserem wirklichen Können entgegen.

Die menschlichen Emotionen während einer Golfrunde sind oft überaus kraftvoll und überwältigen jeden Golfspieler an einem der achtzehn Löcher und die Folgen sind zumeist für das weitere Spiel katastrophal.

Wenn wir zum Beispiel Wut oder Frustration empfinden, denken wir vielleicht, das wir jetzt erst Recht angreifen müssen und verstärken unsere Entschlossenheit in einem ungesunden Maße. Wir glauben, jetzt noch härter zuschlagen zu müssen, damit der Ball noch weiter fliegt, um die Meter gut zu machen, die wir gerade verloren haben. Beim genauen Hinschauen wird aber deutlich, dass die negativen Emotionen unsere Spielerfahrungen trüben und uns für die richtige Platzstrategie blind machen. Wir gehen nicht mehr besonnen vor, sondern unser Vorgehen hat fortwährende negative Auswirkungen auf unser weiteres Spiel.

Vom Augenblick des ersten Abschlages möchte jeder Golfspieler auf dem Platz eine schöne Runde spielen und niemand möchte Frustration empfinden oder seine Bälle im Aus suchen. Im Kern unserer Golfrunde hegen wir den tief empfunden Wunsch das gesamte Potential unseres spielerischen Könnens auf der Runde zum Einsatz bringen zu können.

Da alle Golfspieler über Empfindungen und eigene Erfahrungen verfügen und wir mehr sind, als unsere Ausrüstung, so modern und fehlerverzeihend sie auch sein mag, können alle diese technischen Errungenschaften unser Golfleid weder lindern, noch das Bedürfnis nach dem perfekten Schlag lindern. Kein Driver mit der neuesten Weltraumtechnologie kann bewirken, dass wir uns nach dem letzten Putt am letzten Loch glücklich und zufrieden fühlen, wenn der erste Schlag im Aus landete.

Ein Golfspieler braucht etwas tiefer Gehendes, das ich gewöhnlich als Zuneigung und Liebe zu dem Spiel bezeichne. Fehlt es aber an der Liebe und Zuneigung zu dem Spiel, so bleibt die beste Ausrüstung oder der beste Ball am letzten Loch nutzlos und erfüllt uns weder mit inneren Frieden noch dem gesuchten Glück. Mit welcher Geisteshaltung Sie diesem Spiel begegnen hängt natürlich einzig und allein von Ihnen ab aber wenn Sie wirklich glücklich und zufrieden eine Runde beenden möchten, dann erfordert dies eine Veränderung der inneren Einstellung und Denkweise zu diesem Spiel.

Das Glück und die tiefe Zufriedenheit nach der gespielten Runde in sich Selbst zu entwickeln, erreichen Sie nur dann, wenn Sie sich selbst die größte Anteilnahme und das Wohlergehen zukommen lassen und erkennen, welch großes Privileg Sie genießen durften, an einem sonnigen Tag, durch eine parkähnliche Anlage zu flanieren und während dieses Spazierganges einen Ball vor sich her zu schubsen. Dort entdecken und finden Sie die besprochene Liebe und Zuneigung zu dem Spiel, die Sie immer wieder auf das neue empfinden dürfen, sobald Sie allein oder mit Freunden sich an den ersten Abschlag stellen und den Ball himmelwärts in den blauen Himmel schlagen dürfen.

Profigolfer werden oder Freizeitgolfer bleiben?

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Passend zu den Themen „Die Kunst der Nichtverurteilung“ und „Die falsche Erwartungshaltung“, habe ich heute einen interessanten Bericht gelesen, in dem es darum ging, wie oft und wie viel man trainieren müßte, um ein professioneller Golfer zu werden.

Für einen Freizeit- und Wochenendgolfer mag dies erst einmal nicht relevant sein, höchstens für jemanden, der sich mit dem Gedanken trägt, es doch auch einmal professionell zu versuchen. Für beide Golfspielertypen läßt sich aus diesem Bericht rückwirkend ein folgenreicher Rückschluß für das eigene Golfspiel ziehen.

In diesem Bericht, dessen Link ich am Ende dieses Artikels gesetzt habe und in englischer Originalfassung zu lesen ist, wird erwähnt, wie viel Zeit und Trainingsaufwand benötigt wird, um in diesem Sport das große Geld zu verdienen. Die wichtigsten Voraussetzungen sind neben Talent und einen Faible für das Golfspiel sehr, sehr viel Zeit und die nötige körperliche und geistige Verfassung. Das Geld für die notwendige Ausrüstung und Unterrichtung wird vorausgesetzt.

Somit kommen als Profispieler nur die Menschen in Frage, die jung sind, viel Zeit haben und willens sind sich einer eisernen Selbstdisziplin zu unterwerfen. Für Senioren oder Mittdreißiger ist der Zug demnach bereits abgefahren. Vielleicht bringt der eine oder andere noch die körperliche und geistige Leistungsstärke mit, aber was ist mit der Zeit, um 6 Stunden am Tag zu trainieren? Damit wir uns nicht falsch verstehen, nach den 6 Stunden Trainingszeit ist noch keine einzige Golfrunde gespielt, um seine Trainingsleistung zu überprüfen. Das sind 30 Stunden die Woche!

Aus dem englischen Bericht geht hervor, dass die meisten Schüler, die in der Akademie trainieren, circa 7 Semester verbringen und tagtäglich unter der Anleitung eines Lehrers trainieren. Von all diesen golfbegeisterten Schülern schaffen es nur eine Handvoll in das Profigeschäft und können sich damit ihren Lebensunterhalt sichern.

Worauf ich hinaus will? Wie schon in den beiden vorangegangen Artikeln angeschnitten, bedeutet das, wenn Sie auch nur halb so gut werden wollen wie ein Berufsgolfer, müßten Sie immer noch 15 Stunden die Woche trainieren und das unter kontinuierlicher Anleitung. Ich schreibe das deswegen so explizit offen und gnadenlos, weil viele von den genannten Wochend- und Freizeitgolfern tatsächlich versuchen, sich mit diesen Athleten gleichzusetzen und wünschen ebenso zu spielen. Und wenn diese Golfspieler dann enttäuscht sind, weil das nicht möglich ist, zu Tode betrübt und frustriert sind, allen Ernstes behaupten, sie wissen nicht woran es liegt.

Nun könnte der Wochenend- und Freizeitgolfer sich sagen, warum mache ich das denn überhaupt, wenn ich nicht so gut werden kann wie die „da oben“!? Warum Sie Golf spielen, das kann ich Ihnen nicht sagen, das müssen Sie schon selbst wissen, aber was ich Ihnen sagen kann, ist, dass Sie Ihre eigene Perspektive des Golfspiels überdenken und sich nicht kleiner machen sollten als Sie sind.

Jeder Einzelne von uns investiert eine gewisse Zeit und eine gewisse Menge Geld in Ausrüstung und Unterricht und nur die wenigsten von uns sind zufrieden mit ihrem Golfspiel. Ich bin der festen Überzeugung, dass, wenn Sie sich in das Gedächtnis rufen, wie viel Zeit und Geld ein Profi in seine Karriere investieren muß und wie viel Zeit und Geld Sie investieren, Sie selbst verdammt gutes Golf spielen!

Sie sollten viel zufriedener sein mit ihrem Golfspiel, denn die Trainingszeit und das Geld, das Sie investieren, ist für das Leistungsvermögen, was Sie jetzt auf dem Golfplatz abrufen können und das ist wirklich SEHR,SEHR gut! Sie sind kein schlechter Golfspieler, Sie sind nur nicht so gut wie ein Berufsgolfer, weil Sie nicht über deren Zeit und Geld verfügen, welches Sie investieren können.

Hören Sie auf sich mit diesen Jahrhunderttalenten zu vergleichen und kümmern Sie sich viel intensiver um das eigene Training. Am besten natürlich unter Anleitung, sei es eines Golftrainers oder eines Mentalcoaches.

Schauen Sie auf sich und Ihre Leistungsstärke, denken Sie darüber nach, wie Sie sich selbst verbessern können und effizienter trainieren. Für Sie sollte das Hier und Jetzt eine Rolle spielen und nicht was sein könnte. Fangen Sie an Ihr eigenes Golfspiel positiv zu bewerten und sagen Sie es gerne einmal laut und freuen Sie sich, wenn Ihnen ein richtig guter Schlag gelungen ist.

Es ist Ihr Spiel und Sie sind dafür verantwortlich und hören Sie auf sich mit den Berufsgolfern zu vergleichen, Sie sind keiner, aber Sie sind trotzdem der beste Golfer, der in Ihnen steckt und der will aus Ihnen raus! Helfen Sie ihm dabei, trainieren und spielen Sie so viel wie Sie können und genießen Sie es – vielleicht am besten JETZT!

* Hier ist der Artikel in Originalfassung*

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